
Portugiesische Siedlung
Melaka
Die Portugiesische Siedlung, die vor Ort auch als Kampung Portugis oder Saint John's Village bekannt ist, ist ein unverwechselbares Viertel in Ujong Pasir in der Stadt Melaka, Malaysia. Sie bildet das kulturelle und Wohnzentrum der Kristang, einer malaysischen Ethnie, die von portugiesischen Kolonisten und einheimischen Malays abstammt – und deren Geschichte bis zur portugiesischen Herrschaft über Malakka von 1511 bis 1641 zurückreicht. Die Siedlung wurde 1926 von französischen und portugiesischen Missionaren gegründet, um die verarmte portugiesisch-eurasische Gemeinschaft zu unterstützen. Durch die Lage direkt am Meer war sie strategisch so gewählt, dass sie Fischern ausreichend Raum bot. Ursprünglich auf 28 Hektar sumpfigem Land angelegt, war sie darauf ausgelegt, 168 Familien unterzubringen. Die Siedlung hat ihre einzigartige Herkunft durch ihre Sprache, ihre Küche und die jährlichen kulturellen Festivitäten bewahrt – darunter das Juni-Fest mit dem Segen der Fischerboote. Ein besonderes Wahrzeichen ist die 8 Meter hohe Statue „Christ the Redeemer“, die 2017 errichtet wurde und den römisch-katholischen Glauben der Gemeinschaft sowie ihre Verbindung zur portugiesischsprachigen Welt symbolisiert. Trotz Herausforderungen wie dem Verlust des Status als Freehold Land im Jahr 1949 und dem Widerstand gegen nahegelegene Projekte zur Landgewinnung, die ihre Lebensgrundlage bedrohen, ist die Portugiesische Siedlung bis heute ein lebendiges kulturelles Refugium, das portugiesische und malaiische Traditionen auf besondere Weise vereint.
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Tipp: Besucher werden ermutigt, während des jährlichen Juni-Fests vorbeizuschauen, um die traditionelle Kristang-Kultur kennenzulernen – einschließlich des Segens der Fischerboote. Es empfiehlt sich, die lokalen Veranstaltungstermine zu prüfen und für ein ruhigeres Erlebnis unter der Woche zu kommen. Wer im Voraus Tickets kauft oder an geführten Touren teilnimmt, versteht die Geschichte und das Erbe der Gemeinschaft meist besser. Da die Siedlung direkt am Meer liegt, kann das Wetter den Besuch beeinflussen – planen Sie daher entsprechend. Für Gruppenbesuche oder kulturelle Veranstaltungen können Ermäßigungen verfügbar sein.
Interessante Fakten
- •Die Portugiesische Siedlung hat etwa 1.000 Einwohner, vor allem aus der Ethnie der Kristang, mit gemischter portugiesischer und malaiischer Abstammung.
- •Die Gemeinschaft feiert jährlich das Juni-Fest, darunter die Festa Senjuang und das Festival of San Pedro, mit dem Segen der geschmückten Fischerboote.
- •2017 wurde am Eingang der Siedlung eine 8 Meter hohe Nachbildung der Statue „Christ the Redeemer“ aus Rio de Janeiro aufgestellt.
- •Das Land der Siedlung war ursprünglich Freehold, wurde aber 1949 von der britischen Kolonialregierung als Staatseigentum neu klassifiziert.
- •Die Bewohner protestierten 2018 gegen das Projekt Melaka Gateway, da sie Auswirkungen auf ihre Lebensgrundlage als Fischer durch mögliche Umwelteinflüsse befürchteten.
Geschichte
Die Portugiesische Siedlung wurde 1926 von den Missionaren Rev J Pier François und Rev A M Coroado gegründet, um der zerstreut lebenden und verarmten Kristang-Gemeinschaft in Malakka Wohnraum zu bieten.
Das Land in Ujong Pasir wurde gekauft, um ein Fischerdorf mit 168 Häusern zu schaffen.
Zunächst erhielt es den Status als Freehold Land, der jedoch 1949 von der britischen Kolonialregierung wegen rechtlicher Probleme im Zusammenhang mit einem nahegelegenen Konvent entzogen wurde.
Seitdem bemüht sich die Gemeinschaft wiederholt um die Rückkehr des Freehold-Status – bislang ohne Erfolg.
In den letzten Jahren sieht sich die Siedlung zunehmend Herausforderungen durch das Landgewinnungsprojekt Melaka Gateway ausgesetzt.
Die Bewohner befürchten, dass dies ihre Lebensgrundlage als Fischer und die Küstenumgebung bedroht.
Ortsführer
Portugiesischer Platz
Der zentrale Bereich der Siedlung, in dem kulturelle Veranstaltungen und Feste stattfinden. Umgeben von lokalen Geschäften und Imbissbuden, die Kristang-Küche sowie Handwerk präsentieren.
Statue Christ the Redeemer2017
Eine 8 Meter hohe Nachbildung der berühmten Statue in Rio de Janeiro, die 2017 errichtet wurde, um den römisch-katholischen Glauben der Gemeinschaft und ihre Verbindungen zur portugiesischsprachigen Welt zu symbolisieren.