
Schloss Ungurmuiža
Vidzeme Region
Das Schloss Ungurmuiža liegt im Kirchspiel Raiskums der Gemeinde Cēsis in der Region Vidzeme in Lettland. Es ist ein elegantes Holzschloss, das 1731–1732 im Barockstil errichtet wurde. In Auftrag gegeben wurde es vom Generalleutnant Balthasar Freiherr von Campenhausen. Es beherbergt einige der reichsten Barock-Wandmalereien und die schönsten Deckenplafonds der Region. Der Landsitz gehörte ursprünglich bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts der Familie von Ungern, was dem Schloss auch seinen Namen gab. Die Familie von Campenhausen besaß das Schloss von 1728 bis 1939. Trotz seiner vergleichsweise kleinen Ausmaße ist das Schloss besonders wegen seiner exquisiten Innengestaltung bemerkenswert: Dazu gehören bemalte Wände, die der Meister Georgs Dītrihs Hinšs zwischen 1750 und 1762 schuf. Während der lettischen Agrarreformen in den 1920er-Jahren wurde das Schloss nie verstaatlicht, sodass seine Bausubstanz und sein kulturelles Erbe erhalten blieben. Über Jahrhunderte hinweg erfuhr das Schloss verschiedene Renovierungen, unter anderem im 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert mit Änderungen an der Fassade und im Inneren. Der Landsitz befindet sich im Gebiet des Gauja-Nationalparks, was seine kulturelle und natürliche Bedeutung zusätzlich unterstreicht. Heute ist er ein eindrucksvolles Zeugnis des aristokratischen Erbes Lettlands und der barocken Baukunst.
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Interessante Fakten
- •Das Schloss Ungurmuiža beherbergt einige der reichsten Barock-Wandmalereien und Deckenplafonds in der Region Vidzeme.
- •Das Schloss wurde während der lettischen Agrarreformen der 1920er-Jahre nie verstaatlicht – ungewöhnlich für Landsitze dieser Art.
- •Die Wandmalereien im Inneren wurden von Georgs Dītrihs Hinšs, einem Meistermaler aus Limbaži, zwischen 1750 und 1762 geschaffen.
- •Eine Uhr an der Fassade des Schlosses wurde 1751 beim Valmiera-Uhrmacher Filip Mecke in Auftrag gegeben.
- •Das Schloss liegt innerhalb des Gauja-Nationalparks, des größten Nationalparks Lettlands.
Geschichte
Das Schloss Ungurmuiža wurde erstmals 1399 als Teil des Rozula-Schlossbezirks des Erzbistums Riga erwähnt.
Es wechselte mehrfach den Besitzer, bevor es bis zur Mitte des 17.
Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Ungern gelangte.
1728 wurde es von Johann Balthasar von Campenhausen erworben.
Er ließ das Schloss zwischen 1731 und 1732 im Barockstil wiederaufbauen und behielt dabei nur die Fundamente der älteren Anlage.
Das Schloss blieb bis 1939 im Besitz der Familie Campenhausen.
Im 19.
Jahrhundert erfuhr das Schloss umfangreiche Renovierungen, darunter die Anbringung einer Holzverkleidung sowie Überarbeitungen im Innenraum.
Nach dem Ersten Weltkrieg war der Landsitz von politischen Umbrüchen betroffen und wurde nach den Schäden durch russische Truppen im Jahr 1917 nicht vollständig wiederhergestellt.
Von 1953 bis 1989 wurde das Schloss als Schule genutzt.
In dieser Zeit begannen Restaurierungsarbeiten, um seine einzigartigen barocken Gemälde und architektonischen Merkmale zu bewahren.
Ortsführer
Hauptschloss1731-1732
Das zentrale Holzschloss, das zwischen 1731 und 1732 im Barockstil erbaut wurde. Es bietet reich dekorierte Räume mit originalen Barock-Wandmalereien und Deckenplafonds von Georgs Dītrihs Hinšs.
Familienkapelle1760
Die 1760 unter der Leitung von Helena Juliana von Campenhausen erbaute Kapelle diente als Begräbnisstätte der Familie und beherbergt eine Marmorskulptur, die Baltazar von Campenhausen ehrt.
TeepavillonRestauriert 1977
Der 1977 restaurierte Teepavillon gehört zum Ensembles des Schlosses und bietet Besuchern einen Einblick in die Freizeitaktivitäten der ehemaligen Bewohner des Schlosses.
Kontakt
Telefon: 29 109 064