
Giethoorn
Overijssel
Giethoorn ist ein malerisches Dorf in der niederländischen Provinz Overijssel, bekannt für sein weit verzweigtes Netz aus Kanälen und über 176 Brücken. Oft als „Venedig der Niederlande“ betitelt, bietet es ein besonderes Erlebnis: Wasserbasierter Transport ist im alten Ortskern die wichtigste Art, sich fortzubewegen. Die Seen und Kanäle des Dorfs entstanden im Laufe von Jahrhunderten durch Torfabbau und formten so die unverwechselbare aquatische Landschaft. Traditionelle Bauernhäuser mit Reetdach, besonders die charakteristischen Bultrug-Bauernhäuser mit ihren erhöhten Scheunen, säumen die Kanäle. Viele davon liegen auf kleinen Inseln, die über hölzerne Fußstegbrücken miteinander verbunden sind. Historisch war Giethoorn ein Ort, der vom Torfabbau lebte; um die Mitte des 18. Jahrhunderts wechselte man jedoch zur Rinderzucht. Heute ist das Dorf ein beliebtes Touristenziel, das vor allem Menschen anzieht, die Boot fahren, auf den ausgewiesenen Wegen radeln und die stille Natur erkunden möchten. Internationale Aufmerksamkeit erhielt Giethoorn, nachdem 1958 der niederländische Film „Fanfare“ dort gedreht wurde – ein weiterer Meilenstein für den Ruf des Ortes. Die friedliche Atmosphäre von Giethoorn, das Fehlen von Straßen im alten Dorfzentrum und die starke Dominanz der Wasserwege schaffen ein einzigartiges kulturelles und natürliches Erbe, das Besucher aus aller Welt begeistert.
Planen Sie Ihre Reise nach Niederlande mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Giethoorn sind Frühling und Sommer, wenn das Wetter angenehm ist und die Kanäle mit Booten besonders lebendig wirken. Besucher sollten empfehlen, Bootsverleihe oder geführte Touren im Voraus zu buchen, vor allem an Wochenenden und in den Ferien, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Auch wenn das Dorf historisch weitgehend autofrei war, gibt es heute zwar einige Ausnahmen – am authentischsten ist es aber, sich per Boot oder Fahrrad fortzubewegen. Viele Brücken sind in Privatbesitz, daher bitte respektvoll mit Privatgrundstücken umgehen. Je nach Angebot können Ermäßigungen für Gruppentouren oder in der Nebensaison verfügbar sein. Aufgrund der wasserreichen Umgebung werden bequeme Wanderschuhe und wasserdichte Kleidung empfohlen.
Interessante Fakten
- •Giethoorn hat über 176 Brücken, die die vielen Kanäle und kleinen Inseln miteinander verbinden.
- •Das Dorf wird oft als „Venedig der Niederlande“ bezeichnet, weil es über ein dichtes Netz an Wasserwegen verfügt und der Transport vor allem per Boot erfolgt.
- •2015 wurde Giethoorn aus 182 weltweiten Kandidaten ausgewählt, um in der internationalen Ausgabe des Monopoly-Spielbretts zu erscheinen.
- •Das traditionelle Boot, das in Giethoorn verwendet wird, heißt „punter“ und wird mit einer Stange namens „punterboom“ angetrieben.
- •Im historischen Ortskern gab es keine Straßen: Der gesamte Transport erfolgte über die Kanäle.
Geschichte
Giethoorn wurde erstmals 1225 in historischen Aufzeichnungen erwähnt und entstand als Siedlung für den Torfabbau.
Die Seen und Kanäle des Dorfs wurden durch Torfgewinnung geschaffen und prägten so die charakteristische Wasserlandschaft.
Im Laufe der Jahrhunderte verlagerte sich die Siedlung nach und nach nach Osten, wobei die letzte größere Umsiedlung im 17.
Jahrhundert in den heutigen Bereich rund um die Dorpsgracht erfolgte.
Um etwa 1750 verlagerte Giethoorn seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt vom Torfabbau auf die Rinderzucht.
Eine lange Zeit war das Dorf weitgehend ohne Straßen, vor allem wurde der Transport über Boote abgewickelt.
Bis 1973 war Giethoorn eine eigenständige Gemeinde, dann fusionierte es mit Brederwiede, das später 2001 Teil von Steenwijkerland wurde.
Ortsführer
Dorpsgracht
Der zentrale Kanal von Giethoorn, um den sich das alte Dorf herum erstreckt. Entlang des Ufers stehen traditionelle Bauernhäuser, und zahlreiche hohe hölzerne Brücken führen über das Wasser. Sie wurden so gebaut, dass wartende „punters“ und mit Heu beladene Boote darunter hindurchfahren können.
Bultrug-Bauernhäuser
Die charakteristischen Bauernhäuser von Giethoorn heißen Bultrug, weil sie diese markante „Buckel“-Form haben: Die Scheune liegt höher als die Wohnbereiche. Das spiegelt die traditionelle ländliche Architektur der Niederlande wider.
Hohe Holzbrücken
Über 176 Brücken überspannen die Kanäle von Giethoorn. Viele davon sind in Privatbesitz und besonders hoch gebaut, damit Boote mit stehenden „punters“ und hohen Heuladungen darunter durchfahren können, ohne dass es zu Behinderungen kommt.