
Kuthodaw-Pagode
Mandalay
Die Kuthodaw-Pagode, die am Fuße des Mandalay Hill in Myanmar liegt, ist eine bemerkenswerte buddhistische Stupa, die vor allem dafür bekannt ist, das weltweit größte Buch zu beherbergen. Sie wurde während der Herrschaft von König Mindon im 19. Jahrhundert Mitte erbaut und erreicht eine Höhe von 188 Fuß. Die Pagode ist nach der Shwezigon Pagoda bei Bagan modelliert. Auf dem Gelände gibt es 729 steinerne Inschriftgrotte(n), in denen jeweils Marmorplatten untergebracht sind, die beidseitig mit Texten beschrieben sind – Seiten aus dem Tipitaka, dem gesamten Pali-Kanon des Theravada-Buddhismus. Diese Platten sind ordentlich in drei Einfriedungen angeordnet und schaffen so eine einzigartige Open-Air-Bibliothek heiliger Texte. Der Haupteingang ist durch mächtige Teakholztüren markiert, die kunstvoll mit floralen und mythischen Motiven geschnitzt sind; dahinter führt ein überdachter Weg, der mit Fresken geschmückt ist. Das Gelände ist von ausgewachsenen Sternblumenbäumen beschattet, die den Duft von Jasmin in die Luft tragen und Besuchern sowie Familien vor Ort eine ruhige Atmosphäre bieten. Obwohl die Anlage im späten 19. Jahrhundert während der britischen Annexion entweiht wurde, haben umfangreiche Restaurierungen ihre kulturelle und spirituelle Bedeutung bewahrt. Die Kuthodaw-Pagode ist bis heute ein bedeutender Pilgerort und ein Symbol für religiöses Erbe und königliche Verdienste in Myanmar.
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Tipp: Besucher sollten den Pagodenkomplex am kühleren Vormittag erkunden, um die stille Atmosphäre und die duftenden Gärten in vollen Zügen zu genießen. In der Hochsaison empfiehlt sich, Tickets im Voraus zu kaufen. Eintrittsgelder sind oft so gestaltet, dass sie den Zugang zum gesamten Komplex beinhalten. Beim Betreten heiliger Bereiche ist respektvolle Kleidung wichtig; außerdem müssen Besucher ihre Schuhe ausziehen. Geführte Touren können das Verständnis für die Inschriften und die religiöse Bedeutung vertiefen. Familien machen häufig ein Picknick unter den Sternblumenbäumen und nutzen die Pause als ruhigen Moment während der Besichtigung.
Interessante Fakten
- •Die Kuthodaw-Pagode umfasst 729 steinerne Inschriftgrotte(n), in jeder sind Marmorplatten beidseitig beschrieben; zusammen ergeben sie das weltweit größte Buch.
- •Die Pagode ist nach der Shwezigon Pagoda bei Bagan modelliert und ist 188 Fuß (57 Meter) hoch.
- •Ein sehr alter Baum im Inneren des Komplexes soll etwa 250 Jahre alt sein; seine weit ausladenden Äste werden mit Stützen gestützt.
- •Während der britischen Herrschaft wurde die Pagode um ihre kostbaren Metalle, Glocken und Marmortafeln erleichtert, später aber von einem Komitee wiederhergestellt – darunter auch Mönche und ehemalige königliche Offiziere.
Geschichte
Die Kuthodaw-Pagode wurde 1857 von König Mindon Min in Auftrag gegeben – als Teil von Mandalays königlichen Gründungsanlagen – und zwischen 1860 und 1868 erbaut.
Sie sollte das Tipitaka als Steinbuch für die Nachwelt bewahren und sollte fünf Jahrtausende lang Bestand haben.
Der Schirmkrone (hti) der Pagode wurde 1862 montiert, und die Inschriften wurden 1868 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Nach der britischen Annexion von Mandalay im Jahr 1885 litt der Ort unter Plünderungen und Entweihung: Kostbare Metalle und Verzierungen wurden gestohlen, und die Strukturen wurden beschädigt.
Die Restaurierung begann 1892 unter Leitung von hochrangigen Mönchen und Mitgliedern der königlichen Familie – unterstützt von den ursprünglichen Spendern und der Öffentlichkeit, um das spirituelle und kulturelle Erbe der Pagode wiederzubeleben.
Ortsführer
Hauptstupa1862
Die vergoldete zentrale Stupa ragt 188 Fuß in die Höhe und ist nach der Shwezigon Pagoda modelliert – als spirituelles Herz des gesamten Komplexes.
Steinerne Inschriftgrotte(n) (Kyauksa Gu)1860-1868
729 kleine Stupas sind in drei Einfriedungen angeordnet und beherbergen Marmorplatten mit Inschriften, die den gesamten Pali-Kanon des Theravada-Buddhismus enthalten – bekannt als das weltweit größte Buch.
Teakholztüren am Eingang1860s
Mächtige, geschnitzte Teakholztüren mit floralen Motiven, Schriftrollen und Deva-Nats-Motiven markieren den südlichen Haupteingang und führen zu einem überdachten Weg, der mit Fresken verziert ist.
Sternblumenbäume (Mimusops elengi)
Ausgewachsene Bäume, die zwischen den Inschriftgrotte(n) verstreut sind, verströmen einen jasminähnlichen Duft und schaffen so eine ruhige, duftende Umgebung für Besucher.
Alter Baum auf der Südwest-Terrasse
Ein ehrwürdiger Baum, von dem man glaubt, dass er 250 Jahre alt ist, steht auf der südwestlichen inneren Terrasse. Seine niedrigen, weit ausladenden Äste werden mit hölzernen Stützen gestützt, damit seine Form erhalten bleibt.