
Friedenskirche in Świdnica
Dolnośląskie
Die Heilige Dreifaltigkeitskirche der Friedens (Friedenskirche) in Świdnica ist Europas größte Holz-Barockkirche und ein beeindruckendes religiöses Bauwerk. Sie wurde nach dem Westfälischen Frieden von 1648 errichtet, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Der Bau erfolgte in Rekordzeit innerhalb von zehn Monaten. Entworfen wurde die Kirche vom Baumeister Albrecht von Saebisch, gebaut wurde sie vom Zimmermann Andreas Kaemper. Sie sollte unter den strengen Bedingungen, die von den katholischen Habsburgern vorgegeben waren, so vielen Protestanten wie möglich Platz bieten. Der hölzerne Fachwerkaufbau ist in einem Geflecht aus Flechtwerk und Lehm mit Lehm und Stroh ausgefüllt (Wattle-and-daub) und nach einem Grundriss im Stil eines griechischen Kreuzes angelegt. Hinzu kommen weitere Säle für Taufe, Hochzeiten und Beerdigungen. Das weitläufige Innere bietet Platz für bis zu 7.500 Personen, darunter 3.000 Sitzplätze. Das barocke Interieur zeigt bedeutende Werke von Gotfried August Hoffmann: darunter die Kanzel mit biblischen Szenen sowie der Hauptaltar, der die Taufe Christi und weitere religiöse Motive darstellt. Die Kirche ist nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Zeichen der Versöhnung: Sie beherbergte ökumenische Gebete für den Frieden, an denen bedeutende politische und religiöse Persönlichkeiten beteiligt waren. Heute ist sie weiterhin eine aktive lutherische Gemeinde und zugleich ein Kulturraum für Orgelmusik und Ausstellungen.
Planen Sie Ihre Reise nach Polen mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besuchen Sie die Kirche in den wärmeren Monaten, um die hier regelmäßig stattfindenden Bach-Musikfestivals zu erleben. Buchen Sie Tickets im Voraus für besondere Konzerte oder Ausstellungen. Für Gruppen oder Seniorinnen und Senioren können Ermäßigungen verfügbar sein. Prüfen Sie die offizielle Website für aktuelle Öffnungszeiten und Veranstaltungstermine. Geführte Touren geben einen noch tieferen Einblick in Geschichte und Architektur der Kirche.
Interessante Fakten
- •Sie ist die größte Holz-Barockkirche Europas.
- •Erbaut in nur 10 Monaten zwischen 1656 und 1657.
- •Kann 7.500 Personen aufnehmen, davon 3.000 sitzend – damit zählt sie zu den größten Holzkirchen der Welt nach Kapazität.
- •Die Kanzel und der Hauptaltar wurden im frühen 18. Jahrhundert von Gotfried August Hoffmann geschaffen.
- •Die Kirche ist seit 2001 UNESCO-Welterbe.
- •Sie hat bedeutende ökumenische Veranstaltungen ausgerichtet, an denen führende Persönlichkeiten aus Polen, Deutschland, Schweden sowie religiöse Vertreter beteiligt waren – darunter auch der Dalai Lama.
- •Errichtet in der Technik des Fachwerks (Flechtwerk/Lehm) mit einem Holzrahmen, der mit Lehm und Stroh ausgefüllt ist.
Geschichte
Die Kirche wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet – als eine von drei Friedenskirchen, die Kaiser Ferdinand III.
auf Druck aus protestantischem Schweden erlaubte.
Der Bau begann im August 1656 und wurde im Juni 1657 fertiggestellt.
Das Gebäude unterlag strengen Auflagen, um Größe und Nutzungsdauer zu begrenzen, wurde jedoch zur größten Holz-Barockkirche Europas.
Im Jahr 1708 wurden im Verlauf des Großen Nordischen Krieges ein Glockenturm und eine evangelische Schule ergänzt.
Über die Jahrhunderte stand die Kirche für religiöse Toleranz und Versöhnung und beherbergte bedeutende ökumenische Ereignisse, darunter Gebete mit polnischen und deutschen Führungspersönlichkeiten sowie 2016 eine interreligiöse „Appeal for Peace“ mit Beteiligten aus unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften.
Ortsführer
Hauptaltar1752-1753
Ein Barockaltar, den Gotfried August Hoffmann in den Jahren 1752–1753 gestaltet hat. Er zeigt ein Relief des Letzten Abendmahls und als zentrale Darstellung die Taufe Christi. Umgeben ist das Ganze von Figuren wie Moses, Aaron sowie den Aposteln Petrus und Paulus. Der Altar wird gekrönt von symbolischer christlicher Bildsprache – darunter der Heilige Geist als Taube und das Tetragrammaton als Zeichen für Gott den Vater.
Barocke Kanzel1729
Die 1729 von Gotfried August Hoffmann geschaffene Kanzel ist reich verziert mit biblischen Szenen wie Pfingsten, Golgatha und dem Paradies. Auf der Brüstung finden sich allegorische Darstellungen von Glaube, Hoffnung und Liebe; über der Tür der Kanzel steht zudem eine Skulptur des Jesus als guter Hirte.
Kirchenstruktur und Grundriss1656-1657
Die Kirche wurde nach einem Grundriss im Stil eines griechischen Kreuzes errichtet und in Flechtwerk-und-Lehm-Bauweise gebaut. Sie umfasst das zentrale Kirchenschiff sowie vier zusätzliche Säle: den Taufsaal (im Osten), die Sakristei (im Osten), den Saal der Toten (im Westen) und den Hochzeitssaal (im Süden) sowie den Feldsaal (im Norden). Der hölzerne Rahmen ist mit Lehm und Stroh ausgefüllt – so entsteht ein weitläufiger Innenraum von 1090 m², der Tausende von Gläubigen beherbergen kann.
Glockenturm und evangelische Schule1708
Die 1708 während des Großen Nordischen Krieges hinzugefügten Gebäude wurden unter Druck des schwedischen Königs errichtet. Sie stehen direkt neben der Kirche und sind bis heute erhalten geblieben. Damit spiegeln sie die zu dieser Zeit verbesserten Religionsfreiheiten für Protestanten wider.
Kontakt
Telefon: 603 331 578