Exploseum

Exploseum

Kujawsko-pomorskie

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Exploseum ist ein außergewöhnliches Open-Air-Museum in Bydgoszcz, Polen, das sich auf das erhaltene Areal der Munitionsfabrik der NS-Zeit aus dem Zweiten Weltkrieg DAG Fabrik Bromberg konzentriert. Das Museum präsentiert ein umfangreiches Ensemble industrieller Architektur: acht original erhaltene Gebäude, die durch nahezu zwei Kilometer unter- und oberirdische Tunnel miteinander verbunden sind. Besucher gehen der Geschichte der Sprengstoffproduktion, der Militärtechnik und der Zwangsarbeiter nach – überwiegend Polen –, die unter harten Bedingungen arbeiteten, darunter mit Sabotageakten und Widerstand. Das größte Gebäude beherbergt Ausstellungen zur Geschichte von Waffen und Sprengstoffen vom 15. Jahrhundert an aufwärts und verbindet den Ort mit Alfred Nobel, dem Erfinder des Dynamits und Gründer der DAG-Gesellschaft. Exploseum bietet eindrucksvolle Multimedia-Erlebnisse, darunter Filme, interaktive Stationen und Soundeffekte, die das Verständnis für die Industrie im Krieg und die menschlichen Schicksale vertiefen. Als wichtiger Ankerpunkt auf der European Route of Industrial Heritage verbindet es technische Geschichte mit eindringlichen Erzählungen über das Leid und die Widerstandskraft während des Krieges – und ist damit eine spannende Adresse für Geschichts- und Technikfans.

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Tipp: Besucher sollten empfohlen bekommen, geführte Touren im Voraus telefonisch zu reservieren, um die unterirdischen Passagen und Ausstellungen vollständig zu erleben. Die beste Zeit für einen Besuch ist von Frühling bis Herbst, wenn die Wetterbedingungen für Spaziergänge über die Wege im Freien und die Tunnelstrecken günstig sind. Multimedia-Hilfen unterstützen den Rundgang auf eigene Faust, doch geführte Touren liefern eine tiefere historische Einordnung. Rabatte gibt es häufig für Gruppen, Seniorinnen und Senioren sowie Studierende. Das Museum ist das ganze Jahr über zugänglich; die Öffnungszeiten sind auf der offiziellen Website angegeben.

Interessante Fakten

  • Exploseum ist ein Ankerpunkt auf der European Route of Industrial Heritage (ERIH), von denen es in Polen nur sechs gibt.
  • Das Museum verfügt über ein nahezu 2 Kilometer langes Netzwerk aus unter- und oberirdischen Tunneln, das Fabrikgebäude miteinander verbindet.
  • Es bewahrt die NGL-Betrieb-Zone, den Bereich der Nitroglycerinproduktion, nahezu unverändert aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.
  • Exploseum erhielt den Preis Sybilla 2011 vom polnischen Ministerium für Kultur für seine technische Ausstellung.
  • Die Fabrik gehörte zu den östlichsten NS-Sprengstoffanlagen und beschäftigte bis zu 40.000 Arbeitskräfte, darunter Zwangsarbeiter aus vielen europäischen Ländern.

Geschichte

1939

Exploseum befindet sich in der ehemaligen DAG Fabrik Bromberg, einer gewaltigen Sprengstofffabrik, die Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs ab 1939 nahe Bydgoszcz errichten ließ.

Sie gehörte zu den größten Rüstungsbetrieben des Dritten Reichs im besetzten polnischen Gebiet und beschäftigte Zehntausende Zwangsarbeiter, darunter Kriegsgefangene und Häftlinge aus Konzentrationslagern.

000

Das Areal umfasste über 1.000 Gebäude, umfangreiche Infrastruktur und ein weites Tunnelsystem.

Nach dem Krieg blieb der Ort der Öffentlichkeit aufgrund geheimer Produktionsaktivitäten verschlossen.

2009

Von 2009 bis 2011 wurde das Gelände revitalisiert und in das Museum Exploseum umgewandelt; 2011 öffnete es für die Öffentlichkeit, um dieses bedeutende Industrie- und Kriegserbe zu bewahren und zu präsentieren.

Ortsführer

1
NGL-Betrieb-Zone1939-1944

Der Kernbereich des Museums: die original erhaltenen Gebäude zur Nitroglycerinproduktion, die in ihrem Zustand aus der Kriegszeit bewahrt wurden und durch unterirdische Tunnel miteinander verbunden sind. Diese Zone macht die industriellen Abläufe und die gefährlichen Arbeitsbedingungen der Arbeiter sichtbar.

2
Haupthalle der Ausstellung2011 (Eröffnung der Ausstellung)
Dział Architektury Przemysłowej (MOB)

Untergebracht im größten Gebäude des Komplexes, zeigt diese Ausstellung die Geschichte von Waffen und Sprengstoffen vom 15. Jahrhundert bis in die moderne Zeit – einschließlich der Geschichte von Alfred Nobel und der DAG-Gesellschaft.

3
Unterirdisches TunnelsystemGebaut 1939-1944

Ein umfassendes System von unterirdischen Passagen, das die verschiedenen Fabrikgebäude miteinander verbindet. Es wurde während des Zweiten Weltkriegs für die Produktion und die Wege der Arbeitenden genutzt und ist heute für Besucher als besonderes Merkmal des Museums zugänglich.

Kontakt

Telefon: 52 585 97 41