Mitla

Mitla

Central-South Mexico Region

85/10090 min

Mitla ist die zweitwichtigste archäologische Stätte in Oaxaca, Mexiko, nach Monte Albán, und war ein bedeutendes religiöses Zentrum der Zapoteken. Im Tlacolula-Tal gelegen, auf einer Höhe von 1.480 Metern, wurde Mitla als heiliger Begrächtigungsort und als Tor zwischen den Lebenden und den Toten gegründet. Die Anlage ist vor allem für ihr einzigartiges, aufwendiges Mosaik-Fischgrätenwerk bekannt: Es besteht aus fein zugeschnittenen und polierten Steinfragmenten, die ohne Mörtel zusammengesetzt wurden und so Gräber, Felder, Frieszonen und Wände schmücken. Die Architektur von Mitla zeigt eine Mischung aus zapotekischen und späteren mixtekischen Einflüssen. Monumentale Paläste und Verwaltungsgebäude tragen geometrische Muster und große, monolithische Säulen. Die Stätte erlebte ihre Blüte zwischen 750 und 1521 n. Chr. und erreichte ihre größte Bedeutung als religiöses Zentrum nach dem Niedergang von Monte Albán. Die spanische Eroberung führte zur Zerstörung und Umnutzung vieler Bauwerke, darunter auch der Bau der San Pablo Church im 16. Jahrhundert über präkolumbischen Palästen. Heute bietet Mitla einen faszinierenden Einblick in mesoamerikanische Vorstellungen von Tod und Jenseits und zeigt dabei ausgefeilte Bautechniken sowie künstlerische Traditionen, die in dieser Form einzigartig in Mexiko sind.

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Tipp: Besucher sollten am besten morgens ankommen, um Menschenmengen zu vermeiden und die kühleren Temperaturen zu genießen. In der Hauptsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen. Ermäßigungen gibt es unter Umständen für Schüler und Senioren. Geführte Touren bieten wertvolle Einblicke in die komplexe Geschichte und Symbolik der Anlage. Aufgrund der offenen, outdoorartigen Umgebung sind bequeme Wanderschuhe und Sonnenschutz ratsam.

Interessante Fakten

  • Der Name von Mitla leitet sich vom náhuatlischen Wort „Mictlán“ ab und bedeutet „Ort der Toten“ bzw. „Unterwelt“.
  • Die Stätte ist in ganz Mexiko einzigartig für ihr kunstvolles Mosaik-Fischgrätenwerk aus kleinen Steinfragmenten, die ohne Mörtel passgenau eingesetzt wurden.
  • Mitla galt in der zapotekischen Vorstellung als Tor zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten.
  • Die Spanier errichteten die San Pablo Church auf präkolumbischen Palästen und nutzten dabei Baumaterialien aus zerstörten zapotekischen Bauten wieder.
  • Mitla umfasst fünf große architektonische Gruppen, darunter die bekannte Gruppe der Säulen mit ihren monolithischen Säulen und geometrischen Mosaiken.

Geschichte

100

Mitla war mindestens seit der Klassik (100–650 n.

900

Chr.) bewohnt und möglicherweise schon ab 900 v.

Chr.

1000

Zunächst als befestigtes Dorf angelegt, wurde es später zum wichtigsten religiösen Zentrum der Zapoteken und geriet anschließend unter den Einfluss der Mixteken, die den Bereich um 1000 n.

Chr.

kontrollierten.

750

Die Stadt erreichte ihren Höhepunkt zwischen 750 und 1521 n.

Chr.

und diente als heiliger Begrächtigungsort sowie als Tor in die Unterwelt – so wie es die mesoamerikanischen Vorstellungen vom Jenseits beschrieben.

Nach der spanischen Eroberung im 16.

Jahrhundert wurden viele Bauwerke abgebaut oder umgenutzt, darunter auch der Bau der San Pablo Church über präkolumbischen Palästen.

Trotz der Zerstörungen bleibt Mitla eine zentrale Stätte, die die religiösen und kulturellen Praktiken der Zapoteken und Mixteken veranschaulicht.

Ortsführer

1
Gruppe der Säulen750-1521 CE

Dieses architektonische Ensemble umfasst drei Höfe (D, E, F), die von Norden nach Süden angeordnet sind. Besonders hervorzuheben sind die großen monolithischen Säulen sowie die fein verzierten Mosaik-Fischgräten- bzw. Mosaikfassaden. Der Palast hier war eine private Residenz mit vier Räumen, die jeweils nur einen Eingang hatten, umgeben von einem äußeren Hof. Die geometrischen Fischgräten-Designs sind einzigartig für Mitla und stehen für die reiche architektonische Tradition der Zapoteken.

2
San Pablo Church16th century

Die im 16. Jahrhundert errichtete katholische Kirche wurde auf dem Viereck C der archäologischen Anlage gebaut. Sie entstand mit Materialien, die aus abgetragenen präkolumbischen Palästen stammten. Ihre monolithischen Kämpfer bzw. Lisenen tragen die Struktur und symbolisieren die Durchsetzung der kolonialen Religion gegenüber den indigenen Glaubensvorstellungen.

3
La Fortaleza

Nördlich der heutigen Ortschaft Mitla liegt diese defensive, von Mauern umschlossene Anlage. Sie wurde von den Zapoteken erbaut, um die Stadt vor Überfällen zu schützen, und unterstreicht damit die strategische Bedeutung von Mitla in den Konflikten der Region.

Kontakt

Telefon: 951 568 0316