
Santa Barbara Mine
Huancavelica
Die Santa Barbara Mine, nahe Huancavelica in Peru, ist ein historisches Quecksilber- (Quicksilver-)Bergwerk, das in der spanischen Kolonialzeit eine zentrale Rolle spielte. In der Mitte des 16. Jahrhunderts entdeckt, wurde sie zur wichtigsten Quecksilberquelle in Spanisch-Amerika – unverzichtbar, um Silber durch Amalgamierung in Minen wie Potosí zu gewinnen. Das Bergwerk liegt im Andenraum auf Höhen zwischen 3.800 und 4.400 Metern, im Gebiet von Cerro Chacllatana. Berüchtigt war es für extrem gefährliche Arbeitsbedingungen, darunter hohe Sterblichkeitsraten durch Quecksilbervergiftungen und häufige Unfälle wie der Einsturz von 1786, bei dem über hundert Bergleute ums Leben kamen. Durch die Ausbeutung entstand 1572 die Stadt Huancavelica, gegründet vom Vizekönig Francisco de Toledo. Zum Bergbaukomplex gehörten ausgedehnte Stollen, von denen einige sogar zu Pferd erreichbar waren, sowie einst sogar eine kleine Bergbaustadt mit Straßen und einer Arena für Stierkämpfe (plaza de toros), die heute verloren ist. Heute ist das Bergwerk für die Öffentlichkeit geschlossen, weil giftige Gase austreten, doch Besucher können den historischen Eingang und die umliegenden Bereiche besichtigen. Die Santa Barbara Mine ist bis heute ein bedeutendes kulturelles und historisches Wahrzeichen – ein Spiegel des kolonialen Bergbauerbes und der menschlichen Kosten der Quecksilbergewinnung in Peru.
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Tipp: Besucher sollten vorsichtig sein, da das Innere des Bergwerks wegen gefährlicher Gase geschlossen ist. Am besten besucht man die Trockenzeit (Februar bis August), um sicherere Bedingungen rund um Huancavelica zu haben. Empfohlen werden geführte Touren zum Bergwerkseingang und zu den nahegelegenen verlassenen Bergbauanlagen. Man sollte im Voraus planen, da der Zugang begrenzt ist und der Ort empfindlich ist. Aus Sicherheitsgründen ist kein Betreten der Stollen erlaubt. Wer möchte, kann außerdem die nahegelegene Stadt sowie die historische Kirche besichtigen, die derzeit rekonstruiert wird.
Interessante Fakten
- •Das Bergwerk produzierte von 1571 bis 1790 über 1.400.000 Flaschen Quecksilber und war damit die ergiebigste Quecksilberquelle in Spanisch-Amerika.
- •Bergleute konnten einige Stollen zu Pferd erreichen, und der Bergbaukomplex umfasste einst eine plaza de toros (Arena für Stierkämpfe), die heute verloren ist.
- •Vor dem Abstieg der Bergleute wurde täglich eine Messe für die Toten abgehalten – angesichts der hohen Sterblichkeitsrate.
- •Das Quecksilber aus Santa Barbara war so wichtig, dass die Spanische Krone Steuern auf Edelmetalle erhob – basierend auf dem Quecksilberverbrauch.
- •Das giftige Quecksilber der Mine führte zu einer hohen Sterblichkeitsrate; indigene Bergleute, die durch Quecksilber vergiftet wurden, hießen „azogados“.
- •Der Eingang der Mine zeigt noch immer ein Emblem oder einen Schild darüber und verweist damit auf die historische Bedeutung.
Geschichte
Die Santa Barbara Mine wurde etwa zwischen 1564 und 1566 entdeckt.
Berichten zufolge wurde sie von einem indigenen Anführer dem spanischen Encomendero Amador de Cabrera offenbart.
Sie wurde zur wichtigsten Quecksilberquelle des Spanischen Reiches, die für den Silberbergbau unverzichtbar war.
Das Bergwerk wurde von 1577 bis 1782 von einer Zunft der Bergleute verwaltet und war zentral für die koloniale Besteuerung, die sich am Quecksilberverbrauch orientierte.
1786 starben bei einem großen Einsturz über hundert Arbeiter – ein weiterer Beleg für die lebensgefährlichen Bergbaubedingungen.
Das Bergwerk war bis ins frühe 19.
Jahrhundert in Betrieb; im 20.
Jahrhundert gab es Eigentümerwechsel.
Die Ausbeutung führte zur Gründung der Stadt Huancavelica im Jahr 1572.
Die Geschichte der Mine ist geprägt von der Ausbeutung indigener Arbeitskräfte im Rahmen des mita-Systems sowie von der hohen Sterblichkeit durch Quecksilbervergiftungen.
Ortsführer
Belén Tunnel Entrance16th century
Der wichtigste historische Eingang zur Santa Barbara Mine ist heute aus Sicherheitsgründen versiegelt. Besucher können das originale Tor mit einem kolonialen Emblem betrachten und sich vorstellen, welche gefährlichen Wege die Bergleute früher einschlagen mussten.
Abandoned Mining Equipment Area20th century
Nahe dem Bergwerkseingang können Besucher Relikte moderner Bergbaumachinerie aus den späteren Phasen des Betriebs sehen – ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich die Bergbautechnologie in der Region weiterentwickelte.
Ruins of the Abandoned Mining TownColonial and republican periods
In der Nähe der Mine befinden sich die Überreste einer Bergbausiedlung, in der einst Arbeiter und ihre Familien lebten – darunter eine Kirche, die seit 2006 rekonstruiert wird.