Synagoge Groningen
Groningen
Die 1906 erbaute Synagoge Groningen ist ein bedeutendes jüdisches religiöses und kulturelles Gebäude in der Folkingestraat 60 in Groningen (Niederlande). Entworfen von den Architekten Tjeerd Kuipers und Ytzen van der Veen, zeigt sie einen charakteristischen neo-morischen Baustil mit orientalischen Hufeisen- und sogenannten Keilfensterbögen (Schlüssellochbögen) und greift Einflüsse der Neuen Synagoge in Berlin sowie der Semper Synagoge in Dresden auf. Das Gebäude besitzt einen basilikaähnlichen Grundriss mit Langhaus, Querschiff, Apsis und zwei Seitenschiffen, die ein hölzernes Tonnengewölbe aus Holz tragen. Die Außenansicht ist geprägt von zwei runden Zwillingsturmspitzen, die oft mit Minaretten von Moscheen verglichen werden, sowie von einem farbenfrohen Rosettenfenster aus Buntglas mit einem Davidstern. Innen ist die Synagoge reich verziert mit olivgrünen und leuchtend roten Backsteinflächen, Friesen-Majolika-Kachelverkleidung und griechischen Ornamenten. Das Innere ist in einen Männer- und einen Frauenbereich gegliedert, wobei sich darüber Emporen befinden. Ursprünglich ersetzte sie eine kleinere Synagoge von 1756 an derselben Stelle und diente der jüdischen Gemeinde bis 1942, als sie während des Zweiten Weltkriegs von den nationalsozialistischen Besatzern geschlossen wurde. Später wurde das Gebäude umgenutzt und dann 1952 verkauft, nachdem die jüdische Bevölkerung stark dezimiert worden war. Seit 1981 wird die Synagoge für Gottesdienste und kulturelle Nutzung restauriert – unter anderem mit einer 2021 eröffneten Dauerausstellung, die jüdische Kultur und die Geschichte der jüdischen Gemeinden in Groningen beleuchtet. Die Synagoge bleibt in der Stadt ein Symbol für jüdische Emanzipation und kulturelles Erbe und zieht Besucherinnen und Besucher zu Führungen, Ausstellungen und Bildungsprogrammen an.
Planen Sie Ihre Reise nach Niederlande mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besucherinnen und Besucher werden ermutigt, geführte Touren im Voraus zu buchen, um die Architektur und Ausstellungen der Synagoge in vollem Umfang zu würdigen. Die beste Zeit für einen Besuch ist während der regulären Öffnungszeiten – insbesondere außerhalb der Wintermonate, wenn die Zeiten gegebenenfalls eingeschränkt sind. Möglicherweise gibt es Rabatte oder Gruppenpreise. Die Dauerausstellung bietet zweisprachige Texte auf Niederländisch und Englisch für internationale Gäste.
Interessante Fakten
- •Die Synagoge ist das letzte und zugleich ausgefallenste Beispiel des Neo-Moorisch-Stils in den Niederlanden.
- •Ihr Entwurf wurde inspiriert durch die Neue Synagoge in Berlin und die Semper Synagoge in Dresden, die Architekt Tjeerd Kuipers besuchte.
- •Das Gebäude besitzt zwei markante, runde Kuppeltürme, die oft mit Minaretten von Moscheen verglichen werden.
- •Im Inneren findet sich ein hölzernes Tonnengewölbe aus verzierten Holzlatten, die in Gewölbeabschnitten angeordnet sind.
- •Zwei der vier ursprünglichen rituellen Bäder (Mikwen/“mikvahs”) aus dem benachbarten Rabbinate-Gebäude aus dem Jahr 1890 sind weiterhin sichtbar.
- •In der Synagoge finden über 600 Menschen Platz, mit getrennten Bereichen für Männer und Frauen.
- •Während des Zweiten Weltkriegs wurden wertvolle Tora-Rollen und liturgische Gegenstände in einem Tresorraum einer Bank versteckt, um sie vor der Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten zu schützen.
Geschichte
Die Synagoge Groningen wurde 1906 errichtet, um eine frühere Synagoge aus dem Jahr 1756 zu ersetzen, die zu klein geworden und baufällig war.
Sie spiegelte die jüdische Emanzipation und das wachsende Gemeindeleben in Groningen im 19.
Jahrhundert wider.
Das Gebäude wurde 1942 im Zweiten Weltkrieg von nationalsozialistischen Behörden geschlossen und zur Lagerung genutzt.
Nach dem Holocaust, bei dem über 93% der jüdischen Bevölkerung von Groningen ums Leben kamen, wurde die Gemeinde drastisch dezimiert.
Aufgrund von Unterhaltskosten und einer kleineren Gemeinde wurde die Synagoge 1952 verkauft.
1981 wurde sie restauriert und für den Gottesdienst neu geweiht; heute dient sie außerdem als Museum und Kulturzentrum.
Ortsführer
Haupträume (Main Sanctuary)1906
Der zentrale Gebetsraum verfügt über ein hölzernes Tonnengewölbe, das von Seitenschiffen getragen wird, mit einem reich verzierten Innenraum, darunter olivgrüne und leuchtend rote Backsteinwände, Friesen-Majolika-Kacheln sowie griechische Ornamente. Der Raum ist in einen Männerbereich im unteren Bereich und eine Frauenempore darüber gegliedert, getrennt durch ein Geländer. In der Apsis befinden sich der Heilige Aron (Heilige Lade) und die Bima, die Plattform für das Vorlesen aus der Tora.
Außenfassade und Türme1906
Die nach Westen ausgerichtete Hauptfassade zeigt ein zentrales Portal, flankiert von zwei Seitenportalen mit Balkonen und Balustraden. Dahinter liegen quadratische Türme, die nach oben hin schmaler werden und in achteckige Formen übergehen – gekrönt von bauchigen Kuppeln und offenen Laternen. Das Rosettenfenster mit dem Davidstern bringt farbiges Licht in das Innere.
Rabbinate-Gebäude und rituelle Bäder1890
Neben der Synagoge auf der Seite der Nieuwstad liegt das ältere Rabbinate-Gebäude, das 1890 erbaut wurde und vier rituelle Bäder (Mikwen/“mikvahs”) umfasst – von denen zwei für die Besichtigung zugänglich sind. Diese Bäder waren für die traditionellen jüdischen Reinigungsrituale von entscheidender Bedeutung.
Kontakt
Telefon: 050 312 3151