
Urnes-Stabkirche
Sogn og Fjordane
Die Urnes-Stabkirche liegt bei Ornes am Lustrafjorden in Norwegen und zählt zu den ältesten Stabkirchen des Landes. Teile ihres Holzes reichen bis in das späte 11. Jahrhundert zurück. Um 1130 herum erbaut, zeigt die Kirche den Grundriss einer langgezogenen Basilika nach mittelalterlich-christlichem Vorbild: Im Inneren stehen zylindrische Säulen und halbrunde Bögen. Die hölzernen Schnitzereien – vor allem am Nordportal – stehen für den Urnes-Stil. Dieser verbindet wikingische Tierornamentik mit christlicher Symbolik und spiegelt den kulturellen Übergang in dieser Zeit wider. Im Kircheninneren ist sie reich verziert: Geschnitzte Kapitelle zeigen Motive aus Mensch, Tier und Pflanze; außerdem beherbergt sie mittelalterliche liturgische Gegenstände. Die Bausubstanz verwendet wiederverwendete Materialien von früheren Kirchen an derselben Stelle, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Die Kirche wird seit 1881 von der Society for the Preservation of Norwegian Ancient Monuments erhalten und wurde 1979 zum UNESCO-Welterbe ernannt. Heute ist sie weiterhin ein bedeutendes Kultur- und Architekturdenkmal und zieht jährlich tausende Besucher an. Aktuell wurden Maßnahmen eingeführt, um die Besucherzahlen zu steuern und den Ort zu bewahren.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Urnes-Stabkirche sind die wärmeren Monate, wenn das Wetter eine angenehme Erkundung vor Ort ermöglicht. Aufgrund ihrer Beliebtheit und der begrenzten täglichen Besucherkapazität wird empfohlen, Tickets oder Führungen im Voraus zu buchen. Gruppenbesuche erfordern eine Reservierung, und es gibt Einschränkungen für die Ankunft von Bussen, um Staus zu reduzieren. Besucher sollten auf der offiziellen Website die aktuellsten Öffnungszeiten und Besucherhinweise prüfen. Gegebenenfalls gibt es Ermäßigungen für bestimmte Gruppen, konkrete Preise werden jedoch nicht veröffentlicht. Während des Besuchs ist es wichtig, die Regeln zur Erhaltung der Stätte zu respektieren.
Interessante Fakten
- •Die Urnes-Stabkirche gilt als die älteste noch erhaltene Stabkirche in Norwegen – mit datiertem Holz von 1048–1064.
- •Die Schnitzereien am Nordportal zählen zu den letzten bekannten Beispielen wikingischer Tierornamentik, bekannt als Urnes-Stil.
- •Die Kirche hat hölzerne Elemente wiederverwendet, die zuvor von zwei älteren Kirchen stammten, die an derselben Stelle standen.
- •Sie war eine der ersten norwegischen Stätten, die 1979 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden.
- •Die Besucherzahlen sind streng begrenzt, um den Ort zu schützen: maximal etwa 400 Besucher pro Tag.
- •Das Design der Kirche beeinflusste spätere Stabkirchen und Brücken, da es christliche Architektur-Elemente mit Formen der Wikingerkunst verbindet.
Geschichte
Die Urnes-Stabkirche wurde um 1130 errichtet.
Dabei wurden Materialien von mindestens zwei früheren Kirchen verwendet, die ebenfalls bis ins 11.
Jahrhundert zurückreichen – ein Hinweis auf die lange bestehende religiöse Bedeutung des Ortes.
Archäologische Ausgrabungen in den 1950er-Jahren legten Pfostenlöcher und Gräber aus diesen Vorgängerbauten frei.
Die Kirche spiegelt die Übergangszeit von der Wikingerreligion zum Christentum wider: Ihre Dekorationen vereinen Motive beider Traditionen.
Die Trägerschaft wurde 1881 an die Society for the Preservation of Norwegian Ancient Monuments übertragen.
1979 gehörte sie zu den ersten UNESCO-Welterbestätten in Norwegen.
Jüngere dendrochronologische Studien haben die Datierung ihres Holzes präzisiert und bestätigt, dass Teile bis ins späte 11.
Jahrhundert zurückreichen.
Ortsführer
Nordportal12. Jahrhundert
Das Nordportal zeigt kunstvolle Holzschnitzereien im Urnes-Stil: Dazwischen verflochtene Tiere symbolisieren die Verschmelzung von Wikingerkunst und christlichen Themen. Es gilt als eines der besten Beispiele für wikingische Tierornamentik.
Langhaus und Säulen12. Jahrhundert
Das Langhaus der Kirche ist ein erhöhtes, zentrales Raumsystem, das von Seitengängen umgeben ist. Es wird von 16 großen hölzernen Stabstützen sowie zylindrischen Säulen getragen, deren kubische Kapitelle mit Motiven von Mensch, Tier und Pflanzen geschnitzt sind – mit Symbolik, die Wikinger- und christliche Vorstellungen vereint.
Innendekoration und liturgische GegenständeVerschiedene (12. bis 17. Jahrhundert)
Das Kircheninnere ist reich verziert und beherbergt zahlreiche liturgische Gegenstände, die historisch für den Gottesdienst genutzt wurden. Dazu zählen unter anderem ein Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert, ein Altarziborium, eine Kanzel und ein Altargemälde, das Christus am Kreuz mit der Jungfrau Maria und Johannes dem Täufer zeigt.
Kontakt
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