
Oldehove
Fryslân
Die Oldehove ist ein beeindruckender schiefer und unvollendeter Kirchturm im mittelalterlichen Zentrum von Leeuwarden, Friesland, Niederlande. Ursprünglich stand er auf einem künstlichen Hügel, dem sogenannten terp, auf dem im späten 9. Jahrhundert eine katholische Kirche mit dem Schutzpatron Saint Vitus errichtet wurde. Der Bau des spätgotischen Turms begann 1529 – mit dem Ziel, die Höhe der Martinitoren in Groningen zu übertreffen. Doch während der Bauarbeiten begann der Turm sich zu neigen, und obwohl man versuchte, dies zu korrigieren, wurde das Bauvorhaben etwa 1532–1533 eingestellt. Die anliegende Kirche wurde bis zum späten 16. Jahrhundert abgerissen, sodass nur der Turm stehen blieb. Der Turm wurde hauptsächlich aus Ziegeln und Bentheimer Sandstein gebaut. Mit seinen 39 Metern Höhe hat er 183 Stufen und neigt sich rund 2 Meter horizontal von seinem Mittelpunkt. Er beherbergt zwei historische Glocken, die im 17. Jahrhundert gegossen wurden, sowie eine mechanische Uhr aus dem Jahr 1911, die noch immer wöchentlich aufgezogen wird. Heute ist die Oldehove ein Rijksmonument und Hüterin des kulturellen Erbes von Leeuwarden – ein Symbol für mittelalterlichen Ehrgeiz und architektonische Herausforderungen.
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Tipp: Besucher sollten idealerweise im Frühling und Sommer kommen, wenn das Wetter angenehm ist, und die Aussicht vom Turm genießen. Es wird empfohlen, die Tickets im Voraus zu kaufen – besonders in den Hauptreisezeiten. Der Turm bietet Ermäßigungen für Gruppen und Senioren. Beachten Sie, dass der Turm 183 Stufen hat und keinen Aufzug besitzt; daher sind bequeme Schuhe ratsam. In der Nähe bietet das Historisch Centrum Leeuwarden zusätzlichen historischen Kontext.
Interessante Fakten
- •Die Oldehove neigt sich etwa 4,2 Grad von der Senkrechten und ist damit ein berühmter Schief- beziehungsweise Schiefstandsturm, auch wenn sie in der Region nicht die am stärksten geneigte ist.
- •Sie beherbergt die schwerste Glocke in Friesland mit 5.670 kg, gegossen von Hans Falck im Jahr 1633.
- •Die Uhr des Turms, 1911 in Amsterdam hergestellt, wird noch immer manuell jede Woche aufgezogen – eine Seltenheit unter Kirchtürmen.
- •Der Turm sollte die Martinitoren in Groningen übertreffen, wurde jedoch wegen seiner Neigung nie fertiggestellt.
- •Die ursprüngliche Kirche stürzte 1576 bei einem Sturm ein, was schließlich zum Abriss führte – es blieb nur der Turm stehen.
Geschichte
Der Standort der Oldehove reicht bis ins späte 9.
Jahrhundert zurück, als erstmals eine katholische Kirche, die Saint Vitus gewidmet war, auf einem terp errichtet wurde.
Um 1000 n.
Chr.
stand hier eine kleine Kirche, die etwa um 1100 vergrößert wurde.
Im 13.
Jahrhundert entstanden Pläne für eine größere Kirche, von der jedoch nur das Fundament gelegt wurde.
Nach 1435 wurde eine dreischiffige Saint-Vitus-Kirche gebaut.
1529 begann man mit dem Bau eines breiten Turms, der höher sein sollte als die Martinitoren in Groningen.
Der Turm begann sich zu neigen, als er erst zehn Meter hoch war, wodurch der Bau bis 1532–1533 eingestellt wurde.
Die Kirche stürzte 1576 bei einem Sturm ein und wurde bis 1595 abgerissen, sodass nur der Turm erhalten blieb.
Das Kirchengebäude wurde vollständig bis 1706 entfernt.
Ortsführer
Der Turmaufbau1529-1532
Der 39 Meter hohe spätgotische Turm ist vor allem aus Ziegeln gebaut, mit Akzenten aus Bentheimer Sandstein. Er hat 183 Stufen bis nach oben. Durch die Neigung ist der Turmkörper dabei um etwa 2 Meter horizontal versetzt. Besucher können auf den Turm steigen und Leeuwarden von oben aus der Vogelperspektive betrachten.
Historische Glocken1633 und 1637
Der Turm beherbergt zwei Glocken: eine große Glocke, die 1633 von Hans Falck gegossen wurde und 5.670 kg wiegt, sowie eine kleinere Glocke, die 1637 von Jacob Noteman gegossen wurde und etwa 2.000 kg wiegt. Diese Glocken sind noch in Gebrauch und tragen zur historischen Atmosphäre des Turms bei.
Mechanische Turmuhr1911
Die Turmuhr befindet sich im ersten Stock und wurde 1911 in Amsterdam hergestellt. Sie ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil sie noch immer wöchentlich manuell aufgezogen wird – anders als die meisten Kirchturmuhrwerke, die inzwischen elektrifiziert sind. Der Uhrmechanismus schlägt die Glocken alle halbe Stunde.