
Chelm Chalk Tunnels
Lubelskie
Die Chelm Chalk Tunnels sind ein historischer Kreidebergbauschacht, der sich unterhalb der Stadt Chełm in der polnischen Region Lubelskie befindet. Dieses weitläufige unterirdische Labyrinth entstand über Jahrhunderte durch den Abbau von Schreibkreide; seine Anfänge reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, nachdem die Stadt nach der Rekonstruktion durch Fürst Daniel von Galizien wieder aufgebaut worden war. Die ursprünglich direkt aus den Kellern der Bewohner gegrabenen Stollen wurden nicht nur zur Kreidegewinnung genutzt, sondern auch als Schutzräume in Konfliktzeiten. Im Laufe der Zeit wuchsen die einzelnen Abbaustellen zusammen und bildeten ein komplexes Netz, das auf rund 40 Kilometer geschätzt wird und sich über mehrere Ebenen erstreckt – bis zu 20 Meter tief. Die Stollen zeigen besondere Abbaumethoden und spezifische bauliche Verstärkungen, wie man sie nur in Chełm kennt. Heute verläuft eine 2 Kilometer lange, beleuchtete Touristenroute unter der Altstadt und bietet Ausstellungen zur Archäologie, zum Kreidebergbau und zur Geschichte der Stadt sowie Begegnungen mit den lokalen Fledermäusen und dem legendären Geist Bieluch. Die Stollen haben eine konstante Temperatur von etwa 9°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit – für ein besonders eindrucksvolles Erlebnis im Untergrund. Die Anlage ist nur mit geführten Touren zugänglich und sorgt so für einen informativen und sicheren Besuch.
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Tipp: Besuche der Chelm Chalk Tunnels sind täglich außer an Feiertagen möglich – ausschließlich mit geführten Touren. Eine vorherige Buchung per Telefon wird empfohlen, da die Gruppengrößen begrenzt sind. Die beste Zeit für einen Besuch ist von September bis Juni mit festen Tourzeiten; im Juli und August gibt es zusätzlich stündliche Touren. Ermäßigungen gibt es für Inhaber der Chełm Card, für Großfamilien, Studierende, Senioren sowie für organisierte Gruppen. Englischsprachige Audio-Guides können ausgeliehen werden. Besucher sollten 15 Minuten vor der geplanten Tour eintreffen, um eine Stornierung zu vermeiden.
Interessante Fakten
- •Die Stollen bilden ein Labyrinth mit einer geschätzten Länge von etwa 40 Kilometern – und reichen über das Stadtgebiet von Chełm hinaus.
- •Der Abbau erfolgte ohne Vorschriften, was zu einzigartigen Abbaumethoden und baulichen Verstärkungen führte, die nur an diesem Ort zu finden sind.
- •Die Stollen dienten in Kriegen und bei Überfällen in der gesamten Geschichte als Schutzräume.
- •Eine lokale Legende erzählt vom Geist Bieluch, der als Herrscher der unterirdischen Stollen gilt.
- •In den Stollen herrscht eine konstante Temperatur von etwa 9°C – unabhängig vom Wetter an der Oberfläche.
Geschichte
Der Kreideabbau unter Chełm begann im 13.
Jahrhundert nach der Rekonstruktion der Stadt.
Zunächst wurde die Kreide direkt aus den Kellern gewonnen und an entfernte Städte verkauft, darunter Kraków.
Der Abbau erreichte seinen Höhepunkt im 17.
und 18.
Jahrhundert: Viele Wohnhäuser hatten direkten Zugang zu den Stollen.
Im Laufe der Zeit verschmolzen die unterirdischen Gänge zu einem riesigen Labyrinth, das sich über die Stadtgrenzen hinaus erstreckte.
Aus Sicherheitsgründen wurde der Bergbau im 19.
Jahrhundert eingeschränkt und Anfang des 20.
Jahrhunderts vollständig verboten.
Nachdem die Stollen im 20.
Jahrhundert bei Bauarbeiten wiederentdeckt worden waren, wurden sie nach und nach gesichert und schließlich für den Tourismus geöffnet; 1995 wurden sie schließlich als historisches Denkmal registriert.
Ortsführer
Tourist Route
Ein 2 Kilometer langer, beleuchteter Rundweg unter Chełms Altstadt mit archäologischen Ausstellungen, der Geschichte des Kreidebergbaus und lokaler Tierwelt wie Fledermäusen. Der Rundweg endet mit einem Ausgang aus einem Bergbauschacht aus dem 18. Jahrhundert aus Ziegelmauerwerk – mit Anschluss an ein Restaurant.
Kontakt
Telefon: 82 565 25 30