
Revash-Mausoleen
Amazonas
Die Revash-Mausoleen liegen auf 2.800 Metern Höhe in der Amazonasregion von Peru und sind ein bemerkenswerter Begräbnis-Komplex, der der Chachapoyas-Kultur zugeschrieben wird. Die Mausoleen sind in natürliche oder ausgehöhlte Höhlen entlang einer schmalen Schluchtwand gebaut und bilden kleine, wie Dorfgruppen wirkende Ansammlungen von Wohngebäuden. Jedes Mausoleum besitzt rechteckige Grundrisse, oft mit ein oder zwei Ebenen, sowie symbolische, schräg zulaufende Dächer aus Lehm, Stöcken und Schilfrohr. Diese Dächer waren rein dekorativ, da die Klippe natürlichen Wetterschutz bot. Die Mauern bestehen aus Steinen, die mit Lehmmörtel eingesetzt wurden, und zeigen bemalte Ornamente mit Motiven wie Raubtieren, Kameliden, Menschen sowie zweifarbigen Kreisformen. Daneben finden sich eingeritzte Symbole wie Kreuze und Rechtecke. Diese künstlerischen Elemente verbinden die Mausoleen kulturell mit der Region, doch es sind keine Einflüsse der Inka erkennbar. Die Mausoleen dienten als gemeinschaftliche Grabstätten für angesehene Persönlichkeiten, was durch die im Inneren gefundenen Knochenreste belegt wird. Die Anlage wurde erstmals im 20. Jahrhundert im Detail untersucht und spiegelt die Bestattungsarchitektur namens chullpa wider, die im antiken Peru verbreitet war. Heutige Besucher können die architektonische Raffinesse des Komplexes sowie die erhaltene kulturelle Symbolik in der Felskunst und in der Bauweise bewundern.
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Tipp: Besucher sollten einen Aufstieg von etwa 1,5 Stunden einplanen, der von einem Ausgangspunkt aus beginnt, der per 20-minütiger Fahrt von Hierba Buena erreichbar ist. Die beste Zeit für einen Besuch ist bei trockenem Wetter, um sicherere Bedingungen auf dem Weg zu gewährleisten. Es empfiehlt sich, die Anreise im Voraus zu organisieren und für ein tieferes historisches Verständnis geführte Touren in Betracht zu ziehen. Gegebenenfalls werden Tickets oder Genehmigungen benötigt – daher ist es ratsam, vorher bei lokalen Behörden oder bei Touranbietern nachzufragen. Konkrete Preisangaben liegen nicht vor, aber möglicherweise gibt es Ermäßigungen für Studierende oder Gruppen.
Interessante Fakten
- •Die Mausoleen ähneln winzigen Dörfern an einer Klippenwand – eine seltene Bauform in Südamerika.
- •Die symbolischen, schrägen Dächer wurden mit Lehm und Schilf errichtet, erfüllten jedoch keinen praktischen Zweck zum Wetterschutz, da die natürlichen Höhlen Schutz boten.
- •An den Wänden finden sich bemalte Motive mit Raubtieren, Kameliden und zweifarbigen Kreisen sowie eingeritzte Kreuze und Rechtecke mit unbekannter Bedeutung.
- •Die Mausoleen waren gemeinschaftliche Grabstätten für Eliteangehörige der Chachapoyas-Kultur, keine Einzelgräber.
- •Die Anlage weist architektonische Ähnlichkeiten mit den Felsbewohner-Siedlungen in Colorado, USA, auf, doch diese Gemeinsamkeiten sind zufällig.
Geschichte
Die Revash-Mausoleen gehen ungefähr bis ins 14.
Jahrhundert n.
Chr.
zurück und stehen in Verbindung mit der Chachapoyas-Kultur des nördlichen Peru.
Sie stellen eine Fortsetzung der chullpa-bestattungstradition dar, die in der Zeit des Tiahuanaco-Huari etwa um 1000 n.
Chr.
verbreitet war.
Der Ort wurde erstmals in den späten 19.
und frühen 20.
Jahrhunderten dokumentiert; eine bedeutende archäologische Untersuchung wurde Mitte des 20.
Jahrhunderts von Henry und Paule Reichlen durchgeführt.
Im Laufe der Zeit haben Naturereignisse wie eingestürzte Dächer dazu beigetragen, einige der kulturellen Überreste zu schützen, indem sie sie überdeckten.
Trotz ihrer Antike zeigen die Mausoleen keine Inka-Einflüsse – das unterstreicht die eigenständige kulturelle Identität der Chachapoyas.
Ortsführer
Haupt-Mausoleum-Komplex14. Jahrhundert
Eine Reihe von Wohn- und Begräbnishäusern, die in die steinerne Schluchtwand eingelassen sind. Zu sehen sind rechteckige Bauten mit einem und zwei Stockwerken mit seitlichen Türen sowie bemalte Zierelemente. Besucher können die sorgfältige Bauweise aus Stein und Lehmmörtel sowie die symbolischen Dachformen beobachten.
Felskunst und Wand-Einritzungen14. Jahrhundert
Bemalte und eingeritzte, symbolische Figuren auf den Mauern der Mausoleen umfassen Raubtiere, südamerikanische Kameliden, Menschen, zweifarbige Kreise, Kreuze und Rechtecke. Diese Kunstwerke geben Einblicke in die spirituellen Vorstellungen der Chachapoyas-Kultur.