
Abtei Clervaux
Clervaux
Die Abtei Clervaux, offiziell bekannt als Abtei St. Maurice und St. Maurus von Clervaux, ist ein Benediktinerkloster, das 1890 in Clervaux (Luxemburg) gegründet wurde. Es entstand aus Mönchen der Abtei St. Maur of Glanfeuil in Frankreich und wurde nach der Französischen Revolution neu gegründet. Aufgrund der antiklerikalen Gesetze in Frankreich verlegten die Mönche 1910 ihren Sitz nach Clervaux, wo sie sich in einer neugromanischen Abtei niederließen, die der Architekt Johann Franz Klomp entworfen hatte. 1937 wurde die Abtei vom örtlichen Bischof territorial unabhängig, doch während des Zweiten Weltkriegs kam es unter der nationalsozialistischen Besatzung zur Exilierung; erst 1945 kehrten die Mönche zurück. Heute folgt die Gemeinschaft der Regel des Heiligen Benedikt und legt den Schwerpunkt auf das gemeinsame Gebet, den Gregorianischen Choral und die Feier der Eucharistie. Die Mönche kümmern sich außerdem seelsorglich um Menschen, bieten geistliche Exerzitien an und gehen künstlerischen Tätigkeiten nach – darunter auch bemerkenswerte Aufnahmen des Gregorianischen Chorals. Die Abtei hat auch kulturelle Bedeutung: Sie beeinflusste Persönlichkeiten wie den isländischen Schriftsteller Halldór Laxness und den Komponisten Georges Lentz und spiegelt damit ihr geistliches sowie künstlerisches Erbe wider.
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Tipp: Besucher sollten erwägen, an den gemeinsamen Gebeten oder an Aufführungen des Gregorianischen Chorals teilzunehmen, um die geistliche Atmosphäre der Abtei zu erleben. Die beste Zeit für einen Besuch ist außerhalb größerer religiöser Feiertage, für ein ruhigeres Erlebnis. Es empfiehlt sich, geführte Touren im Voraus zu buchen oder auf der offiziellen Website der Abtei nachzusehen, um die Öffnungszeiten und eventuelle Sonderveranstaltungen zu bestätigen. Für Gruppen oder religiöse Pilger können Ermäßigungen verfügbar sein.
Interessante Fakten
- •Die Abtei wurde von dem niederländischen Architekten Johann Franz Klomp im neugromanischen Stil entworfen.
- •Von 1937 bis 1946 wurde sie als territoriale Abtei unabhängig vom örtlichen Bischof eingerichtet.
- •Die Mönche wurden während des Zweiten Weltkriegs von der Gestapo vertrieben und kehrten 1945 zurück.
- •Die Abtei hat bemerkenswerte Aufnahmen des Gregorianischen Chorals produziert und so zur Wiederbelebung dieser alten musikalischen Tradition beigetragen.
- •Der isländische Schriftsteller Halldór Laxness wurde zum römischen Katholizismus, während er in der Abtei zu Gast war.
- •Der Komponist Georges Lentz schrieb während eines Aufenthalts in der Abtei sein Solo-Elektrogitarrenstück „Ingwe“.
Geschichte
Die Abtei Clervaux wurde 1890 von Benediktinermönchen aus der Abtei St.
Maur of Glanfeuil in Frankreich gegründet und nach der Französischen Revolution neu ins Leben gerufen.
Wegen antiklerikaler Gesetze in Frankreich im Jahr 1901 wurden die Mönche gezwungen, zu gehen, und siedelten schließlich 1910 in Clervaux, Luxemburg.
Entworfen von Johann Franz Klomp im neugromanischen Stil, wurde die Abtei 1937 zur territorialen Abtei.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Mönche 1941 von der Gestapo vertrieben und kehrten 1945 nach dem Krieg zurück.
Seitdem besteht die Abtei als geistliches und kulturelles Zentrum.
Ortsführer
Hauptabteikirche1909-1910
Der zentrale Ort des Gottesdienstes mit neugromanischer Architektur – hier werden die gemeinsamen Gebete und die Eucharistie täglich von den Mönchen gefeiert.
Klösterliche Wohnbereiche1909-1910
Der Wohnbereich, in dem die Mönche ein zurückgezogenes Leben nach der Regel des Heiligen Benedikt führen – im Gleichgewicht aus Gebet, Arbeit und Studium.
Bibliothek und Archive der Abtei
Beherbergt religiöse Texte, historische Dokumente und wissenschaftliche Werke und unterstützt damit die geistigen Interessen der klösterlichen Gemeinschaft.