
St.-Johannes-Erzkathedrale, Warschau
Mazowieckie
Die St.-Johannes-Erzkathedrale in Warschau ist eine bedeutende katholische Kirche in der Altstadt. Sie gilt als eines der nationalen Pantheons Polens und ist UNESCO-Welterbe. Ursprünglich wurde sie im 14. Jahrhundert im Stil des masowischen Gotik errichtet und diente als Krönungs- und Begräbnisstätte der Herzöge von Masowien. Historisch war die Kathedrale über einen im späten 16. Jahrhundert gebauten, erhöhten Verbindungsgang mit dem Königsschloss (Royal Castle) verbunden. Sie erlebte bedeutende nationale Ereignisse wie den Eid auf die Verfassung vom 3. Mai 1791 sowie königliche Zeremonien, darunter Krönungen und Begräbnisse. Die Kirche wurde im Laufe der Geschichte mehrfach umgebaut, besonders im 19. Jahrhundert im Stil des englischen Neugotik, bevor sie während des Warschauer Aufstands 1944 nahezu vollständig zerstört wurde. Der Wiederaufbau nach dem Krieg stellte die äußere Erscheinung auf den vermuteten gotischen Zustand aus dem 14. Jahrhundert zurück. Das Innere zeigt jedoch eine eher ursprünglich „rau“ wirkende Gotik, bedingt durch den Verlust der originalen Ausstattung und Kunstwerke, darunter das berühmte Gemälde „Palma il Giovane“, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Kathedrale beherbergt zahlreiche Kapellen, Grabsteine und Epitaphe und bewahrt damit ihre Rolle als wichtiger religiöser und kultureller Ankerpunkt in Warschau.
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Tipp: Besucher sollten den Pfarr- bzw. Gemeinde-Website prüfen, um die Zeiten für Messen und Veranstaltungen zu erfahren, da die Kathedrale mehrmals täglich Gottesdienste ausrichtet. Am besten besucht man sie außerhalb der großen kirchlichen Feiertage, um Menschenmengen zu vermeiden. Für Hochzeiten oder besondere Zeremonien wird eine vorherige Buchung empfohlen. Gegebenenfalls gibt es Ermäßigungen für Gruppen oder im Rahmen von Kulturveranstaltungen wie dem Internationalen Organmusikfestival, das hier jährlich stattfindet.
Interessante Fakten
- •Die Erzkathedrale war durch einen 80 Meter langen, erhöhten Verbindungsgang, der im späten 16. Jahrhundert gebaut wurde, mit dem Königsschloss (Royal Castle) verbunden.
- •Sie war der Ort für den Eid auf die Verfassung vom 3. Mai 1791, einen entscheidenden Moment in der Geschichte Polens.
- •Das ursprüngliche Gemälde aus dem Jahr 1618 von Palma il Giovane, das für König Sigismund III Vasa geschaffen wurde, ging im Zweiten Weltkrieg verloren.
- •Deutsche Truppen zerstörten die Kathedrale nach dem Warschauer Aufstand 1944 nahezu vollständig: 90% ihrer Mauern wurden abgerissen.
- •Der Wiederaufbau nach dem Krieg orientierte sich an Entwürfen aus dem 14. Jahrhundert statt an der Erscheinung vor dem Krieg und stellte so den ursprünglichen gotischen Stil wieder her.
Geschichte
Der Ort der St.-Johannes-Erzkathedrale begann als hölzerne Schlosskapelle um das 13.–14.
Jahrhundert herum, bevor er sich später bis zum frühen 14.
Jahrhundert zu einer Pfarrkirche entwickelte.
Der heutige gotische Backsteinbau wurde um 1390 etwa von Herzog Janusz I.
in Angriff genommen.
1406 erhielt er den Status eines Kollegiatstifts und wurde 1798 zur Kathedrale; später wurde er 1818 zur Erzkathedrale erhoben.
Die Kirche durchlief bedeutende architektonische Veränderungen, darunter nach einem Sturm im Jahr 1602 eine barocke Fassade sowie im 19.
Jahrhundert eine Renovierung im Stil der englischen Neugotik.
Im Zweiten Weltkrieg, besonders 1944, wurde sie stark beschädigt, als deutsche Truppen den Großteil des Gebäudes zerstörten.
Der Wiederaufbau zwischen 1948 und 1956 stellte die Kirche anhand historischer Abbildungen wieder in ihre mittelalterliche gotische Form zurück.
1960 wurde sie geweiht und noch im selben Jahr als Minor Basilica (kleine Basilika) ausgewiesen.
Ortsführer
Hauptschiff und gotische Architektur14. Jahrhundert
Die Kathedrale ist als Anlage mit drei Schiffen gestaltet; die Seitenschiffe sind gleich hoch wie das Hauptschiff – ein Hinweis auf ihre gotischen Ursprünge. Die „rau“ wirkende gotische Optik, die man heute sieht, ist das Ergebnis des Wiederaufbaus nach dem Krieg auf Basis früherer architektonischer Pläne.
Glockenturm und Durchgang zur Dziekania-Straßeum 1650
Der Glockenturm befindet sich rechts nahe dem vorderen Bereich. Er steht über einem Durchgang, der zur Dziekania-Straße führt, und ist damit sowohl ein architektonisches als auch ein funktionales Element der Kathedrale.
Kanzel und Kirchenbänke1959 (Kanzel)
Die 1959 von Józef Trenarowski entworfene Kanzel sowie die Replik der barocken Kirchenbänke, die ursprünglich von König John III Sobieski gegründet wurden, sind bedeutende Ausstattungsstücke im Inneren – ein Spiegel der reichen liturgischen Traditionen der Kathedrale.
Kapellen und Epitaphe
Zahlreiche Kapellen säumen das linke Seitenschiff. Jede einzelne hat Grabsteine und Epitaphe, die bedeutende Persönlichkeiten würdigen – so wird die Rolle der Kathedrale als nationales Pantheon und spirituelles Zentrum deutlich.
Kontakt
Telefon: 22 831 02 89