
Lom-Stabkirche
Innlandet
Die Lom-Stabkirche, im Ort Fossbergom in Innlandet, Norwegen gelegen, ist eine bemerkenswerte hölzerne Stabkirche, die um 1170 errichtet wurde. Sie zählt zu den ältesten norwegischen Stabkirchen und ist vor allem wegen ihres Dreischiff- bzw. Dreinavendesigns bekannt: Freistehende innere Säulen tragen den erhöhten Deckenabschnitt über dem Hauptschiff. Ursprünglich verfügte die Kirche über einen offenen Außengang und einen Langhausgrundriss, wurde jedoch bei umfangreichen Renovierungsarbeiten im 17. Jahrhundert zu einem kreuzförmigen Grundriss umgebaut, die der Baumeister Werner Olsen leitete. Charakteristisch sind die mittelalterlichen Drachenkopfdekorationen auf dem Dach; die Originale werden in einem lokalen Museum aufbewahrt. Etwa 350 Personen finden in der Kirche Platz, sie ist bis heute eine aktive Pfarrkirche. Archäologische Ausgrabungen brachten Reste einer hölzernen Pfostenkirche aus dem 11. Jahrhundert unter der heutigen Anlage zutage sowie tausende Münzen und Gräber aus früheren Zeiträumen. Außerdem spielte die Kirche eine bedeutende Rolle bei den norwegischen Nationalwahlen von 1814: Sie diente als Wahllokal. Heute ist die Lom-Stabkirche ein kultureller Schatz – in der Sommerzeit ist sie täglich für Besucher geöffnet, damit man sich die beeindruckende Architektur und die historische Bedeutung in Ruhe ansehen kann.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Lom-Stabkirche ist die Sommersaison: Dann ist sie täglich geöffnet und Führungen werden ohne vorherige Buchung angeboten. Besuchen Sie möglichst eine dieser Touren, um die Architektur und die Geschichte der Kirche in vollem Umfang zu würdigen. Tickets können oft vor Ort gekauft werden, und Gruppenbesuche sind willkommen. Um Menschenmengen zu vermeiden und ein ruhigeren Erlebnis zu haben, empfiehlt sich ein Besuch am frühen Tag. Die dunkel geteerte Außenfassade ist das Ergebnis aktueller Konservierungsmaßnahmen – nehmen Sie also eine Kamera mit, um das besondere Erscheinungsbild festzuhalten. Aufgrund der historischen Bodenbeläge und der Umgebung wird bequemes Schuhwerk empfohlen.
Interessante Fakten
- •Die Lom-Stabkirche bewahrt eines der wenigen originalen mittelalterlichen Drachenkopfschnitzereien auf ihrem Dach – das Original befindet sich heute in einem Museum.
- •Die Kirche diente 1814 als Wahllokal für die ersten nationalen Wahlen Norwegens.
- •Bei archäologischen Ausgrabungen wurden über 2.000 Münzen unter den Kirchenböden entdeckt.
- •Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche mit traditioneller Stabkonstruktion erweitert, um die architektonische Einheitlichkeit zu wahren.
- •Die Lom-Stabkirche fasst ungefähr 350 Personen und zählt damit zu den größten Stabkirchen Norwegens.
Geschichte
Die erste Kirche in Lom war eine kleine hölzerne Pfostenkirche, die im 11.
Jahrhundert errichtet wurde; archäologische Belege wurden unter dem heutigen Bauwerk gefunden.
Um 1160–1170 wurde sie durch die heutige Stabkirche ersetzt, die mit Bauholz errichtet wurde, das 1157–1158 gefällt worden war.
Im 17.
Jahrhundert erhielt die Kirche umfangreiche Renovierungen: Dazu gehörte die Entfernung der offenen Außengänge sowie der Ausbau zu einem kreuzförmigen Grundriss unter dem Baumeister Werner Olsen.
Die Kirche diente als Wahllokal bei den Wahlen zur Norwegischen Verfassungsversammlung 1814 und damit als Teil der Geschichte des Landes.
Weitere Restaurierungen fanden im 20.
Jahrhundert statt, darunter eine bedeutende archäologische Ausgrabung im Jahr 1973, bei der zahlreiche Funde und Gräber zutage kamen.
Ortsführer
Hauptschiff und innere Säulen1170
Das Dreinavendesign wird von freistehenden inneren Säulen getragen, die den erhöhten Deckenabschnitt stützen – ein typisches Merkmal der Architektur der Kirche.
Drachenkopfdeko auf dem DachMittelalter
Die Kirche zeigt geschnitzte Drachenköpfe auf ihrem Dach; die originalen mittelalterlichen Stücke wurden in den 1950er-Jahren durch Kopien ersetzt, um sie im Museum bewahren zu können.
Kreuzförmige Erweiterung im 17. Jahrhundert1663
1663 führte Baumeister Werner Olsen Renovierungsarbeiten durch: Er entfernte die offenen Außengänge und ergänzte Querschiff-Flügel, wodurch der Grundriss der Kirche eine kreuzförmige Gestalt erhielt.
Sakristei an der Nordseite1663
Die 1663 im Zuge der Renovierung ergänzte Sakristei befindet sich auf der Nordseite des Chors und erfüllt liturgische Aufgaben.
Archäologische Ausgrabungsstätte1973
Bei Ausgrabungen unter der Kirche wurden 1973 Funde entdeckt, darunter tausende Münzen, sowie Hinweise auf den früheren Kirchenbau des 11. Jahrhunderts.
Kontakt
Telefon: 48 16 55 29