Palast El Badi

Palast El Badi

Marrakech-Safi

80/10090 min

Der Palast El Badi, kurz nach dem Regierungsantritt von Sultan Ahmad al-Mansur aus der Saadier-Dynastie im Jahr 1578 in Auftrag gegeben, gilt als herausragendes Beispiel marokkanischer Architektur und königlichen Prunks. Der Palast wurde über ungefähr fünfzehn Jahre errichtet und sollte Besucher mit luxuriösen Materialien begeistern, die aus ganz Europa und Afrika importiert wurden – darunter italienischer Marmor und Putz aus Timbuktu. Er diente als repräsentativer Ort für Empfänge und stand sinnbildlich für den Reichtum, die Macht und die Kontrolle des Sultans über lukrative transsaharische Handelsrouten. Das Palastareal umfasste einst weitläufige Gärten, Pools und reich verzierte Pavillons, die traditionelle marokkanische und europäische Stilrichtungen miteinander verbanden. Nach dem Tod al-Mansurs im Jahr 1603 und dem Niedergang der Saadier-Dynastie verfiel der Palast zusehends: Viele wertvolle Materialien wurden abgetragen und andernorts in Marokko wiederverwendet. Heute sind die Ruinen eine bedeutende Touristenattraktion im Stadtteil Kasbah in Marrakesch; zudem beherbergen sie Ausstellungen wie die Minbar der Kutubiyya-Moschee und machen damit den anhaltenden kulturellen Stellenwert der Anlage sichtbar.

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Tipp: Besucher sollten den Palast El Badi am Vormittag oder am späten Nachmittag einplanen, um kühlere Temperaturen und weichere Lichtverhältnisse für Fotografie zu genießen. Tickets können oft vor Ort gekauft werden, doch es empfiehlt sich, die offiziellen Quellen zu prüfen oder in der Hochsaison im Voraus zu buchen. Die Anlage ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren sind möglicherweise Ermäßigungen verfügbar. Aufgrund unebener Flächen in den Ruinen werden bequeme Schuhe empfohlen.

Interessante Fakten

  • Der Palast wurde „El Badi“ genannt, was „der Unvergleichliche“ bedeutet – einer der 99 Namen Gottes im Islam – und spiegelt die Ambitionen des Sultans wider.
  • Materialien für den Palast wurden bis nach Italien und Mali importiert, darunter Marmor-Säulen und Putz.
  • Der Palast beherbergte während der Herrschaft von Sultan Ahmad al-Mansur einst ein Harem mit über 500 Frauen.
  • Die Minbar der Kutubiyya-Moschee – ein Meisterwerk islamischer Kunst – ist heute in den Palastruinen zu sehen.
  • Der Palast gehörte zu einem größeren Saadier-Komplex im Stadtteil Kasbah in Marrakesch, nahe den Saadier-Gräbern.

Geschichte

1578

Der Palast El Badi wurde Ende 1578 unter Sultan Ahmad al-Mansur errichtet; finanziert wurde das Projekt vor allem durch das Lösegeld der Portugiesen nach der Schlacht der Drei Könige sowie durch Einnahmen aus dem Zuckerhandel.

1603

Die Bauzeit dauerte rund fünfzehn Jahre: Die wichtigsten Arbeiten waren bis in die frühen 1580er-Jahre abgeschlossen, während die Ausschmückungen bis zum Tod des Sultans 1603 weitergeführt wurden.

Der Palast stand sinnbildlich für den Höhepunkt der Macht der Saadier und präsentierte importierte Materialien sowie geschickte Handwerker aus Europa und Afrika.

Nach dem Niedergang der Dynastie wurde der Palast aufgegeben und nach und nach um wertvolle Materialien beraubt, was zu seinem heutigen ruinösen Zustand führte.

Ortsführer

1
Zentraler Innenhof und PoolsSpätes 16. Jahrhundert
In Auftrag gegeben von Sultan Ahmad al-Mansur

Der weite zentrale Innenhof bot große, reflektierende Pools und Gärten. Er war darauf ausgelegt, Besucher mit seiner eindrucksvollen Pracht und der für die marokkanische Palastarchitektur typischen Symmetrie zu begeistern.

2
MarmorsäulenSpätes 16. Jahrhundert
Unbekannte Handwerker im Rahmen der Saadier-Beauftragung

Diese aus Italien importierten Marmorsäulen trugen wichtige Bauteile im Inneren des Palasts und zeigten den Reichtum des Sultans sowie die internationale Reichweite seiner Handelsverbindungen.

3
Ausstellungsbereich – Minbar der Kutubiyya-Moschee12. Jahrhundert
Kunsthandwerker aus der Almoraviden-Zeit

Der Palast beherbergt heute die Minbar (die Kanzel) der Kutubiyya-Moschee – ein erlesenes Beispiel islamischer Holzkunst und des Kunsthandwerks aus dem 12. Jahrhundert.