
Vianden Pumpspeicherwerk
Vianden
Das Vianden Pumpspeicherwerk liegt knapp nördlich von Vianden im Nordosten Luxemburgs und ist eine bedeutende hydroelektrische Anlage, die mit der Pumpspeichertechnik Strom erzeugt. Das Werk arbeitet, indem Wasser zwischen zwei Becken unterschiedlichen Höhenniveaus bewegt wird – dem unteren Becken an der Our und dem oberen Becken am Saint Nicholas Mountain. Der Bau begann 1959, die ersten Betriebsaufnahmen erfolgten 1962. Im Laufe der Jahre wurde das Werk ausgebaut und umfasst heute zehn Pumpgeneratoren; damit erreichte es bis 1976 eine Gesamtleistung von 1.096 Megawatt. Es erzeugt rund 1.650 Gigawattstunden pro Jahr und dient als Spitzenlastkraftwerk, um die Stromversorgung und -nachfrage auszugleichen. Die Anlage wird gemeinsam von Société électrique de l'Our und RWE betrieben. Eine weitere Erweiterung startete 2010, um eine elfte Einheit hinzuzufügen und die Kapazität auf 1.296 Megawatt zu erhöhen. Dafür mussten unter anderem die Staudämme der Speicherbecken erhöht und neue Tunnel und Kavernen gebaut werden. Das Design der Anlage sieht zwei obere Speicherbecken vor, die durch einen Damm mit Hochwasser-Schleusen voneinander getrennt sind – so lässt sich das Wasser flexibel steuern. Die Pumpspeicher-Methode erreicht eine Effizienz von etwa 70–80% und macht das Werk zu einem wichtigen Bestandteil der Energieinfrastruktur Luxemburgs sowie zu einem beeindruckenden Beispiel für die Wasserkrafttechnik der Mitte des 20. Jahrhunderts.
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Tipp: Wer das Vianden Pumpspeicherwerk besuchen möchte, sollte dafür vor allem unter der Woche planen, wenn möglicherweise geführte Rundgänge oder Informationsbesuche angeboten werden. Am besten kontaktiert man die Betreiber im Voraus und erkundigt sich nach Terminen. Aufgrund der technischen und industriellen Ausrichtung des Geländes kann der öffentliche Zugang eingeschränkt sein, daher empfiehlt sich eine vorherige Planung. Die schönste Zeit, um die Natur in der Umgebung zu genießen, sind Frühling und Sommer, wenn die Landschaft besonders lebendig wirkt. Zwar gibt es keine konkreten Rabatte, doch Besucher sollten nach Gruppenführungen oder Möglichkeiten für Bildungsbesuche fragen.
Interessante Fakten
- •Die installierte Erzeugungsleistung erreichte bis 1976 mit zehn Pumpgeneratoren 1.096 Megawatt.
- •Es erzeugt rund 1.650 Gigawattstunden pro Jahr, verbraucht jedoch aufgrund des Pumpspeicher-Zyklus mehr Energie.
- •Das obere Speicherbecken ist in zwei Abschnitte unterteilt, die durch einen Damm mit Hochwasser-Schleusen getrennt sind; so lässt sich der Wasserstand ausbalancieren.
- •Die Effizienz des Pumpspeicherbetriebs liegt zwischen 70–80%.
- •Die Erweiterung von 2010 umfasste das Erhöhen der oberen Stützmauer um 1 Meter und der unteren Vianden-Talsperre um 0,5 Meter, um die Kapazität zu steigern.
Geschichte
Die Planung für das Vianden Pumpspeicherwerk begann 1925, wurde jedoch wegen finanzieller und politischer Probleme immer wieder verschoben.
Ein Vertrag zwischen Luxemburg und Deutschland im Jahr 1958 ermöglichte den Baubeginn 1959.
Die ersten vier Pumpgeneratoren gingen 1962/63 in Betrieb, weitere folgten, bis der zehnte 1976 fertiggestellt war.
Diese Erweiterung umfasste die Vergrößerung des oberen Speicherbeckens.
Eine zweite größere Ausbaustufe startete 2010, um einen elften Pumpgenerator zu installieren.
Dazu wurden die Speicherkapazität erhöht und neue Infrastrukturen geschaffen; die Fertigstellung war für Ende 2013 erwartet.