Medina von Fès

Medina von Fès

Fès-Meknès

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Die Medina von Fès, lokal bekannt als Fes el Bali, ist das historische Herz von Fès, Marokko, und eine der kulturhistorisch bedeutendsten Stätten des Landes. Gegründet zwischen 789 und 808 n. Chr. als Hauptstadt der Idrisiden-Dynastie, bestand sie ursprünglich aus zwei getrennten Städten auf beiden Seiten des Flusses Fès, die sich im 11. Jahrhundert unter den Almoraviden vereinigten. Die Medina bewahrt ihre vor-modernen Stadtanlage mit engen, verwinkelten Gassen, belebten Souks und traditioneller marokkanischer Architektur. Im Zentrum liegt die Universität al-Qarawiyyin, die 859 von Fatima al-Fihri gegründet wurde und als älteste durchgehend betriebene Universität der Welt gilt. Das Viertel ist bekannt für seine historischen Moscheen, Madrassen wie Bou Inania und Al-Attarin, Hamams, Karawansereien sowie die berühmten Chouara-Gerbereien. Obwohl Fès während der Almoravidenherrschaft seine Rolle als Hauptstadt an Marrakesch verlor, blühte die Stadt als religiöses und wirtschaftliches Zentrum auf und war im 12. Jahrhundert die größte Stadt der Welt. Später belebte die Dynastie der Mariniden die Stadt erneut und errichtete Fes Jdid als neues Verwaltungszentrum neben der alten Medina. Die Stadtmauern und Stadttore der Medina sind weitgehend erhalten geblieben und trugen dazu bei, dass die Medina 1981 gemeinsam mit Fes Jdid zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Als lebendiges historisches Viertel bietet die Medina Besuchern ein intensives Erlebnis mittelalterlichen islamischen Städtebaus und marokkanischer Kultur.

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Tipp: Besucher sollten die Medina in den kühleren Morgenstunden erkunden, um sich bequem durch die engen Gassen und lebhaften Märkte zu bewegen. Es empfiehlt sich, Tickets für beliebte Orte wie die Bou Inania Madrasa im Voraus zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Für Studierende und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Geführte Touren bereichern das Erlebnis, weil sie historischen Kontext vermitteln. Am besten besucht man die Medina zu Fuß – bequeme Schuhe sind wegen unebener Wege unverzichtbar. Vermeiden Sie im Sommer die Hitze der Nachmittagsstunden für einen angenehmeren Besuch.

Interessante Fakten

  • Die 859 gegründete Universität al-Qarawiyyin wird von UNESCO und Guinness World Records als älteste durchgehend betriebene Universität der Welt anerkannt.
  • Fès war im 12. Jahrhundert mit ungefähr 200.000 Einwohnern unter Herrschaft der Almohaden die größte Stadt der Welt.
  • Die Medina von Fès bewahrt weite Teile ihrer ursprünglichen mittelalterlichen Stadtmauern und Tore, darunter einige, die aus der Zeit der Almoraviden und Mariniden stammen.
  • Die Chouara-Gerbereien in der Medina gehören zu den ältesten Gerbereien der Welt und sind noch immer in Betrieb – mit traditionellen Methoden.
  • Der Grundriss der Medina spiegelt die Stadtplanung vor-modernen islamischen Städtebaus wider: enge Gassen, Souks und gemeinschaftliche Plätze wurden über Jahrhunderte hinweg erhalten.

Geschichte

Die Medina von Fès wurde im späten 8.

bis frühen 9.

Jahrhundert von Idris I und seinem Sohn Idris II gegründet – zunächst als zwei getrennte Siedlungen auf gegenüberliegenden Uferseiten des Flusses Fès.

Diese vereinigten sich im 11.

Jahrhundert unter der Almoraviden-Dynastie.

859

Die Universität al-Qarawiyyin wurde 859 gegründet und machte die Medina damit zu einem Zentrum islamischen Lernens.

Obwohl Fès unter den Almoraviden seine Hauptstadtrolle an Marrakesch abgeben musste, blieb die Stadt ein bedeutendes religiöses und kommerzielles Zentrum und wurde im 12.

Jahrhundert unter den Almohaden zur größten Stadt der Welt.

Die Mariniden stellten im 13.

Jahrhundert die Hauptstadt wieder nach Fès zurück und errichteten Fes Jdid direkt neben der Medina.

Damit begann eine Blütezeit der architektonischen Entwicklung, zu der auch Madrassen und Stadtbefestigungen gehörten.

Spätere Dynastien, wie die Saadier, ergänzten defensive Bauwerke, um die Stadt unter Kontrolle zu halten.

1981

Das historische Stadtgefüge der Medina ist so gut erhalten, dass es 1981 den UNESCO-Welterbestatus erhielt.

Ortsführer

1
Universität und Moschee Al-Qarawiyyin859
Fatima al-Fihri

Diese 859 von Fatima al-Fihri gegründete Universität ist die älteste durchgehend betriebene Bildungsstätte der Welt. Die Moschee und der Universitätskomplex bilden das spirituelle und intellektuelle Herz der Medina und zeigen eine beeindruckende islamische Architektur sowie die Gelehrsamkeitstradition.

2
Bou Inania Madrasa1350s
Marinid Sultan Abu Inan Faris

Eine Madrasa aus dem 14. Jahrhundert, die von der Dynastie der Mariniden erbaut wurde. Berühmt ist sie für ihre atemberaubende Marinidenarchitektur, aufwendige Zellij-Kachelarbeiten, geschnitztes Holz und Stuckverzierungen. Sie diente als religiöse Schule und gehört zu den wenigen religiösen Gebäuden in Marokko, die auch für nicht-muslimische Besucher geöffnet sind.

3
Chouara-Gerbereien11th century (approximate)

Diese Gerbereien reichen mindestens bis ins 11. Jahrhundert zurück und gehören zu den ältesten der Welt. Noch heute arbeiten sie mit traditionellen Techniken zum Färben und Gerben von Leder. Besucher können die farbenfrohen Farbpflanzen/-becken von den umliegenden Terrassen aus betrachten und so einer jahrhundertealten Handwerkskunst live zuschauen.

4
Stadtmauern und Stadttore der Medina11th-16th centuries

Die historischen Stadtmauern und Stadttore – einige von den Almoraviden errichtet und von den Mariniden und Saadiern erweitert – bilden die Umgrenzung der Medina. Zu sehen sind Wehrtürme und prächtige Tore wie Bab Bou Jeloud, die sowohl Schutz- als auch repräsentative Funktionen erfüllen.