Markiezenhof

Noord-Brabant

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Der Markiezenhof ist ein beeindruckender spätgotischer Stadtsitz in Bergen op Zoom in der niederländischen Provinz Noord-Brabant. Er wurde 1485 unter der Leitung der Mecheler Architekten Antoon I Keldermans und Rombout II Keldermans errichtet und diente als Wohnsitz der Herren und später der Markgrafen von Bergen op Zoom. Das Palais sollte die wachsende Bedeutung der Stadt als Handelszentrum widerspiegeln und besitzt eine markante Fassade mit einer roten Fensterbucht. Fertiggestellt wurde es 1511 – und wurde damit zu einem der schönsten spätgotischen Stadtschlösser in ganz Westeuropa. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr der Markiezenhof mehrere Umbauten, darunter Modernisierungen im 17. Jahrhundert durch François Egon de la Tour d'Auvergne, der Arkaden und Turm veränderte. Nach der Abschaffung der Markgrafschaft 1795 wurde das Gebäude als Militärkrankenhaus und später als Kaserne genutzt und verfiel zusehends. Die Restaurierungsarbeiten begannen in den 1960er-Jahren und machten unter anderem die ursprünglichen Architektur-Elemente wie die Arkaden und den Palastturm wieder sichtbar. Heute betreibt der Markiezenhof ein Museum, das die Lebensweise der Markgrafen zeigt – in seinen vier Stilzimmern mit Ausstellungsstücken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Zu den Höhepunkten zählen der monumentale Christoffel-Kamin mit 15.000 kg aus dem Jahr 1521, ein detailliertes Modell von Bergen op Zoom aus dem Jahr 1747 sowie Ausstellungen über historische Jahrmärkte und Märkte. Außerdem beherbergt das Gebäude den symbolischen Zeeridder-Windfahnenkopf: eine Figur, halb Mensch und halb Fisch, die die Tradition sowie die Kunstfertigkeit der Stadt verkörpert. Zusammen mit der Onze Lieve Vrouwekapel bildet der Markiezenhof ein nationales Denkmal und gehört zum Top 100 des niederländischen Monumentenfonds „Dutch Monument Care Service“.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch im Markiezenhof sind die saisonalen Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen, die häufig von Frühling bis Herbst laufen. Es empfiehlt sich, vor der Planung einen Blick auf die offizielle Website zu werfen, um aktuelle Ausstellungen und besondere Programmpunkte zu prüfen. Tickets können im Voraus gekauft werden; für Gruppen, Kinder und Schulen gibt es Ermäßigungen. Bitte beachten: Das Museum Café ist derzeit geschlossen, planen Sie entsprechend. Geführte Touren mit Stadtführerinnen und Stadtführern geben noch tiefere Einblicke in die reiche Geschichte und Architektur des Palastes und machen den Besuch dadurch noch spannender.

Interessante Fakten

  • Der Christoffel-Kamin im Hofzaal wiegt etwa 15.000 Kilogramm und wurde im frühen 16. Jahrhundert in Einzelteilen per Schiff von Mechelen nach Bergen op Zoom transportiert.
  • Seit 1523 ist der Zeeridder – eine Figur aus halb Mensch, halb Fisch – als Windfahne auf dem Palastturm im Einsatz und ist ein Symbol der Stadt sowie des Markiezenhofs.
  • Ein detailliertes Modell von Bergen op Zoom aus dem Jahr 1747 ist im Vestingzaal zu sehen; das Original befindet sich im Musée des Plans-Reliefs in Paris.
  • Der Markiezenhof und die Onze Lieve Vrouwekapel bilden gemeinsam ein nationales Denkmal, das seit 1990 zum Top 100 des niederländischen Monumentenfonds „Dutch Monument Care Service“ gehört.
  • Der Palast wurde nach der Abschaffung der Markgrafschaft 1795 durch die französische Armee als Militärkrankenhaus genutzt und später als Kaserne – was zu seinem Verfall vor den Restaurierungsarbeiten führte.

Geschichte

1485

Der Markiezenhof wurde 1485 als Wohnsitz der Herren von Bergen op Zoom errichtet, entworfen von der Architektenfamilie Keldermans.

1511

1511 wurde er fertiggestellt, erfuhr jedoch im späten 17.

Jahrhundert unter François Egon de la Tour d'Auvergne einschneidende Veränderungen – er modernisierte Teile des Palais.

1795

Die Markgrafschaft wurde 1795 abgeschafft; anschließend wurde der Palast von der französischen Armee beschlagnahmt und als Militärkrankenhaus genutzt, später als Kaserne.

Im 19.

und frühen 20.

Jahrhundert verfiel das Gebäude zusehends.

1987

Die Restaurierung begann in den 1960er-Jahren und mündete in eine große Wiedereröffnung durch Königin Beatrix im Jahr 1987.

2008

Weitere Renovierungen fanden zwischen 2008 und 2009 statt, darunter die Überarbeitung der Stilzimmer.

Ortsführer

1
Hofzaal und Christoffel-Kamin1521
Rombout II Keldermans

Der Hofzaal war die große Halle, in der die Markgrafen besonders angesehene Gäste empfingen. Er beherbergt den monumentalen Christoffel-Kamin aus dem Jahr 1521: aus hartem Stein gefertigt von Rombout II Keldermans. Der Kamin enthält heraldische Symbole wie das Wappen von Jan III, den Heiligen Christophorus sowie Banner mit dem Habsburger Adler und dem burgundischen Kreuz.

2
Stijlkamers (Stilzimmer)16th to 18th century

Vier Stilzimmer, ausgestattet mit Möbeln, dekorativen und nützlichen Gegenständen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Zu den bemerkenswerten Räumen gehören das Henriëttekamer und das Theodoorkamer, die Porträts früherer Markgrafen zeigen – ein spannender Einblick in Lebensweise und Stand der Bewohner.

3
Vestingzaal und Bergen-op-Zoom-Modell1747

Der Vestingzaal beherbergt eine detailreiche Replik des Bergen-op-Zoom-Modells von 1747 – sie zeigt den Übergang von mittelalterlichen Befestigungen zu modernen Verteidigungsanlagen. Das Originalmodell ist in Paris im Musée des Plans-Reliefs aufbewahrt.

4
Kermis-Ausstellung16th century

Die Ausstellung befindet sich im zweiten Stock und rekonstruiert einen Markt und einen Jahrmarkt aus dem 16. Jahrhundert – inklusive anatomischem Kabinett, eines Kinomatographen (Cinematograph) und einer Miniatur-Jahrmarktszene. So werden lokale Traditionen und das gesellschaftliche Leben der damaligen Zeit besonders anschaulich gemacht.

5
Zeeridder-Ausstellung in der Blauwe Zaal2019 (exhibit)
Ward Warmoeskerken and Gotscha Lagidse

Der Zeeridder – eine halb menschliche, halb fischartige Figur, die seit 1523 als Windfahne auf dem Palastturm dient – ist im Inneren des Palastes in der Blauwe Zaal zu sehen. Dieses Symbol steht für die Geschichte und Kunst von Bergen op Zoom und entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Kostüm-/Kleiderkünstler Ward Warmoeskerken und dem Waffenschmied Gotscha Lagidse.

Kontakt

Telefon: 0164 277 077