Staudamm von Manantali
Kayes
Der Staudamm von Manantali liegt am Fluss Bafing in der Region Kayes in Mali und ist ein bedeutendes Mehrzweck-Infrastrukturprojekt, das darauf abzielt, das landwirtschaftliche und das Wasserkraftpotenzial des Einzugsgebiets des Senegal River zu nutzen. Der Bau wurde seit 1972 von der Organisation für die Entwicklung des Senegal River (OMVS) geplant. Der Damm wurde zwischen 1982 und 1988 errichtet, doch das Wasserkraftwerk wurde erst später im Jahr 2001 fertiggestellt – Verzögerungen entstanden durch Konflikte in der Region. Erzeugt werden rund 740 GWh pro Jahr; der erzeugte Strom wird vor allem in Mali, Senegal und Mauretanien bereitgestellt. Der Damm unterstützt zudem die Bewässerung und soll die Schifffahrt auf dem Fluss verbessern. Trotz der Vorteile wurde das Projekt kritisiert und sah sich mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert, unter anderem wegen wirtschaftlicher Ineffizienzen durch niedrige Stromtarife und nicht eingehaltene Zahlungen staatlicher Versorgungsunternehmen. Der Staudamm wird von der Manantali Energy Management Company (SOGEM) betrieben und ist nach wie vor eine wichtige Energiequelle in der Region, auch wenn es weiterhin zu Stromausfällen kommt. Finanziert wurde der Bau durch ein Konsortium internationaler Geber, was seine regionale Bedeutung unterstreicht.
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Tipp: Besucher, die den Staudamm von Manantali interessieren, sollten einen Besuch in der Trockenzeit in Betracht ziehen: Dann ist der Zugang meist einfacher und der Wasserstand im Stausee ist niedriger, sodass man bessere Ausblicke hat. Auch wenn der Damm selbst eine industrielle Anlage ist, kann eine geführte Tour über die zuständigen lokalen Behörden oder die OMVS wertvolle Einblicke in den Betrieb und die Auswirkungen auf die Region geben. Vorab geplante Besuche werden empfohlen, da der Damm kein typisches touristisches Ziel ist. Es gibt keine öffentlichen Ticketsysteme, aber man kann bei der OMVS oder bei lokalen Tourismusbüros nachfragen, um Genehmigungen und geführten Zugang zu erhalten.
Interessante Fakten
- •Der Damm erzeugt etwa 740 GWh Strom pro Jahr – mehr als die anfänglichen Erwartungen von 540 GWh.
- •Rund 55% des erzeugten Stroms werden in Mali genutzt, 30% in Senegal und 15% in Mauretanien.
- •Der Damm wurde 1993 vom Entwicklungsminister Deutschlands als ein „Akt wirtschaftlichen und ökologischen Unsinns“ kritisiert.
- •Die Gesamtkosten für den Damm und die dazugehörige Infrastruktur betrugen ungefähr 1,02 Milliarden Euro und wurden von 16 internationalen Gebern finanziert.
- •Obwohl der Damm beträchtlich Strom erzeugt, hat er die Stromknappheit in den begünstigten Ländern nicht vollständig gelöst – unter anderem wegen niedriger Tarife und Zahlungsproblemen.
Geschichte
Die Planung für den Staudamm von Manantali begann 1972 unter der OMVS, um das Einzugsgebiet des Senegal River zu entwickeln.
Der Bau startete 1982 und der Damm wurde 1988 fertiggestellt, doch das Wasserkraftwerk wurde aufgrund des Kriegs an der mauretanisch-senegalesischen Grenze im Jahr 1989 verzögert.
Das Wasserkraftwerk wurde erst 2001 in Betrieb genommen, nachdem 1997 zusätzliches Finanzierungsvolumen gesichert werden konnte.
Seitdem wird der Staudamm von SOGEM verwaltet und zunächst von EEM betrieben, einer Tochtergesellschaft der südafrikanischen ESKOM, bis 2011 die Betriebsverträge geändert wurden.