Camp Westerbork

Camp Westerbork

Drenthe

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Camp Westerbork liegt in der Provinz Drenthe im Nordosten der Niederlande und diente im Zweiten Weltkrieg als nationalsozialistisches Durchgangslager. Ursprünglich wurde es 1939 vom niederländischen Staat als Flüchtlingslager für deutsche und österreichische Juden eingerichtet, die vor der nationalsozialistischen Verfolgung flohen. Nach der deutschen Invasion im Jahr 1940 wurde es umgewidmet. Ab 1942 fungierte es als Sammel- und Zwischenstation für die Deportation von Juden, Sinti und Roma in Vernichtungslager wie Auschwitz und Sobibór. Das Lager war vergleichsweise klein und umfasste rund 50 Hektar. Es gab 200 miteinander verbundene Cottages für Familien sowie Baracken für einzelne Häftlinge. Obwohl es ein Durchgangslager war, schufen die Nazis eine Illusion von Normalität mit kulturellen Aktivitäten, einer Schule, einem Orchester und sogar Restaurants. Zu den bekanntesten Gefangenen gehörten Anne Frank und Etty Hillesum, die ihre Erlebnisse in Tagebüchern festhielten. Das Lager wurde von einer Mischung aus deutschen SS-Offizieren und jüdischen Häftlingen mit Verwaltungsaufgaben geleitet. Von Westerbork wurden über 97.000 Menschen deportiert, die meisten von ihnen kamen im Holocaust ums Leben. Heute ist das Gelände eine Gedenkstätte und ein Museum, das der Erinnerung an die Betroffenen sowie ihren Geschichten aus der tragischen Lagergeschichte gewidmet ist.

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Tipp: Besucherinnen und Besucher werden gebeten, die offizielle Website für die aktuellen Öffnungszeiten zu prüfen und darüber nachzudenken, an geführten Rundgängen über das Lagergelände teilzunehmen, um ein umfassenderes Verständnis zu bekommen. Die beste Zeit für einen Besuch ist im Frühling und im Herbst, wenn die Wetterbedingungen milder sind. Es wird empfohlen, Tickets im Voraus für Sonderausstellungen oder Veranstaltungen zu kaufen. Das Museum bietet Aktivitäten und Vorträge, darunter auch Programme, die speziell für Kinder zugeschnitten sind. Für Gruppen, Studierende und Seniorinnen und Senioren können Ermäßigungen verfügbar sein. Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln und zur Barrierefreiheit finden sich auf der offiziellen Website.

Interessante Fakten

  • Zwischen 1942 und 1944 wurden ungefähr 97.776 Juden, Sinti und Roma aus Westerbork deportiert.
  • Anne Frank war fast einen Monat lang in Westerbork inhaftiert, bevor sie nach Auschwitz deportiert wurde.
  • Das Lager verfügte über kulturelle Einrichtungen wie eine Schule, ein Orchester, einen Friseursalon und Restaurants – entworfen, um den Inhaftierten falsche Hoffnung zu geben.
  • Im Mai 2024 wurde eine Gedenkstätte errichtet, um die Sinti-Familien Weiss und Meinhardt zu ehren, die im Holocaust etwa 200 Familienmitglieder verloren.
  • Das Lager wurde ursprünglich vor der NS-Besetzung von der niederländischen Regierung als Flüchtlingslager errichtet.
  • Jüdische Häftlinge bildeten unter nationalsozialistischer Aufsicht eine Lagerpolizei und den Verwaltungsstab.

Geschichte

1939

Camp Westerbork wurde 1939 vom niederländischen Staat als Flüchtlingslager für Juden gegründet, die vor dem nationalsozialistischen Deutschland und Österreich flohen.

1940

Nach der deutschen Besetzung im Jahr 1940 wechselte der Zweck des Lagers, und ab Juli 1942 kam es unter nationalsozialistische Kontrolle als Polizeidurchgangslager.

102

Im Verlauf des Krieges wurde es dazu genutzt, über 102.000 Juden und 245 Roma in Konzentrations- und Vernichtungslager in Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei zu deportieren.

1942

Kommandant des Lagers war SS-Offizier Albert Konrad Gemmeker von Oktober 1942 bis April 1945.

Zur Lagerorganisation gehörten jüdische Häftlinge in Verwaltungsfunktionen unter nationalsozialistischer Aufsicht.

1944

Die Deportationen dauerten bis September 1944 an; danach wurde das Lager befreit und später in eine Gedenkstätte umgewandelt.

Ortsführer

1
Ehemaliges Lagergelände1939-1945

Der ursprüngliche Standort von Camp Westerbork umfasst rekonstruierten Baracken und Hütten, in denen Familien und einzelne Häftlinge lebten. Besucherinnen und Besucher können diese Bereiche erkunden, um die Lebensbedingungen und die räumliche Anlage des Lagers zu verstehen.

2
Gedenkstätte und Museum

Das Museum vermittelt die Geschichte von Camp Westerbork über Ausstellungen, Zeugenaussagen und Exponate. Es erzählt die Geschichten von mehr als 100.000 Juden sowie Sinti und Roma, die während des Zweiten Weltkriegs aus den Niederlanden deportiert wurden.

3
Gedenkstätte für die Sinti-Familien Weiss und Meinhardt2024

Eine im Mai 2024 installierte Gedenkstätte erinnert an die Sinti-Familien Weiss und Meinhardt, die nach der Deportation aus Westerbork viele Angehörige im Holocaust verloren.

Kontakt

Telefon: 0593 592 600