
Gomantong-Höhlen
Sabah
Die Gomantong-Höhlen sind ein weitläufiges Höhlensystem aus Kalkstein, das innerhalb des Gomantong Forest Reserve in Sabah, Malaysia, liegt. Aufgrund ihrer ökologischen und kulturellen Bedeutung beherbergen die Höhlen Millionen von Salangane, deren essbare Nester seit Jahrhunderten geerntet werden – eine alte Tradition, die mindestens bis ins 500 n. Chr. zurückreicht. Die Höhlen sind in zwei Hauptbereiche unterteilt: Simud Hitam (Black Cave), das für die Öffentlichkeit zugänglich ist und für dunklere, federreiche Nester bekannt ist, sowie Simud Putih (White Cave), in dem sich die wertvolleren Nester aus purem Speichel befinden, zu deren Erreichen man technisches Klettern in Höhlen (Caving) können muss. Neben den Salangane beherbergen die Höhlen eine große Kolonie von Schmalflügel-Freischwanzfledermäusen, deren nächtlicher Ausflug Besucher anzieht, sowie verschiedene andere Tiere, darunter Schaben, Tausendfüßer und Greifvögel wie Kronenschlangenadler. Der umliegende geschützte Wald ist zudem Lebensraum für gefährdete Arten wie Orang-Utans sowie die seltene Landschnecke Plectostoma mirabile. Die Höhlen sind über hölzerne Stege erreichbar, sodass Besucher ausgewählte Bereiche dieses Naturwunders sicher erkunden können – und dabei den geschützten Status respektieren.
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Tipp: Besucher sollten ihre Reise zwischen Februar bis April oder Juli bis September einplanen, um die traditionelle Ernte der Salangane-Nester zu sehen, dabei aber die Schutzgebiete und Vorschriften respektieren. Für mehr Sicherheit und um tiefere Einblicke zu erhalten, wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen. Tragen Sie feste Schuhe und bringen Sie passende Ausrüstung für die Höhlenerkundung mit – besonders, wenn Sie versuchen, Simud Putih zu erreichen. Die lizenzierte Ernte ist streng geregelt, um die Bestände der Salangane zu schützen; daher sollten Besucher auf unlizenzierte Aktivitäten verzichten.
Interessante Fakten
- •Die Fledermauskolonie in den Gomantong-Höhlen umfasst rund 275.000 Individuen, hauptsächlich Schmalflügel-Freischwanzfledermäuse.
- •Die hier geernteten Salangane-Nester gehören zu den wertvollsten essbaren Vogelnestern und werden für traditionelle Bird's-Nest-Suppe verwendet.
- •Die Höhlen beherbergen die einzige bekannte Population der gefährdeten Landschneckenart Plectostoma mirabile.
- •Fledermausjäger (Bat Hawks) erbeuten Fledermäuse, wenn diese bei Dämmerung aus den Höhlen ausfliegen – ein einzigartiges Schauspiel aus Räuber und Beute.
- •Bei der traditionellen Nesternte werden Rattanleitern und Bambusstangen verwendet – eine Methode, die von indigenen Gemeinschaften seit Jahrhunderten praktiziert wird.
Geschichte
Die Gomantong-Höhlen wurden erstmals 1889 wissenschaftlich von J.H.
Allard dokumentiert und 1930 von P.
Orolfo kartiert; detailliertere Erhebungen fanden 2012 und 2014 statt.
Die Höhlen werden seit über 1.500 Jahren zur Ernte von Salangane-Nestern genutzt – eine Praxis, die für lokale indigene Gemeinschaften wie die Ida'an von zentraler Bedeutung ist.
Historisch wurden die Höhlen und die umliegenden Wälder unter Sabahs Wildlife Conservation Enactment von 1997 geschützt, um ihre einzigartige Artenvielfalt und ihr kulturelles Erbe zu bewahren.
Besitz- und Ernterechte wurden in der Vergangenheit von lokalen Führungspersönlichkeiten kontrolliert; traditionelles Gerät wie Rattanleitern wurde zur Nestsammlung verwendet.
Ortsführer
Simud Hitam (Black Cave)
Diese Höhle ist der besser zugängliche Teil der Gomantong-Höhlen: Sie ist mit einem hölzernen Steg öffentlich zugänglich. Die Decken sind bis zu 60 Meter hoch und bieten Lebensraum für Salangane, die Nester produzieren, die weniger wertvoll sind – mit Federn sowie Speichel.
Simud Putih (White Cave)
Die größere und anspruchsvollere Höhle ist nur für erfahrene Caver mit passender Ausrüstung zugänglich. Sie enthält die kostbaren Nester aus purem Speichel, die im Handel mit Vogel nestern besonders begehrt sind, und ist über einen steilen 30-Minuten-Anstieg oberhalb von Simud Hitam zu erreichen.