
Höhle des Herkules
Tanger-Tétouan-Al Hoceïma
Die Höhlen des Herkules sind eine faszinierende archäologische und natürliche Sehenswürdigkeit nahe dem Cap Spartel in Marokko, nur 14 Kilometer westlich von Tanger. Das Höhlenensemble hat zwei Öffnungen: eine zum Meer hin, die berühmt ist unter dem Namen „Landkarte von Afrika“, weil ihre Form an den afrikanischen Kontinent erinnert, und eine weitere Öffnung Richtung Land. Die Höhle ist teils natürlich und teils vom Menschen geschaffen: Die vom Menschen angelegten Bereiche wurden von den Berbern erweitert, die Mahlsteine aus dem Gestein herausarbeiteten. Die Anlage ist von Mythologie durchdrungen. Man glaubt, dass der griechische Held Herakles hier ruhte, bevor er seine 11. Arbeit antrat, um die goldenen Äpfel der Hesperiden zu holen. Der Legende nach soll Herakles außerdem die Straße von Gibraltar geschaffen haben, indem er durch einen Berg schlug und so den Atlantik mit dem Mittelmeer verband. Die Höhlen haben eine bewegte Geschichte: Sie wurden seit der Jungsteinzeit um 6000 v. Chr. bewohnt und 1920 offiziell für die Öffentlichkeit geöffnet. Als Stätte des Nationalen Kulturerbes wurde sie 1952 anerkannt; 1982 erfolgte eine Modernisierung mit elektrischer Beleuchtung. Zu den besonderen Veranstaltungen zählen etwa ein Rockkonzert von Def Leppard im Jahr 1995. Heute bieten die Höhlen Besuchern eine gelungene Mischung aus natürlicher Schönheit, historischer Tiefe und märchenhafter Anziehungskraft – ein faszinierendes Reiseziel an Marokkos Nordküste.
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Tipp: Besuchen Sie die Höhlen in den kühleren Monaten oder früh am Morgen, um Menschenmengen zu vermeiden und die Aussicht aufs Meer entspannt genießen zu können. Tickets gibt es vor Ort, dennoch lohnt es sich, vorher nach möglichen saisonalen Schließungen oder Renovierungen zu schauen. Achten Sie außerdem auf Rabatte für Studierende, Senioren und Gruppen. Geführte Touren sind empfehlenswert, um die historische und mythologische Bedeutung der Anlage wirklich zu erfassen.
Interessante Fakten
- •Die Öffnung zum Meer hat eine natürliche Form, die an den afrikanischen Kontinent erinnert – so entstand der Spitzname „Landkarte von Afrika“.
- •Der Legende nach gibt es unter der Straße von Gibraltar einen unterirdischen Tunnel, der die Höhle mit der St.-Michael’s-Höhle in Gibraltar verbindet – eine Entfernung von etwa 24 Kilometern.
- •Die Höhlen wurden bereits ab 6000 v. Chr. von Menschen der Jungsteinzeit bewohnt, was auf eine lange Geschichte menschlicher Präsenz hinweist.
- •1995 spielte die britische Rockband Def Leppard ein Konzert in den Höhlen – Teil einer Reihe von Konzerten, mit denen ein Rekord aufgestellt werden sollte: an nur einem Tag auf drei Kontinenten.
- •Die Asche des bekannten Künstlers und Schriftstellers Brion Gysin wurde 1986 in den Höhlen verstreut.
Geschichte
Die Höhlen des Herkules wurden etwa seit 6000 v.
Chr.
von Menschen der Jungsteinzeit bewohnt.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Ort von einer natürlichen Formation zu einer teils vom Menschen geschaffenen Anlage, die von berberischen Bewohnern erweitert wurde, indem sie Mahlsteine aus den Wänden herausarbeiteten.
Offiziell wurde die Höhle 1920 für die Öffentlichkeit geöffnet; 1952 erklärte man sie zum Nationalen Kulturerbe.
1982 wurden die Höhlen mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet, um den Besuchern das Erlebnis zu verbessern.
Zu den besonderen Ereignissen zählen die verstreuten Aschepartikel der Künstlers Brion Gysin im Jahr 1986 sowie ein die Guinness World Records herausforderndes Rockkonzert von Def Leppard im Jahr 1995.
2003 gab es Schließungen für Sicherheitsreparaturen, und 2015 wurden die Höhlen nach von König Mohammed VI.
in Auftrag gegebenen Renovierungen wiedereröffnet.
Ortsführer
Meeresöffnung – „Landkarte von Afrika“
Die zum Meer hin ausgerichtete Öffnung der Höhle hat eine natürliche Form wie der afrikanische Kontinent. Diese einzigartige geologische Formation ist sowohl vom Meer aus sichtbar als auch ein beliebter Fotospot – sie steht sinnbildlich für die Verbindung zwischen Afrikas Symbolik, der Mythologie der Höhle und der Geografie.
Vom Menschen geschaffene Kammern
Diese Bereiche der Höhle wurden von Berbern erweitert, die Stein abbauten, um Mahlsteine herzustellen. Die Kammern zeigen, wie Menschen mit der natürlichen Höhle interagierten – und wie sie historisch auch ganz praktisch genutzt wurde.
Jungsteinzeitliches Wohngebiet6000 BC
Archäologische Hinweise zeigen, dass Menschen der Jungsteinzeit die Höhlen um 6000 v. Chr. bewohnten – damit gehört die Anlage zu den ältesten bekannten menschlichen Siedlungen in der Region.
Kontakt
Telefon: 06 06 70 33 74