
Paradise Cave
Świętokrzyskie
Die Paradise Cave, lokal als Jaskinia Raj bekannt, ist eine bemerkenswerte horizontale Karsthöhle aus Kalkstein, die auf dem Malik Hill bei Kielce in den Świętokrzyskie-Bergen in Polen liegt. Die Höhle ist 240 Meter lang und hat einen Höhenunterschied von 9,5 Metern. Sie verfügt über einen 180 Meter langen Besucherpfad, der durch fünf Kammern führt, die mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Sinterbildungen geschmückt sind – darunter Sinterfahnen, Tropfsteine, Stalagniten, Säulen, Draperien und Höhlenperlen. Das Innere der Höhle wird sorgfältig bei einer Temperatur von 8 bis 10 °C sowie hoher Luftfeuchtigkeit gehalten, um die empfindlichen Formationen zu bewahren. Entdeckt wurde die Paradise Cave 1963, eröffnet wurde sie 1972 für die Öffentlichkeit. Außerdem handelt es sich um eine wichtige archäologische Fundstelle: Es gibt Hinweise auf eine Besiedlung durch Neandertaler vor etwa 50.000 Jahren sowie Fossilien ausgestorbener Tiere aus der Eiszeit wie Höhlenbären, Höhlenhyänen, Wollnashörner und Mammuts. Die Besucher starten die Tour in einem Eingangsgebäude, in dem sich ein Museum befindet, das archäologische und paläontologische Funde zeigt – unter anderem eine Nachbildung eines Neandertaler-Lagers. Geführte Touren sind auf kleine Gruppen begrenzt, um die ökologische Unversehrtheit der Höhle zu schützen. Die Route umfasst markante Bereiche wie die Eingangskammer, die Halle der Trümmer, die Säulenhalle, die Tropfsteinhallen und die Hochkammer. Die Höhle ist ein Naturreservat und ein echtes Juwel unter den polnischen Karstformationen – jährlich zieht sie mit ihrer atemberaubenden Unterwelt und ihrem reichen prähistorischen Erbe Zehntausende Besucher an.
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Tipp: Um Ihren Besuch in der Paradise Cave zu planen, wird dringend empfohlen, die Tickets online im Voraus zu buchen – wegen strenger täglicher Besucherlimits. Die Führungen finden in kleinen Gruppen von bis zu 15 Personen alle 15 Minuten statt, inklusive geführter Erläuterungen. Die Höhle hält eine konstante kühle Temperatur um 9 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit, daher sollten Sie sich entsprechend kleiden – besonders für Kinder. Das Gelände ist an bestimmten Feiertagen sowie montags außerhalb der Hochsaison geschlossen. Beachten Sie außerdem: Der Rundweg beinhaltet Treppen und eine kleine Brücke, was für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen schwierig sein kann; falls Hilfe benötigt wird, kontaktieren Sie den Ort bitte vorher. Audioguides sind auf Englisch und Deutsch verfügbar – für ein noch intensiveres Erlebnis.
Interessante Fakten
- •In der Höhle gibt es über 47.000 Sinterbildungen, darunter Tropf- und Stalagniten. Der höchste Stalagnit misst 77 cm, und die breiteste Säule hat einen Basismumfang von 6,27 m.
- •Die Paradise Cave gehört zu den schönsten und am besten erhaltenen Karsthöhlen Polens – zusammen mit der Bärenhöhle in den Sudeten.
- •Die Höhle dient als Winterquartier für neun Fledermausarten, darunter die Große Hufeisennase.
- •Zu den archäologischen Funden zählen Mousterian-Steingeräte sowie Fossilien von Megafauna aus der Eiszeit wie Wollnashorn, Höhlenbär und Mammut.
- •Das Mikroklima in der Höhle wird gezielt kontrolliert, um die empfindlichen Formationen zu schützen. Die Besucherzahlen werden streng begrenzt, um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.
Geschichte
Die Paradise Cave wurde 1963 von zwei Studenten, Józef Kopeć und Feliks Wawrzeńczak, entdeckt.
Nach umfangreichen geologischen und archäologischen Forschungen durch Experten wie Tymoteusz Wróblewski und Zbigniew Rubinowski wurde sie 1972 für die Öffentlichkeit geöffnet.
Der Kalkstein, aus dem die Höhle besteht, stammt aus dem Mitteldevon – etwa 350 Millionen Jahre.
Archäologische Belege zeigen, dass Neandertaler die Höhle ungefähr vor 50.000 bis 60.000 Jahren bewohnten, womit sie zu den nördlichsten Fundorten der Mousterian-Kultur in Europa zählt.
Über Jahrtausende wurde der Eingang der Höhle auf natürliche Weise verschlossen, was dazu beitrug, ihre reiche Ausstattung an Sinterbildungen und die archäologischen Ablagerungen zu bewahren.
Heute ist sie weiterhin ein geschütztes Naturreservat sowie ein Ort von wissenschaftlichem und touristischem Interesse.
Ortsführer
Eingangsgebäude und Museum
Der Ausgangspunkt für die Besucher: Das Gebäude beherbergt Ticketbüros, ein kleines Café und ein Museum mit archäologischen Exponaten wie Neandertaler-Steingeräten und Fossilien prähistorischer Tiere. Auch ein lebensgroß nachgebautes Neandertaler-Lager mit drei Figuren wird hier gezeigt – als Kontext zur uralten Menschheitsgeschichte der Höhle.
Künstlicher Tunnel (21 Meter)1960s
Ein künstlich angelegter Durchgang, der vom Eingangsgebäude in die Höhle führt und als Schleuse wirkt, um das Mikroklima der Höhle zu erhalten, indem der Austausch mit Außenluft verhindert wird.
Eingangskammer (Komora Wstępna)
Eine geräumige Kammer, die drei Höhlengänge miteinander verbindet. Sie enthält das ursprüngliche Eingangsloch, das von den Entdeckern der Höhle genutzt wurde, und dient als natürliche Einführung in das Innere der Höhle.
Halle der Trümmer (Komora Złomisk)
Die größte Kammer der Höhle: Hier findet man gewaltige Kalksteinblöcke, die von der Decke herabgestürzt sind und mit Kalkablagerungen bedeckt wurden. Besonders hervorzuheben ist die Säule „Harp“, die unter Beleuchtung wunderschön leuchtet.
Säulenhalle (Sala Kolumnowa)
Diese Kammer ist mit bezaubernden Kalkitsäulen und Tropfsteinen geschmückt. In den Wänden finden sich zahlreiche versteinerten Korallen, und der Boden ist mit Becken, Totenwasser-Ablagerungen und „Reisfeldern“ genannten Formationen gesprenkelt. Seltene Höhlenperlen (pizoidy) werden ebenfalls hier gefunden.
Tropfsteinhallen (Sala Stalaktytowa)
Die reichste Kammer in Bezug auf Sinterbildungen: Hier wird eine vielfältige Auswahl an Tropfsteinen und anderen Kalkformationen gezeigt, die die spektakulärsten Ausstattungen der Höhle widerspiegeln.
Kontakt
Telefon: 41 346 55 18