
Kotosh
Huánuco
Kotosh ist ein archäologischer Komplex nahe der Stadt Huánuco in Peru. Er umfasst eine Reihe von Gebäuden mit sechs durchgehenden Belegungsphasen vom späten Archaikum bis zur frühen Zwischenzeit. Die bekannteste Anlage ist der Tempel der gekreuzten Hände, dessen Lehmreliefs mit gekreuzten Armen herausstechen. Diese symbolisieren eine geheimnisvolle religiöse Bildsprache, die auf etwa 1800 v. Chr. in der vorkeramischen Phase Kotosh-Mito datiert wird. Die Fundstelle zeigt eine Abfolge kultureller Entwicklungsstufen vor der Chavín-Kultur – darunter die Phasen Kotosh, Wairajirca und Mito. Die früheste Phase, die Mito-Zeit, ist durch vorkeramische Architektur und Steingeräte gekennzeichnet, die mit der Lauricocha-Kultur verbunden werden. In der Phase Wairajirca kamen die ersten Tongefäße hinzu: polierte Keramik in Braun- und Schwarztönen mit geometrischen Einschnitten sowie nach dem Brand aufgetragener Bemalung. Die Phase Kotosh zeigt die Entstehung des Maisanbaus und Keramikstile mit Verbindungen zur Chavín-Keramik, etwa Steigbügel-Ausgussröhren und schwarz polierte, eingeschnittene Keramik. Architektonisch besteht die Anlage aus kleinen rechteckigen Steinbauten mit Flachdächern, die auf Plattformen errichtet wurden. Darunter liegen versenkte Böden, die von Bänken eingefasst sind, sowie zentrale Feuerstellen mit Lüftungsschächten. Ausgrabungen im 20. Jahrhundert – insbesondere durch Seiichi Izumi, zuvor durch Julio César Tello – haben Kotosh als wichtigen Schlüssel zum Verständnis der frühen peruanischen Zivilisation und religiösen Architektur etabliert. Die Anlage gilt als eines der ältesten bekannten zeremoniellen Zentren in den Amerikas.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Kotosh ist die Trockenzeit in Peru, von Mai bis September, um starke Regenfälle zu vermeiden, die den Zugang beeinträchtigen können. Besuchende sollten empfohlen bekommen, geführte Touren über Huánuco zu organisieren, um den historischen Kontext besser zu verstehen. In der Hauptsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen. Obwohl keine konkreten Rabatte aufgeführt sind, können sich Studierende und lokale Einwohner nach Ermäßigungen erkundigen. Sonnen- und Wetterschutz sowie bequeme Laufschuhe mitbringen, da die Erkundung der Anlage vor allem draußen stattfindet.
Interessante Fakten
- •Der Tempel der gekreuzten Hände zeigt einzigartige Lehmreliefs mit gekreuzten Armen – ein Symbol, das nicht vollständig verstanden ist, dem jedoch eine religiöse Bedeutung zugeschrieben wird.
- •Kotosh ist eines der frühesten bekannten zeremoniellen Zentren in den Amerikas und geht auf etwa 1800 v. Chr. zurück.
- •Die Fundstelle weist eine durchgehende Besiedlung über sechs kulturelle Perioden auf und liefert wertvolle Einblicke in die vor-Chavín-Andenkulturen.
- •Früher Maisanbau ist in Kotosh während der Phase Kotosh belegt und markiert eine wichtige Entwicklung in der Landwirtschaft.
- •Die Keramik der Anlage zeigt stilistische Verbindungen zur späteren Chavín-Kultur – darunter Steigbügel-Ausgussröhren und schwarz polierte, eingeschnittene Keramik.
Geschichte
Die früheste Besiedlung von Kotosh reicht in die Zeit des späten Archaikums um 1800 v.
Chr.
zurück und macht die Stätte zu einem der ältesten religiösen Architekturorte in den Amerikas.
Ursprünglich war sie während der spanischen Kolonialzeit als huaca bekannt.
In den 1930er-Jahren wurde sie wiederentdeckt und erforscht – unter anderem von Archäologen wie Javier Pulgar Vidal und Julio César Tello, die die Keramik mit der Chavín-Kultur in Verbindung brachten.
Die Ausgrabungen wurden in den 1960er-Jahren unter der Leitung von Seiichi Izumi wieder aufgenommen.
Dabei kamen der Tempel der gekreuzten Hände ans Licht und es wurde die Schichtenfolge sowie die kulturellen Phasen der Fundstätte festgelegt.
Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich Kotosh von der vorkeramischen bis zur keramischen Zeit und spiegelte dabei wichtige kulturelle Entwicklungen in den zentralen Hochlagen Perus wider.
Ortsführer
Tempel der gekreuzten Händeca. 1800 v. Chr.
Die bekannteste Anlage in Kotosh: Dieser vorkeramische Tempel ist vor allem wegen seiner charakteristischen Lehmreliefs mit gekreuzten Armen auf zwei Wänden berühmt. Sie symbolisieren ein geheimnisvolles religiöses Motiv. Er stammt aus ungefähr 1800 v. Chr. und zählt zu den frühesten Beispielen ritueller Architektur in den Amerikas.
ArchitekturkomplexVerschiedene, vom späten Archaikum bis zur frühen Zwischenzeit
Kotosh besteht aus mehreren kleinen, rechteckigen Steinbauten mit Flachdächern, die auf Plattformen errichtet sind. Jeder Bau besitzt einen versenkten Boden, der von einer erhöhten Bank umgeben ist, sowie eine zentrale Feuerstelle, die mit einem Lüftungsschacht verbunden ist. Dies verdeutlicht ausgeklügelte Bautechniken für die damalige Zeit.
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