Pyramiden

Pyramiden

Svalbard and Jan Mayen (NO)

75/10090 min

Pyramiden ist eine ehemalige sowjetische Bergbaustadt auf dem norwegischen Archipel Svalbard. Sie wurde 1910 von Schweden gegründet und 1927 an die Sowjetunion verkauft. Einst war sie eine lebendige Gemeinschaft mit bis zu 2.500 Einwohnern, vor allem Bergleuten aus dem Donbas in der Ukraine. Die Siedlung besitzt in der Nähe einen pyramidenförmigen Berg, von dem sie ihren Namen hat. Pyramiden war besonders bekannt für sein kulturelles Angebot: ein Theater, eine Bibliothek, Ateliers für Kunst und Musik, ein Sportkomplex sowie das nördlichste Lenin-Denkmal der Welt und ein Schwimmbad. Die Bergbauarbeiten wurden 1998 eingestellt, und die Stadt wurde verlassen – die meisten Infrastrukturbauten blieben aufgrund des kalten Klimas erhalten. Seit 2007 werden Anstrengungen unternommen, Pyramiden als Attraktion für Touristen weiterzuentwickeln: Dazu gehören die Renovierung des Haupthotels und die Wiedereröffnung des restaurierten Kinos, das einen Archivbestand mit über 1.000 sowjetischen Filmen beherbergt. Besucher können die erhaltenen Gebäude im Rahmen von geführten Touren erkunden, wobei der Zugang von innen aus Sicherheitsgründen eingeschränkt ist. Die Siedlung ist weiterhin mit dem Boot, mit dem Schneemobil oder per Hubschrauber von Longyearbyen aus erreichbar und wird von dem russischen staatseigenen Unternehmen Arktikugol unterhalten. Pyramiden bietet einen seltenen Einblick in das arktische Leben und die Industriegeschichte zur Zeit der Sowjetunion – ein spannendes Ziel für abenteuerlustige Reisende.

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Tipp: Die beste Zeit, um Pyramiden zu besuchen, sind die Sommermonate, wenn das Wetter milder ist und Betreuungspersonal vor Ort ist, um Touren zu ermöglichen. Besucher sollten geführte Touren im Voraus buchen, insbesondere für den Zugang in die Gebäude und ins Kino. Für den Besuch der Siedlung selbst gibt es keine Einschränkungen, aber der Zugang zu den Gebäuden erfordert eine Erlaubnis, um Sicherheit und Erhalt zu gewährleisten. Übernachten ist im renovierten Pyramiden Hotel möglich, das außerdem ein Museum und einen Souvenirshop beherbergt. Besucher werden gebeten, den empfindlichen Zustand des Geländes zu respektieren, um Vandalismus und Verfall zu verhindern.

Interessante Fakten

  • Pyramiden beherbergt das nördlichste Denkmal für Vladimir Lenin der Welt.
  • Während des Betriebs hatte die Siedlung weltweit das nördlichste Schwimmbad.
  • Ein Archiv mit über 1.000 sowjetischen Filmen wird erhalten und kann im restaurierten Kino angesehen werden.
  • 2019 veranstaltete Pyramiden das weltweit nördlichste Filmfestival – zum 100-jährigen Bestehen des sowjetischen Kinos.
  • Das kalte Klima der Arktis hat seit der Aufgabe einen großen Teil der Infrastruktur und Gebäude in Pyramiden erhalten.

Geschichte

1910

Pyramiden wurde 1910 von Schweden gegründet und 1927 an die Sowjetunion verkauft.

500

Die Stadt entwickelte sich zu einer gut organisierten Bergbausiedlung mit einer Spitzenbevölkerung von rund 2.500 Einwohnern in den 1950er-Jahren.

1998

Die Siedlung arbeitete mehr als fünf Jahrzehnte lang ununterbrochen und förderte bis zu neun Millionen Tonnen Kohle, bis der Bergbau im März 1998 eingestellt wurde.

Die Stadt wurde noch im selben Jahr verlassen und entwickelte sich zu einer Geisterstadt, die vom arktischen Klima konserviert wurde.

2007

Seit 2007 hat eine eingeschränkte Besiedlung wieder begonnen: Betreuungspersonal hält das Gelände instand und restauriert zentrale Einrichtungen für den Tourismus.

2013

2013 wurde das Haupthotel wiedereröffnet – ein neues Kapitel in der Geschichte von Pyramiden als Touristenziel.

Ortsführer

1
Pyramiden Hotel und Museum1910 (original founding)

Das renovierte Hotel dient als Unterkunft für Besucher und beherbergt das Pyramiden Museum, eine Poststelle sowie einen Souvenirshop. Es ist der zentrale Anlaufpunkt für Touristen, die die Siedlung erkunden.

2
Restauriertes KinoMid 20th century

Das Kino wurde wieder vollständig funktionsfähig gemacht und bietet eine Sammlung von rund 650 Filmen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren – darunter Dokumentationen sowie Spielfilme aus der Zeit der Sowjetunion und aus Norwegen. Besucher können Vorstellungen auf Anfrage buchen.

3
Bereich des Kohlebergwerks1955-1998

Das ehemalige Kohlebergwerk war das wirtschaftliche Herz von Pyramiden und lief von 1955 bis zu seiner Schließung 1998. Besucher können die Bergbauinfrastruktur besichtigen und im Rahmen geführter Touren mehr über die industrielle Vergangenheit der Stadt erfahren.

4
Pyramidenförmiger Berg

Der direkt neben der Siedlung liegende Berg gibt Pyramiden seinen Namen. Seine markante pyramidenförmige Gestalt ist ein auffälliges Naturdenkmal, das von der Stadt aus sichtbar ist.