Nieborów-Palast

Nieborów-Palast

Łódzkie

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Der Nieborów-Palast liegt im Dorf Nieborów in der Woiwodschaft Łódź in Polen und ist eine beeindruckende barocke Residenz, die in der späten 17. Jahrhundert von dem renommierten Architekten Tylman van Gameren entworfen wurde. Der Bau erfolgte zwischen 1690 und 1696 für den Erzbischof Michał Stefan Radziejowski. So ist der Palast bis heute eine der bedeutendsten adeligen Herrschafts- und Besitzanlagen Polens. Er bietet eine umfangreiche Sammlung an Gestaltungselementen für das Interieur aus dem 17. bis 19. Jahrhundert – darunter originale Möbel, Porträts bedeutender Persönlichkeiten, Tausende von Zeichnungen und Skizzen, Bücher aus dem 16. Jahrhundert, Porzellan und Textilien. Zum Palastkomplex gehören die Hauptresidenz, eine Remise, eine Manufaktur, der Orangeriebereich sowie zwei Parks – ein formaler Garten und ein Park im englischen Stil. Nieborów wurde im Verlauf seiner Geschichte von bedeutenden Adelsfamilien wie dem Nieborowski-Clan, der Familie Lubomirski und vor allem der Familie Radziwiłł von 1774 bis 1945 bewohnt. Die Interieurs waren aufwendig im Rokoko- und im frühen klassizistischen Stil eingerichtet; die dekorativen Elemente wurden von Szymon Bogumił Zug gestaltet. Trotz zeitweiser Niedergangsphasen wurde die Anlage im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert restauriert, darunter durch den behutsamen Anbau eines zweiten Stocks im Jahr 1922, der die Silhouette des Gebäudes bewahrte. Heute ist der Nieborów-Palast eine Museumsniederlassung des Nationalmuseums in Warschau und bietet Besuchern einen Einblick in das aristokratische Erbe und die künstlerische Tradition Polens.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Nieborów-Palasts sind die wärmeren Monate, wenn der formale Garten und der Park im englischen Stil in voller Blüte stehen. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen und Tickets nach Möglichkeit vorher zu kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Besucher können von ermäßigten Eintrittspreisen profitieren, die es für Studierende, Senioren und Gruppen gibt. Geführte Touren vermitteln einen tieferen Einblick in die Geschichte des Palastes und seine Sammlungen. In manchen Räumen kann das Fotografieren eingeschränkt sein – am besten bei der Ankunft nachfragen. Für das Erkunden der weitläufigen Gärten und Anlagen werden bequeme Schuhe empfohlen.

Interessante Fakten

  • Der Palast wurde von Tylman van Gameren entworfen, einem der bedeutendsten Barockarchitekten Polens.
  • Der Nieborów-Palast beherbergt Tausende von Zeichnungen, Skizzen und Büchern aus dem 16. Jahrhundert.
  • Zur Anlage gehören zwei unterschiedliche Parks: ein formaler Garten und ein Park im englischen Stil.
  • Nieborów war Drehort für bekannte polnische Filme und TV-Serien, darunter Andrzej Wajdas „Lotna“ und die „Mr. Kleks‘ Academy“.
  • Der Palast wurde 2015 in einer National-Geographic-Abstimmung („New Seven Wonders of Poland“) für die „New Seven Wonders of Poland“ nominiert.

Geschichte

Das Dorf Nieborów reicht bis in das späte 12.

Jahrhundert zurück.

1314

Eine frühe Kirche wurde 1314 errichtet, und ein hölzernes Herrenhaus wurde im 16.

Jahrhundert durch ein Gut im Stil der Gothik-Renaissance ersetzt.

1690

Der heutige barocke Palast wurde vom Erzbischof Michał Stefan Radziejowski in Auftrag gegeben und zwischen 1690 und 1696 auf Ländereien gebaut, die zuvor der Familie Nieborowski gehört hatten.

1774

Der Besitz wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach; zu den bedeutenden Eigentümern zählten die Familie Lubomirski, Hetman Michał Kazimierz Ogiński und die Familie Radziwiłł ab 1774.

Der Palast erblühte unter den Radziwiłłs, die seine Kunstsammlungen und Interieurs weiter bereicherten.

Nach Phasen der Vernachlässigung und der Zerstreuung von Vermögenswerten im 19.

Jahrhundert wurden die Restaurierungsarbeiten in den späten 1800er-Jahren von Michał Piotr Radziwiłł geleitet und Anfang des 20.

Jahrhunderts von Janusz Radziwiłł, der einen zweiten Stock ergänzte und den Palast modernisierte.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage vor Plünderungen geschützt, indem sie als staatliche Museumsniederlassung ausgewiesen wurde.

Nach dem Krieg wurde sie Teil des Nationalmuseums in Warschau und ist bis heute als gut erhaltene aristokratische Residenz bekannt.

Ortsführer

1
Der Rote Salon18. Jahrhundert

Eines der repräsentativsten Rokoko-Zimmer im Palast: mit dem Porträt von Anna Orzelska, das von Antoine Pesne gemalt wurde. Er bewahrt originale Rokoko-Kaminaufsätze sowie dekorative Elemente.

2
Barocke Fassade und Türme1690-1696
Tylman van Gameren

Der Palast besitzt eine symmetrische Fassade mit 13 Achsen, zwei viereckigen Eck-Türmen und von Barockkuppeln gekrönten Aufbauten. Die nördliche Seite ist mit Pilastern, Gesimsen und dekorativen Blendensystemen geschmückt – ein Hinweis auf die klassische Barockarchitektur.

3
Formaler Garten und Park im englischen Stil

Auf dem Gelände des Palastes gibt es zwei unterschiedliche Parks: einen formalen Garten mit geometrischen Grundrissen und einen Park im englischen Stil, der auf eine landschaftlich-natürliche Gestaltung ausgerichtet ist. So entstehen malerische Spazierwege sowie historische Pflanzensammlungen.

4
Orangerie und Manufaktur

Teil des Palastkomplexes: In der Orangerie wurden exotische Pflanzen gepflegt. Damit trug sie zur gärtnerischen Bedeutung der Anlage bei, während die Manufaktur verschiedene handwerkliche Produktionen für den Haushalt unterstützte.