
Mingun-Glocke
Mandalay
Die Mingun-Glocke, nahe Mandalay auf der westlichen Flussseite des Irrawaddy, ist eine monumentale Bronzeglocke, die 1808 auf Anordnung des burmesischen Königs Bodawpaya gegossen wurde. Mit über 90 Tonnen Gewicht war sie dafür gedacht, die größte klingende Glocke der Welt zu sein, und sie ist bis heute ungerissen und in gutem Läutezustand. Auf ihrer Oberfläche ist eine Inschrift angebracht, die ihr Gewicht in burmesischer Numerologie wiedergibt – das macht sie auch kulturell bedeutend. Architektonisch misst die Glocke über 6 Meter in der Höhe, der Rand hat einen Durchmesser von fast 5 Metern. Obwohl sie keinen Klöppel hat, wird sie durch das Schlagen auf ihren äußeren Rand zum Klingen gebracht. Historisch wurde die Glocke gegossen, um die massive Mingun Pahtodawgyi-Stupa zu begleiten, und sie wurde über ein ausgeklügeltes System aus Kanälen und Booten transportiert. Während eines Erdbebens im Jahr 1839 wurde sie aus ihrer Lage gebracht, später aber 1896 durch öffentliche Initiativen wieder hochgezogen. Bis zum Jahr 2000 hielt sie den Rekord als schwerste funktionierende Glocke der Welt und stand damit als Symbol für den Ehrgeiz und die handwerkliche Fertigkeit der burmesischen Könige.
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Tipp: Besucher sollten für den Besuch die Trockenzeit einplanen, damit der Zugang leichter ist und die Sicht klarer. Wenn man den Mingun-Tempelkomplex besucht, empfiehlt es sich, Tickets im Voraus zu kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Bescheidene Eintrittsgebühren beinhalten oft den Zugang zu nahegelegenen Attraktionen. Aufgrund des unebenen Geländes rund um die Anlage werden bequeme Schuhe empfohlen.
Interessante Fakten
- •Die Glocke wiegt exakt 55.555 viss (90.718 kg) – diese Zahl wird in Myanmar über einen Merkspruch aus burmesischer Numerologie eingeprägt.
- •Sie wurde mit einer Legierung gegossen, die unter anderem Gold, Silber, Bronze, Eisen und Blei enthielt.
- •Die Glocke hat keinen Klöppel und wird durch das Schlagen auf ihren äußeren Rand geläutet.
- •Ein berühmtes Foto der Glocke vor der Wiederaufhängung wurde von Felice Beato aufgenommen, einem Pionier der Fotografie.
- •Bis 2000 war sie die schwerste funktionierende Glocke der Welt, bevor sie von der Bell of Good Luck in China übertroffen wurde.
Geschichte
Die Mingun-Glocke wurde zwischen 1808 und 1810 von König Bodawpaya als Teil seines großen Tempelkomplex-Projekts gegossen.
Sie wurde auf der gegenüberliegenden Flussseite des Irrawaddy gegossen und per Boot durch eigens angelegte Kanäle transportiert.
1839 stürzte ein schweres Erdbeben die Glocke von ihren Auflagern.
Sie blieb am Boden hängend, bis sie 1896 wieder hochgezogen wurde – durch die Irrawaddy Flotilla Company mithilfe von Schraubwinden (Screw Jacks) und Hebeln, finanziert durch eine öffentliche Sammlung.
Bis 2000 trug die Glocke den Titel der größten klingenden Glocke der Welt.
Ortsführer
Die Glocke selbst1808-1810
Die massive Bronzeglocke ist vor allem wegen ihrer enormen Größe und ihres makellosen Zustands trotz ihres hohen Alters bemerkenswert. Besucher können die kunstvollen Inschriften auf ihrer Oberfläche genau betrachten, die ihr Gewicht und die Geschichte des Gusses dokumentieren.
Zayat-Unterbringung der Glocke
Das traditionelle burmesische Pavillon-Gebäude (zayat) beherbergt die Glocke. So wird sie vor den Witterungseinflüssen geschützt und zugleich entsteht ein kultureller Rahmen für die Anlage.
Nahegelegene Mingun Pahtodawgyi StupaEarly 19th century
Obwohl das Bauwerk selbst nicht zur Glocke gehört, ordnet die nahegelegene, riesige und nie fertiggestellte Stupa das ursprüngliche Ziel der Glocke ein – als Teil eines großen Tempelkomplexes.