Indawgyi-See

Indawgyi-See

Kachin

75/10090 min

Der Indawgyi-See liegt in der Mohnyin Township des Bundesstaats Kachin in Myanmar. Er ist der größte See des Landes, der vollständig innerhalb seiner Grenzen liegt, und zählt zu den größten Binnengewässern Südostasiens. Mit einer Ausdehnung von etwa 23 Kilometern von Nord nach Süd und 13 Kilometern von Ost nach West erstreckt sich der See über ungefähr 260 Quadratkilometer bei einer Höhe von 166 Metern über dem Meeresspiegel. Die umliegende Region ist Heimat von über 20 Dörfern, die vorwiegend von den Volksgruppen der Shan und Kachin bewohnt werden und Landwirtschaft betreiben. Der See bildet das Herzstück des 1999 gegründeten Indawgyi Lake Wildlife Sanctuary, das eine vielfältige Flora und Fauna schützt – darunter über 65 Fischarten und zahlreiche gefährdete Vögel wie die Weißbauchgeier (white-rumped vulture) und die Schmalbillgeier (slender-billed vulture). Außerdem beherbergt das Schutzgebiet im Norden seiner natürlichen Graslandschaften das vom Aussterben bedrohte Wildschwein-ähnliche Paarhuftier Hog Deer. Geologisch ist der Indawgyi-See ein Sag-Pond, das durch Dehnungsspalten (extensional faults) im Zusammenhang mit der aktiven Sagaing Fault entstanden ist; lokale mündliche Überlieferungen berichten von einem plötzlichen Hochwasserereignis, das den See geschaffen habe. Die Schutzbemühungen wurden seit dem späten 20. Jahrhundert verstärkt, da der menschliche Einfluss zugenommen hat. So wurde der See als ASEAN Heritage Park, Ramsar-Gebiet, UNESCO-Biosphärenreservat und als wichtiges Vogelschutzgebiet (important bird area) eingestuft. Dabei stehen nachhaltige Fischerei, Gemeindewaldwirtschaft, Ökotourismus und Umweltbildung im Fokus. Die Maßnahmen werden in Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen, NGOs und lokalen Gemeinschaften umgesetzt, um diese ökologisch und kulturell bedeutende Landschaft zu bewahren.

Planen Sie Ihre Reise nach Myanmar mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Indawgyi-Sees ist im Januar, wenn viele Vogelarten – darunter gefährdete Geier und Wasservögel – besonders gut zu beobachten sind. Überlegen Sie, eine Tour mit dem Motor-Kanu zu buchen, um die vielfältigen Lebensräume der Feuchtgebiete zu erkunden. Es empfiehlt sich, Unterkünfte und geführte Touren im Voraus zu reservieren, vor allem in der Hochsaison des Vogelbeobachtens. Ökotourismus-Projekte, die von der Gemeinde getragen werden, bieten authentische kulturelle Erlebnisse und unterstützen die Schutzmaßnahmen. Besucher werden gebeten, lokale Gepflogenheiten zu respektieren und sich an nachhaltige Tourismuspraktiken zu halten, um die natürliche Umgebung des Sees zu bewahren.

Interessante Fakten

  • Der Indawgyi-See ist einer der größten Binnenseen in Südostasien und der größte, der vollständig in Myanmar liegt.
  • Der See ist Lebensraum für zwei vom Aussterben extrem bedrohte Geierarten: den Weißbauchgeier (white-rumped vulture) und den Schmalbillgeier (slender-billed vulture), die das ganze Jahr über in der Region brüten.
  • Eine Population vom Aussterben bedrohter Hog-Deer wurde bei Biodiversitäts-Erhebungen im Jahr 2011 in den nördlichen Graslandschaften des Indawgyi-Sees entdeckt.
  • Der See entstand als Sag-Pond im Zusammenhang mit der aktiven Sagaing Fault, einer bedeutenden geologischen Störungszone in Myanmar.
  • Der Indawgyi-See und die umliegenden Feuchtgebiete bieten wichtigen Winter-Futterlebensraum für über 10 gefährdete Vogelarten.
  • Der See und sein Einzugsgebiet wurden aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung international als Ramsar-Gebiet, ASEAN Heritage Park und UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt.

Geschichte

Der Indawgyi-See war über Jahrhunderte hinweg weitgehend naturgemäß geschützt, weil der menschliche Einfluss gering war – bis in die 1990er-Jahre, als durch zunehmende Migration Umweltbelastungen entstanden.

1999

Das Gebiet wurde 1999 vom Ministerium für Ökotourismus Myanmars als Wildschutzgebiet ausgewiesen.

2004

Anschließend erhielt es 2004 den Status als ASEAN Heritage Park, 2014 wurde es als Standort einer Asian-Australasian flyway partnership anerkannt, 2016 als Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und 2017 als UNESCO-Biosphärenreservat.

Diese Meilensteine spiegeln das wachsende nationale und internationale Engagement wider, die einzigartige Artenvielfalt und das kulturelle Erbe des Sees zu schützen.

Ortsführer

1
Indawgyi Lake Wildlife Sanctuary1999

Ein Schutzgebiet, das 780 Quadratkilometer rund um den See umfasst und zahlreichen Arten Lebensraum bietet – darunter seltene Säugetiere, Fische und über 10 gefährdete Vogelarten. Besucher können das Schutzgebiet per Motor-Kanu-Tour erkunden, um die Tierwelt der Feuchtgebiete zu beobachten.