
Ollantaytambo
Cusco
Ollantaytambo ist eine historische Stadt und archäologische Stätte im Heiligen Tal der Inkas, rund 72 km nordwestlich von Cusco, Peru. Auf einer Höhe von 2.792 Metern gelegen, diente es im 15. Jahrhundert als königlicher Landsitz von Kaiser Pachacuti. Er ließ die Stadt und ein zeremonielles Zentrum errichten. Die Anlage zeichnet sich durch eine orthogonale Stadtstruktur aus: Straßen kreuzen sich und bilden Blöcke mit sogenannten Kanchas – von Mauern umschlossenen Gehöften mit Gebäuden rund um Höfe. Terrassen und Bewässerungssysteme zeigen eindrucksvoll die Ingenieurskunst und landwirtschaftlichen Praktiken der Inka. Ollantaytambo spielte außerdem eine entscheidende Rolle während der spanischen Eroberung als Festung für Manco Inca Yupanqui, der die spanischen Truppen im Gefecht von Ollantaytambo 1537 erfolgreich zurückdrängen konnte. Die Stadt ist einzigartig wegen ihrer durchgehenden Besiedlung seit Inka-Zeiten und weil sie einige der ältesten Wohnstätten in Südamerika bewahrt. Heute ist Ollantaytambo eine große Touristenattraktion und ein häufiger Ausgangspunkt für die berühmte Inka-Trail-Wanderung nach Machu Picchu.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Ollantaytambo ist die Trockenzeit von Mai bis September: Dann sind die Himmel meist klarer und das Wandern fällt leichter. Es empfiehlt sich, Eintrittskarten für die archäologische Stätte im Voraus zu kaufen – besonders in der Hochsaison –, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Wegen des unebenen Geländes sollten Besucher bequeme Wanderschuhe tragen und sich an die Höhe gewöhnen. Geführte Touren können das Erlebnis bereichern, indem sie historische Hintergründe liefern. Für Studierende und Senioren sind möglicherweise Ermäßigungen verfügbar. Ein früher Besuch am Morgen hilft, Menschenmengen und Hitze zu umgehen.
Interessante Fakten
- •Ollantaytambo beherbergt einige der ältesten durchgehend bewohnten Wohnstätten in Südamerika.
- •Die Schlacht von Ollantaytambo im Jahr 1537 war ein seltener Inka-Erfolg gegen spanische Konquistadoren – mit einer taktischen Überflutung der Ebenen.
- •Die Terrassen der Stadt umfassen einzigartige, nicht-landwirtschaftliche Stützmauern, die verhindern sollen, dass es zu Erdrutschen kommt – unter Inka-Stätten eher ungewöhnlich.
- •Hiram Bingham III, der Entdecker, der Machu Picchu wiederentdeckte, machte 1911 auf seiner Expedition einen Stopp in Ollantaytambo.
- •Der Name Ollantaytambo leitet sich vermutlich von Aymara-Wurzeln ab und bedeutet „Ort der Beobachtung von oben“, was auf die strategische Lage des Ortes hinweist.
Geschichte
Die menschliche Besiedlung in Ollantaytambo könnte bis zu 3.500 Jahre zurückreichen; Hinweise auf Siedlungen der Huari-Zivilisation finden sich zwischen 600 und 1000 n.
Chr.
Im 15.
Jahrhundert eroberte der Inka-Kaiser Pachacuti die Stadt und baute sie als königlichen Landsitz neu auf.
Dabei entwickelte er umfangreiche Terrassen und Bewässerungssysteme.
Während der spanischen Eroberung diente der Ort als befestigte Festung für Manco Inca Yupanqui, der die spanischen Truppen 1537 in der Schlacht von Ollantaytambo besiegte.
Trotz dieses Sieges zog sich Manco Inca nach Vilcabamba zurück – damit endete Ollantaytambo als Widerstandszentrum.
Später, im Jahr 1540, wurde die einheimische Bevölkerung unter dem Encomienda-System Hernando Pizarro zugeteilt.
In den 1800er-Jahren zogen ausländische Entdecker die Stätte an, und Hiram Bingham III besuchte Ollantaytambo 1911 im Rahmen seiner Suche nach Machu Picchu.
Ortsführer
Hauptplatz und Stadtanlage15. Jahrhundert
Die Stadt ist als orthogonales Raster angelegt: vier längs verlaufende und sieben parallele Straßen, die rund um einen großen Platz angeordnet sind. Historisch war der Platz nach Osten hin offen und wurde von Hallen sowie Wohnblöcken umgeben. Der südliche Teil der Stadt umfasst gleichmäßige Kanchas – von Mauern umschlossene Gehöfte mit vier Gebäuden um einen Innenhof, die die Inka-Stadtplanung besonders gut zeigen.
Terrassen und Bewässerungssysteme15. Jahrhundert
Um Ollantaytambo ziehen sich großflächige landwirtschaftliche Terrassen die Hänge hinauf. Sie wurden mit fortschrittlicher Technik gebaut, um Erdrutsche zu verhindern und den Wasserfluss zu steuern. Bewirtschaftet wurden diese Terrassen von yanakuna – den Gefolgsleuten des Inka-Kaisers – und sie sind bis heute ein markantes Element der Landschaft.
Zeremonielles Zentrum auf Cerro Bandolista15. Jahrhundert
Dieses zeremonielle Inka-Zentrum liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Es umfasst wichtige Anlagen, die für Rituale und Verwaltungsaufgaben in der Hochphase des Imperiums genutzt wurden.
Festung und Gefechtsstätte1537
Während der spanischen Eroberung ließ Manco Inca Yupanqui die Stadt und ihre Zugänge befestigen. So entstand eine defensive Festung. Das Gefecht von Ollantaytambo fand in der Nähe statt: Dort wehrten die Inka 1537 mithilfe von Terrassen und Taktiken mit Überschwemmungen die spanischen Kräfte ab.
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