Nikiszowiec

Nikiszowiec

Śląskie

70/10090 min

Nikiszowiec ist eine historische Arbeitersiedlung im Stadtteil Janów-Nikiszowiec in Katowice, Polen. Sie wurde zwischen 1908 und 1919 von der Bergbau- und Hüttenfirma Georg von Giesches Erben errichtet und als Wohngebiet für Bergleute geplant, die am nahegelegenen Kohlebergwerk Giesche arbeiteten (später Wieczorek). Die Siedlung wurde von den Architekten Emil und Georg Zillmann aus Charlottenburg entworfen, die auch den benachbarten Stadtteil Giszowiec gestalteten. Nikiszowiec ist besonders wegen seiner zusammenhängenden Rotklinker-Bauten mit unterschiedlichen architektonischen Details hervorzuheben, die durch die dominierende Neobarockkirche St. Anna einheitlich verbunden werden. Die Siedlung ist ein vollständig erhaltenes Beispiel für sogenanntes Patronage-Wohnen aus dem frühen 20. Jahrhundert und spiegelt die soziale und industrielle Geschichte der Region Oberschlesien wider. Sie liegt auf der Katowicer Hochebene und gehört zum Makroregionenraum Schlesische Hochebene, der durch kohlehaltige Ablagerungen geologisch geprägter Karbonschichten gekennzeichnet ist. Nikiszowiec wurde 1959 in die Stadt Katowice eingegliedert und gehört zur Woiwodschaft Schlesien. Es ist als Kulturdenkmal bzw. Denkmal der Geschichte gelistet und Teil des Trails der Technischen Denkmäler der Woiwodschaft Schlesien. Der städtebauliche Grundriss und die Architektur geben Einblicke in die Lebensbedingungen und die Gemeinschaftsplanung für Industriearbeiter im frühen 20. Jahrhundert. Nikiszowiec ist bis heute ein kultureller Anziehungspunkt und zieht Besucher an, die sich für das industrielle Erbe und für die schlesische Kultur interessieren.

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Tipp: Besucher sollten Nikiszowiec bei mildem Wetter erkunden, um die Architektur und die Außenbereiche in vollen Zügen zu genießen. Falls geführte Touren angeboten werden, kann der Vorverkauf von Tickets im Voraus das Erlebnis verbessern. Die Siedlung ist das ganze Jahr über zugänglich, doch Frühling und der frühe Herbst bieten die angenehmsten Bedingungen. Ermäßigungen können für Studierende, Senioren und Gruppen verfügbar sein. Touren oder kulturelle Veranstaltungen sollten rechtzeitig im Voraus gebucht werden, besonders während Festivals oder am Wochenende.

Interessante Fakten

  • Nikiszowiec ist eine von nur wenigen vollständig erhaltenen Arbeitersiedlungen aus dem frühen 20. Jahrhundert in Polen.
  • Der Name der Siedlung leitet sich vom nahegelegenen Kohleschacht „Nickisch“ ab, benannt nach Baron Friedrich Nickisch von Rosenegka, einem Vertreter der Bergbaugesellschaft.
  • Nikiszowiec wird von der dominanten Neobarockkirche St. Anna geprägt, die ein zentrales architektonisches Wahrzeichen ist.
  • Die Siedlung ist Teil des Trails der Technischen Denkmäler der Woiwodschaft Schlesien und hebt so ihr industrielles Erbe hervor.
  • Der städtebauliche Grundriss und die Architektur von Nikiszowiec sind seit 2011 als Denkmal der Geschichte geschützt.

Geschichte

1908

Nikiszowiec wurde zwischen 1908 und 1919 als Arbeitersiedlung von der Bergbaugesellschaft Georg von Giesches Erben entwickelt, um Bergleute des Kohlebergwerks Giesche unterzubringen.

Das Gebiet war ursprünglich bewaldetes Land innerhalb der historischen Gemeinde Janów.

Die Bergbaugesellschaft konsolidierte im späten 19.

Jahrhundert die umliegenden Bergbauflächen, was den Bedarf an besserem Wohnraum mit sich brachte.

1904

Die Planung der Siedlung entsprach dem Siedlungsgesetz von 1904 und stellte so eine ausreichende Infrastruktur sowie öffentliche Einrichtungen sicher.

1924

1924 wurde Nikiszowiec in die Gemeinde Janów eingegliedert, und 1951 gehörte es zur Stadt Szopienice, die selbst 1959 in Katowice eingemeindet wurde.

2011

Die Siedlung ist aufgrund ihrer architektonischen und kulturellen Bedeutung anerkannt: Sie wurde 2011 als historisches Denkmal gelistet.

Ortsführer

1
St. Anna-Kirche1911-1914
Emil und Georg Zillmann

Eine neobarocke Kirche, die die Skyline der Siedlung dominiert und für die Gemeinschaft sowohl spirituelles als auch architektonisches Zentrum ist. Ihr Entwurf ergänzt die Rotklinker-Wohnblöcke, die sie umgeben.

2
Wohnblöcke1908-1919
Emil und Georg Zillmann

Neun große Rotklinker-Wohngebäude mit unterschiedlichen architektonischen Details, entworfen, um Bergleute und ihre Familien unterzubringen. Die Blöcke bilden mit Höfen und gemeinschaftlichen Bereichen ein stimmiges städtisches Ensemble.

3
Zillmann-Plätze

Öffentliche Plätze, die nach den Architekten Emil und Georg Zillmann benannt sind. Sie bieten Grünflächen und Denkmäler und dienen als zentrale Treffpunkte für das gesellschaftliche Leben innerhalb der Siedlung.