Dhar Tichitt

Dhar Tichitt

Hodh ech Chargui

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Dhar Tichitt ist eine beeindruckende archäologische Fundstätte in der südwestlichen Sahara in Mauretanien. Sie besteht aus Sandsteinklippen, die eine Reihe neolithischer Siedlungen beherbergen, die ungefähr von 2000 v. Chr. bis 300 v. Chr. datieren – damit gehört sie zu den ältesten bekannten Siedlungsplätzen in Westafrika. In der Region lebten Viehzüchter und Bauern. Sie hielten Rinder, Schafe und Ziegen, gingen aber auch auf die Jagd, betrieben Fischfang und bauten Hirse vom Bulrush-Typ an. Die Siedlungen waren häufig von Trockenmauerwerk eingefasste Areale, in denen Häuser und Vorratskammern in straßenähnlichen Mustern angeordnet waren. Dazu kamen große Gehege für Nutztiere sowie gemeinschaftliche Steinmauern – Hinweise auf eine komplexe soziale Organisation. Man geht davon aus, dass die Bewohner Vorfahren des Volkes der Soninke waren. Das Klima war einst deutlich gemäßigter, mit periodisch feuchteren Phasen, sodass sich Seen in den zwischen den Dünen liegenden Senken bilden konnten und der Gemeinschaft zusätzliche Wasserressourcen eröffneten. Bei Ausgrabungen wurden unterschiedliche Töpferstile, Steingeräte sowie Hinweise auf befestigte Siedlungsbereiche gefunden – Zeugnisse dafür, wie sich Kultur und Umwelt über Jahrhunderte hinweg anpassten. Heute gilt Dhar Tichitt als Schlüsselstelle, um die frühe saharische Zivilisation und prähistorische Gesellschaften in Westafrika zu verstehen.

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Tipp: Besucher sollten ihren Aufenthalt in den kühleren Monaten planen, um der extremen Hitze in der Sahara-Region zu entgehen. Aufgrund der abgelegenen Lage wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu organisieren. Die Infrastruktur kann eingeschränkt sein, daher ist es wichtig, ausreichend Wasser und einen wirksamen Sonnenschutz mitzunehmen. Eine Buchung von Genehmigungen oder der Zugang über lokale Behörden oder Reiseveranstalter in Mauretanien kann den Besuch reibungsloser machen. Zwar gibt es kein spezielles Ticketsystem, doch der respektvolle Umgang mit der archäologischen Stätte und das Befolgen der Hinweise sind entscheidend, um ihre Substanz zu bewahren.

Interessante Fakten

  • Dhar Tichitt gehört zu den ältesten bekannten archäologischen Siedlungsplätzen in Westafrika.
  • Die Stätte umfasst etwa 500 Siedlungen, die im ehemaligen Savannengebiet der Sahara verstreut sind.
  • Große, von Steinmauern umgebene Areale deuten auf eine komplexe soziale Struktur mit gemeinschaftlicher Zusammenarbeit hin.
  • Die Bewohner bauten Hirse vom Bulrush-Typ an und waren Vorfahren des Volkes der Soninke.
  • Paläoklimatische Daten zeigen mehrere feuchte Phasen in der Region während des Holozäns, wodurch sich Seen in den zwischen den Dünen liegenden Senken bilden konnten.

Geschichte

2000

Dhar Tichitt war etwa von 2000 v.

Chr.

300

bis 300 v.

Chr.

während der Neolithischen Zeit besiedelt und diente als bedeutendes Zentrum der Tichitt-Kultur.

Erste Ausgrabungen Ende der 1960er-Jahre durch Patrick Munson legten mehrere zeitliche Phasen frei, die sich durch sich verändernde Töpferstile und eine zunehmende architektonische Komplexität auszeichneten.

In der Holozän-Zeit gab es mehrere feuchte Phasen, die Seen und Vegetation ermöglichten.

2500

Doch eine zunehmende Desertifikation um 2500 BP führte schließlich zur Aufgabe der Region.

Über Jahrhunderte hinweg entwickelten die Bewohner befestigte steinerne Gehöfte und gemeinschaftliche Strukturen – ein Hinweis auf eine ausgeprägte soziale Hierarchie.

Diese historischen Entwicklungen geben Einblick in frühe westafrikanische Gemeinschaften der Viehzucht und Landwirtschaft.

Ortsführer

1
Sandsteinklippen und Siedlungen2000 BCE - 300 BCE

Die Sandsteinklippen bilden die natürlichen Steilstufen, an denen zahlreiche neolithische Siedlungen entstanden. Dort gab es druckgemauerte Häuser und Vorratskammern, die in Gehöftstrukturen angeordnet waren.

2
Befestigte SteinarealeNaghez phase, approx. 1400 BCE - 300 BCE
Patrick Munson (excavator)

Große, kreisförmige Steinmauer-Gehöfte mit 20–40 Metern Durchmesser wurden errichtet. Vermutlich dienten sie den Bewohnern für soziale oder defensive Zwecke.