
Lūznava Manor
Latgale Region
Lūznava Manor, gelegen im Dorf Lūznava in der lettischen Region Latgale, ist ein architektonisch einzigartiges Herrenhaus, das zwischen 1905 und 1911 erbaut wurde. Das Gebäude besteht hauptsächlich aus rotem Backstein und Stein und zeigt eine besondere Verbindung aus Historismus und Art Nouveau. Kennzeichnend sind asymmetrische Flügel, Veranden, Balkone und Erker. Das Gut gehörte ursprünglich dem litauisch-polnischen Ingenieur Stanisław Kierbedź und wurde später von seiner Tochter Eugenia Kierbedź vollendet, einer Förderin der polnischen Moderne. Die Innenräume waren mit künstlerischen Wandmalereien im Stil der Polnischen Sezession von dem Maler Kazimierz Stabrowski gestaltet, und das Herrenhaus diente als Sommerresidenz und kreativer Mittelpunkt für zahlreiche polnische und litauische Künstler. Zum Anwesen gehört ein 23,7 Hektar großer Landschaftspark mit einem System aus sieben Teichen, vielfältigen Baumarten und bemerkenswerten Skulpturen wie der Madonna-Statue, die nach Schäden in sowjetischer Zeit wiederhergestellt wurde. Heute beherbergt Lūznava Manor die örtliche Grundschule und veranstaltet kulturelle Events sowie Ausstellungen – darunter die Ausstellung „Kerbedza Cabinet“, die Arbeits- und Freizeitbereiche der früheren Gutsherren wieder zum Leben erweckt. Die Kapelle des Herrenhauses wurde restauriert, und der Ort dient heute als kulturelles und gemeinschaftliches Zentrum – ein Spiegel seines reichen künstlerischen und historischen Erbes.
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Tipp: Besucher sollten sich im Voraus über die Öffnungszeiten und spezielle Ausstellungen wie das „Kerbedza Cabinet“ informieren. Die beste Zeit für einen Besuch ist von Ende Frühling bis Anfang Herbst, wenn die Spazierwege im Park und die Outdoor-Installationen zugänglich sind. Für Gruppen oder an Veranstaltungstagen wird empfohlen, geführte Touren oder Tickets im Voraus zu buchen. Ermäßigungen können für Studierende und Seniorinnen und Senioren verfügbar sein. Da das Herrenhaus auch kulturelle Veranstaltungen ausrichtet, kann ein Blick in das offizielle Website-Programm die Besuchserfahrung deutlich verbessern.
Interessante Fakten
- •Lūznava Manor verbindet auf einzigartige Weise die architektonischen Stile des Historismus und des Art Nouveau mit neogotischen Motiven.
- •Eines der Zimmer des Herrenhauses weist Wandmalereien im Stil der Polnischen Sezession von Kazimierz Stabrowski auf.
- •Das Herrenhaus diente als Sommerrefugium und als kreativer Treffpunkt für bedeutende polnische und litauische Maler und Schriftsteller.
- •Der umliegende Park umfasst eine Madonna-Statue, die von einem unbekannten italienischen Künstler geschaffen wurde. Sie wurde in der Zeit der Sowjets verwüstet und später 1991 wiederhergestellt.
- •Der Park des Herrenhauses besitzt ein 2,6 Hektar großes System aus sieben Teichen, das historisch für die Fischzucht genutzt wurde.
- •Das Herrenhaus hatte verschiedene Funktionen, darunter ein militärischer Stützpunkt in beiden Weltkriegen, eine Schule für gehörlose und stumme Menschen sowie eine landwirtschaftliche technische Schule.
- •Die jüngste Restaurierung wurde teilweise von der Europäischen Union finanziert und 2015 abgeschlossen.
- •Im Herrenhaus wird eine Ausstellung namens „Kerbedza Cabinet“ gezeigt, die das Leben und Werk der Familie Kerbedź – bedeutende Eisenbahningenieure – präsentiert.
Geschichte
Das Anwesen war ursprünglich als Laizēnu Manor bekannt und wurde 1870 von Generalmajor Stanisław Kierbedź gekauft, einem litauisch-polnischen Ingenieur, der vor allem für den Bau der Bahnstrecke St.
Petersburg–Warschau berühmt war.
Nach seinem Tod im Jahr 1899 vollendete seine Tochter Eugenia Kierbedź den Bau des heutigen Herrenhauses zwischen 1905 und 1911 – trotz Verzögerungen, die durch die Revolution von 1905 verursacht wurden.
Das Herrenhaus erlitt Schäden im Ersten Weltkrieg und wurde als militärischer Stützpunkt genutzt, später als sowjetische Verwaltungsstellen.
Nach den Landreformen 1920 wurden die Ländereien des Guts aufgeteilt, und das Herrenhaus selbst diente von 1922 bis 1944 als Schule für gehörlose und stumme Menschen.
Im Zweiten Weltkrieg diente es erneut als militärischer Stützpunkt.
Nach dem Krieg wurde es zu einer landwirtschaftlichen technischen Schule.
1977 wurde das Herrenhaus als geschütztes architektonisches Denkmal erklärt.
Umfangreiche Restaurierungsarbeiten zwischen 2011 und 2014 brachten das Herrenhaus in seinen früheren Glanz zurück, und seit 2015 ist es wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Ortsführer
The Manor House1905-1911
Das Hauptgebäude ist eine romantische Jugendstil-Architektur aus rotem Backstein und Stein mit asymmetrischen Flügeln, Veranden, Balkonen und Erkern. Es beherbergt restaurierte Innenräume, darunter die „white hall“ und die „red hall“, die mit Einrichtungsgegenständen und Kunst aus der jeweiligen Epoche dekoriert sind.
Kerbedza Cabinet Exhibition2025-2026 (exhibition period)
Eine Ausstellung, die das Interieur-Styling des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie die Arbeits- und Freizeitbereiche der Familie Kerbedź nachbildet und dabei ihre Rolle als herausragende Eisenbahningenieure hervorhebt. Die Ausstellung vereint historische Biografie und Design.
The ChapelRestored and consecrated in 2015
Ein Gebetsraum, der im Inneren des Herrenhauses restauriert wurde und der für religiöse sowie feierliche Zwecke genutzt wird – ein Spiegel der historischen spirituellen Ausstrahlung des Herrenhauses.
The Landscape Park
Das Herrenhaus ist von einem 23,7 Hektar großen Landschaftspark umgeben. Dazu gehört ein System aus sieben Teichen auf 2,6 Hektar, Spazierwege, vielfältige Baumarten wie Hainbuche (snake birch), Walnuss, Sibirische Lärche und Zeder sowie Umweltkunst-Installationen wie „Ābele“ und „Sikspārnis“.
Kontakt
Telefon: 28 686 863