Benghazi-Kathedrale

Benghazi-Kathedrale

Banghāzī

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Die Benghazi-Kathedrale liegt mitten in Bengasi, Libyen, und ist eine aufgegebene ehemalige römisch-katholische Kathedrale, die als Sitz des Apostolischen Vikariats von Benghazi diente. Sie wurde 1926 während der italienischen Kolonialherrschaft in Auftrag gegeben, von dem Ingenieur Danusso entworfen und mit architektonischen Beiträgen der Architekten Ottavio Cabiati, Alberto Alpago-Novello und Guido Ferrazza ausgeplant. Der Bau begann 1929, und die Kathedrale wurde 1935 für den Gottesdienst eröffnet, die Weihe fand 1939 statt. Sie war in erster Linie dem Heiligsten Namen Jesu gewidmet und in zweiter Linie den Heiligen Antonius von Padua und Bernardino von Siena. Zur damaligen Zeit war sie die größte Kirche im kolonialen italienischen Reich und eine der größten Kirchen in Nordafrika. Die Kathedrale war ein zentraler Bestandteil des italienischen Gesamtplans für Bengasi und ist vor allem wegen ihres eher konservativen rationalistischen Baustils bemerkenswert, der italienische und lokale Einflüsse miteinander verbindet. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie beschädigt und geplündert, was zu einem allmählichen Verfall führte, als die katholische Bevölkerung zurückging. Unter der Herrschaft Gaddafis wurden Pläne erwogen, sie in eine Moschee umzuwandeln, doch letztlich wurden sie wegen der Ausrichtung des Gebäudes verworfen. In den 1970er-Jahren diente die Kathedrale als politisches Hauptquartier, bevor ein Brand zur Aufgabe führte. Die Restaurierungsarbeiten begannen 2008, wurden jedoch durch den Bürgerkrieg unterbrochen. Obwohl sie die jüngsten Kämpfe überstand und nur mit einigen Schäden davonkam, wurde die Restaurierung 2022 wieder aufgenommen – vor dem Hintergrund von Kontroversen über eine mögliche Umnutzung zur Moschee, die lokale Behörden dementierten. Die Kathedrale bleibt ein bedeutendes historisches und architektonisches Wahrzeichen in Bengasi und zeigt sowohl die koloniale Vergangenheit der Stadt als auch die heutigen Herausforderungen.

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Tipp: Besucher sollten vor dem Besuch den aktuellen Stand der Restaurierungsarbeiten prüfen, da der Zugang wegen laufender Renovierungen möglicherweise eingeschränkt ist. Die beste Zeit für einen Besuch sind die kühleren Monate, um die Außenanlagen und das nahegelegene historische Viertel der Italiener bequem zu erkunden. Obwohl die Kathedrale für den Gottesdienst nicht aktiv genutzt wird, können gelegentlich geführte Touren oder lokale Kulturveranstaltungen angeboten werden. Tickets im Voraus sind in der Regel nicht erforderlich, da das Gelände von außen zur Besichtigung geöffnet ist. Wer sich für Architektur und Geschichte interessiert, wird hier besonders viel entdecken.

Interessante Fakten

  • Nach der Fertigstellung war sie die größte Kirchenanlage im kolonialen italienischen Reich und unter den größten in Nordafrika.
  • Benito Mussolini besuchte die Kathedrale während seiner Libyenreise im Jahr 1937.
  • Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kathedrale beschädigt und viele Einrichtungsgegenstände im Inneren wurden geplündert.
  • Die kreuzförmigen Bekrönungen wurden unter der Herrschaft Gaddafis durch Halbmonde ersetzt, obwohl die Pläne zur Umwandlung in eine Moschee nach der Verwerfung aufgegeben wurden.
  • Die Kathedrale überstand die Schlacht um Bengasi (2014–2017) mit nur kosmetischen Schäden, trotz mehrerer Treffer von RPGs.

Geschichte

1926

Die Kathedrale wurde 1926 vom Gouverneur von Tripolitanien in Auftrag gegeben und zwischen 1929 und 1935 während der italienischen Kolonialherrschaft errichtet.

1939

Sie wurde 1939 geweiht und diente als größte Kirche im kolonialen italienischen Reich.

Das Gebäude erlitt Schäden und wurde während des Zweiten Weltkriegs geplündert, als Bengasi von der Wehrmacht eingenommen wurde.

Nachkriegsbemühungen versuchten, das Gebäude wiederherzustellen, doch die katholische Bevölkerung ging zurück.

Unter der Herrschaft Gaddafis wurden Pläne erwogen, sie in eine Moschee umzuwandeln, aber verworfen.

Das Gebäude wurde Anfang der 1970er-Jahre als politisches Hauptquartier genutzt, bevor ein Brand zur Aufgabe führte.

2008

Die Restaurierungsarbeiten begannen 2008, wurden jedoch vom Libyschen Bürgerkrieg unterbrochen.

2022

Die Restaurierung wurde 2022 wieder aufgenommen, während weiterhin über die künftige Nutzung diskutiert wird.

Ortsführer

1
Hauptschiff und Inneres1935
Ottavio Cabiati, Alberto Alpago-Novello, Guido Ferrazza

Der zentrale Bereich der Kathedrale, in dem die Gottesdienste stattfanden. Zu sehen sind architektonische Elemente, die typisch für den konservativen rationalistischen italienischen Stil sind.

2
Außenarchitektur und Fassade1929-1935
Danusso (Ingenieur), Ottavio Cabiati, Alberto Alpago-Novello, Guido Ferrazza (Architekten)

Die Außenansicht der Kathedrale zeigt einen konservativen rationalistischen Stil, der italienische und lokale arabische Bautraditionen miteinander verbindet. Dadurch wurde sie zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen im italienischen Viertel von Bengasi.