
Bernhardiner-Garten
Vilniaus apskritis
Der Bernhardiner-Garten, mitten in der Altstadt von Vilnius nahe der Vilnelė gelegen, ist ein historischer Park, der vor allem für seine artenreichen botanischen Sammlungen und seine kulturelle Bedeutung bekannt ist. Ursprünglich war das Areal in den 13. bis 14. Jahrhunderten ein heiliger Wald. Nach 1469 ließen Bernardiner-Mönche die Fläche in gepflegte Gärten umwandeln und errichteten in der Nähe Kirchen sowie ein Klosterkomplex. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Park unter der Anleitung von Professoren der Universität zu einem Botanischen Garten. Zu seinen Elementen gehören Teiche, Kanäle und landschaftlich gestaltete Wege. Nach Phasen der Vernachlässigung infolge politischer Umbrüche wurde der Garten Ende des 19. Jahrhunderts als öffentlicher Park wiederbelebt, entworfen vom Künstler Aleksander Straus. Veränderungen in der Sowjetzeit brachten zusätzliche Freizeiteinrichtungen, doch nachdem Litauen die Unabhängigkeit wiedererlangt hatte, wurde der Park auf sein Design aus dem 19. Jahrhundert zurückgeführt – mit einem zentralen Brunnen, einem Rosengarten und einem Alpenbereich. Heute erwartet Besucher eine gelassene Mischung aus historischer Atmosphäre, seltenen geschützten Bäumen, Wasseranlagen und Erholungsangeboten wie Spielplätzen, Schachplätzen und einer Sommerbibliothek. So wird der Park zu einer ruhigen Oase mitten in der Stadt – mit tiefen historischen Wurzeln.
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Tipp: Besuchen Sie den Bernhardiner-Garten im Frühling und Sommer, dann ist das Erlebnis am schönsten: Wenn die Blumen blühen und die Brunnen aktiv sind, kommt der Park besonders gut zur Geltung. In der Regel sind keine Tickets erforderlich, da es sich um einen öffentlichen Park handelt. Schauen Sie jedoch auf der offiziellen Website nach, falls es besondere Veranstaltungen gibt. Nutzen Sie die kostenlosen Angebote wie die Sommerbibliothek und genießen Sie die stillen Spazierwege früh am Morgen oder am späten Nachmittag, um Menschenmengen zu vermeiden. Der Park ist gut erreichbar und familienfreundlich – mit Spielplätzen und freien Flächen zum Entspannen.
Interessante Fakten
- •Der Park beherbergt die älteste Eiche in Vilnius; sie ist als Naturerbe-Objekt geschützt.
- •Bei der Errichtung technischer Anlagen wurde unter dem Park ein Vilniuser Stadtviertel aus dem 17. Jahrhundert entdeckt – und damit historische Stadtschichten sichtbar gemacht.
- •Der Park gehörte einst zu einem heidnischen, heiligen Wald, bevor er 1387 christianisiert wurde.
- •Aleksander Straus, Absolvent der Saint Petersburg Academy of Arts, entwarf die Gestaltung des öffentlichen Parks aus dem 19. Jahrhundert.
- •Während der Sowjetzeit wurde der Park in „Youth Garden“ umbenannt; es gab Attraktionen wie ein Karussell und eine Bühne, die nach der Unabhängigkeit entfernt wurden.
Geschichte
Der Standort des Bernhardiner-Gartens war in den 13.
bis 14.
Jahrhunderten ursprünglich ein heiliger Wald in der Nähe der Burg von Gediminas.
Nach der Christianisierung Litauens im Jahr 1387 wurde das Gebiet gerodet.
1469 lud König Kasimir IV.
Jagiellon die Bernardiner-Mönche nach Vilnius ein und überließ ihnen das Land.
Dort errichteten sie Kirchen und ein Kloster und kultivierten das Gelände.
Im späten 18.
Jahrhundert wurde der Garten unter der Leitung des Universitätsprofessors Stanislovas Bonifacas Jundzilas zu einem Botanischen Garten ausgebaut.
Nach dem Aufstand von 1863 wurde das Kloster geschlossen und der Garten geriet in Vergessenheit.
1888 richtete die Stadt an diesem Ort einen öffentlichen Park ein, entworfen von Aleksander Straus.
Der Park erfuhr Umgestaltungen in der Zeit der Sowjetunion, wurde jedoch nach der Unabhängigkeit wieder in seine Form aus dem 19.
Jahrhundert zurückversetzt.
Ortsführer
Zentraler Brunnen und Rosengarten19. Jahrhundert
Der zentrale Bereich umfasst einen musikalischen und beleuchteten Brunnen, umgeben von einem formalen Rosengarten. Er spiegelt das Gestaltungskonzept des 19. Jahrhunderts von Aleksander Straus wider. Hier ist der Treffpunkt für Entspannung und gesellige Runden.
Alpengarten mit TeichAnfang des 20. Jahrhunderts
Ein Alpengarten-Bereich mit Teich zeigt eine Vielzahl von Wasserpflanzen und Steinarrangements. Er wurde wiederhergestellt, um frühe botanische Stile des 20. Jahrhunderts zu repräsentieren.
Bernhardiner-Kloster-Gartenabschnitt15. Jahrhundert (ursprünglich), restauriert im 19. Jahrhundert
Dieser Abschnitt bewahrt die historische Gestaltung des ursprünglichen Gartens der Bernhardiner-Mönche. Zu sehen sind klassische geometrische Blumenbeete und Wege – und damit ein Eindruck barocker und renaissancezeitlicher Stile.
Geschützte Bäume und Naturerbe
Der Park beherbergt mehrere geschützte Bäume – darunter eine Gruppe aus vier Eichen, eine vierarmige Linde sowie die älteste Eiche in Vilnius. Diese wurden von der Stadt als Naturerbe-Objekte ausgewiesen.
Kontakt
Telefon: (0-5) 261 1037