Haczów-Holzkirche

Haczów-Holzkirche

Podkarpackie

85/10090 min

Die Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Haczów ist ein herausragendes Beispiel spätgotischer Holzarchitektur und die größte Holzkirche im europäischen Stil der Gotik. Sie wurde nach 1459 mit einem hölzernen Gerüst errichtet und zählt zu den ältesten Holzkirchen Polens. Die Kirche besitzt einen markanten 25 Meter hohen Glockenturm in Sternform, der 1624 errichtet wurde, mit einer darüberliegenden Kuppel. Umgeben ist der Bau von einem hölzernen Umgang namens soboty, der von Säulen getragen wird. Im Inneren findet sich eine einzigartige Polychromie aus dem Jahr 1494 – vermutlich die älteste ihrer Art in Europa – und sie bildet die größte Sammlung figürlicher Gemälde aus dem 15. Jahrhundert in Polen. In den Jahrhunderten 17 und 18 folgten Erweiterungen und Renovierungen, darunter der Anbau einer Sakristei, neue soboty sowie ein Erdwallsystem zum Schutz. Architektonisch ist das Gebäude ausgerichtet und dreischiffig aufgebaut: mit rechteckigem Chorraum (Presbyterium), einem breiteren Langhaus mit Kapelle Unserer Lieben Frau der Schmerzen sowie einem Westturm mit steilen Wänden und einem ornamentalen offenen Zierwerk. Das Dach ist ein Satteldach mit einem achteckigen Türmchen. Zur Ausstattung der Kirche gehören ein spätbarocker Hauptaltar mit einer gotischen Statue der Madonna mit Kind aus dem frühen 16. Jahrhundert, mehrere Altäre im Rokoko sowie gotische Skulpturen, darunter eine Pietà aus dem Jahr 1400. Außerdem gibt es gemalte Weihekreuze aus dem 15. Jahrhundert, einen steinernen Taufbrunnen aus dem 16. Jahrhundert und aufwendig verzierte gotische Portale. Das Kirchenensemble ist von einem hölzernen Zaun mit Schindeldach umgeben; zum Gelände gehört außerdem ein historisches Holzgetreidespeicherhaus. 2003 wurde es als Teil der Wooden Churches of Southern Lesser Poland (Holzkirchen im südlichen Kleinpolen) in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen – ein Hinweis auf den Status als älteste, größte und am besten erhaltene gotische Holzkirche ihrer Art in Europa. Nach Phasen der Vernachlässigung und staatlicher Verwaltung im 20. Jahrhundert wurde die Kirche 2000 nach umfangreichen Konservierungsarbeiten erneut geweiht. Sie ist bis heute ein bedeutendes kulturelles und religiöses Wahrzeichen in der Region Podkarpackie in Polen.

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Tipp: Besuchen Sie die Kirche in den Frühlings- und Sommermonaten, wenn das Wetter angenehm ist und Sie die Außenansicht sowie die Umgebung besonders gut genießen können. Für einen tieferen Einblick in Geschichte und Kunst wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen. Für Gruppen und Senior:innen können Ermäßigungen verfügbar sein. Die Kirche ist für Gottesdienste in Betrieb – prüfen Sie daher vor dem Besuch die Messzeiten und besonderen Veranstaltungen auf der offiziellen Website.

Interessante Fakten

  • Sie ist die größte Holzkirche im europäischen Stil der Gotik und eine der ältesten Holzkirchen in Polen.
  • Die Polychromie im Inneren aus dem Jahr 1494 ist vermutlich die älteste ihrer Art in Europa und die größte Sammlung figürlicher Gemälde aus dem 15. Jahrhundert in Polen.
  • Die Kirche wurde 2003 gemeinsam mit fünf weiteren Holzkirchen im südlichen Polen in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
  • Ein spätbarocker Hauptaltar mit einer gotischen Statue der Madonna mit Kind aus dem frühen 16. Jahrhundert wurde in die neue Kirche verlegt.
  • Die Kirche ist auf polnischen 2- und 20-Złoty-Münzen abgebildet, die 2006 von der Nationalbank von Polen ausgegeben wurden.

Geschichte

1459

Die Kirche wurde kurz nach 1459 als Holzkonstruktion errichtet und 1624 erweitert, unter anderem mit einem Stern-Glockenturm, Fenstern und defensiven Erdwerken.

Im frühen 17.

Jahrhundert wurde sie während eines Tatarenangriffs beschädigt, anschließend jedoch wiederhergestellt und ausgebaut.

1784

Weitere Umbauten erfolgten zwischen 1784 und 1789, darunter die Vergrößerung der Sakristei und neue hölzerne Umgangsarkaden (soboty).

1944

Nach einem Rückgang der Nutzung nach dem Bau einer neuen Kirche im Jahr 1944 wurde sie bis 1980 staatlich verwaltet, als die Pfarrei die Verantwortung wieder übernahm und mit einer umfassenden Restaurierung begann.

2000

2000 wurde die Kirche erneut geweiht; später wurden zwischen 2006 und 2009 die Dachschindeln erneuert.

2003

2003 wurde sie als UNESCO-Welterbestätte ausgewiesen – als Teil einer Gruppe von Holzkirchen in Südpolen.

Ortsführer

1
Stern-Glockenturm1624

Ein 25 Meter hoher hölzerner Glockenturm, der 1624 erbaut wurde und getrennt vom eigentlichen Kirchengebäude steht. Er zeichnet sich durch steile Wände aus und trägt oben eine Kuppel mit zwiebelartigem Dach.

2
Innenraum-Polychromie1494

Ein monumentales Ensemble figürlicher Wandmalereien aus dem Jahr 1494. Gilt als die älteste Polychromie dieser Art in Europa und als die größte Sammlung aus dem 15. Jahrhundert in Polen. Die Malereien wurden 1864 erweitert.

3
Holzarkaden (Soboty)1624 and 1784-1789 expansions

Niedrige hölzerne Arkaden, die von Säulen getragen werden und Kirche sowie Turm umschließen. Sie bieten sowohl konstruktiven Schutz als auch Schutz vor Witterung.

4
Gotische Skulpturen und Altäre15th and 18th centuries

Umfasst gotische Skulpturen aus dem 15. Jahrhundert, darunter besonders eine Pietà aus etwa 1400, sowie mehrere Rokoko-Altäre aus dem 18. Jahrhundert in der Kirche.

5
Kirchengelände

Die Kirche ist von einem hölzernen Zaun mit Schindeldach umgeben und auf dem Gelände befindet sich ein historisches Holzgetreidespeicherhaus.

Kontakt

Telefon: 13 439 10 12