Užupis

Užupis

Vilniaus apskritis

75/10090 min

Užupis ist ein unverwechselbares Viertel in Vilnius (Litauen), gelegen östlich der Altstadt auf der rechten Uferseite der Vilnia. Historisch war Užupis eines der ältesten Vorstädte von Vilnius: Seit dem 15. Jahrhundert entstand es außerhalb der Verteidigungsmauern der Stadt. Bekannt war es vor allem für seine Handwerker-Community – und über Jahrhunderte hinweg hat sich sein Charakter bewahrt. Die Gegend ist berühmt für ihre Atmosphäre voller Boheme, ihren künstlerischen Geist und die selbsternannte Republik Užupis, die eine eigene Verfassung, einen Präsidenten und eigene Symbole hat. Architektonisch zeigt Užupis eine Mischung aus authentischen Holzhäusern und Backsteinbauten neben neueren Gebäuden. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen die Statue des Užupis Engels – ein Symbol des Viertels – sowie mehrere historische Brücken, die Užupis mit der Altstadt verbinden. Straßen wie Malūnų, Paupio und Užupio sind zentral für die Identität des Viertels: Hier finden sich kulturelle Anlaufstellen, Galerien und Cafés. Užupis ist außerdem für seine historischen Kirchen bekannt, darunter die St.-Bartholomew-Kirche, sowie für ehemalige Klosteranlagen wie das Bernardiner Tertiärkloster. Heute ist Užupis ein lebendiger kultureller Anziehungspunkt, der sowohl Einheimische als auch Touristen mit seiner kreativen Energie und einer einzigartigen Gemeinschaftsauffassung begeistert.

Planen Sie Ihre Reise nach Litauen mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Užupis ist der Frühling und der Sommer, wenn Open-Air-Events und Street Art besonders lebendig sind. Besucher sollten das Viertel am besten zu Fuß erkunden – über die historischen Brücken, die zur Altstadt von Vilnius führen. Tickets im Voraus sind in der Regel nicht nötig, da Užupis ein offenes Viertel ist; dennoch empfiehlt es sich, vorher nach besonderen Veranstaltungen oder Ausstellungen zu schauen. Möglicherweise gibt es Ermäßigungen für geführte Touren oder kulturelle Events. Aufgrund der Kopfsteinpflasterstraßen und einiger hügeliger Abschnitte werden bequeme Wanderschuhe empfohlen.

Interessante Fakten

  • Užupis erklärte sich am 1. April 1997 zu einer unabhängigen Republik – mit eigener Verfassung und einem Präsidenten.
  • Die Statue des Užupis Engels, die 2002 enthüllt wurde, ist eine Bronzeskulptur, die den künstlerischen Geist des Viertels symbolisiert und an den lokalen Künstler Zenonas Šteinys erinnert.
  • Mehrere historische Brücken verbinden Užupis mit der Altstadt von Vilnius, darunter die Bernardine-Brücke (1880) und die Užupis-Brücke (1901).
  • Das Gebiet hat authentische Holzhäuser aus dem frühen 20. Jahrhundert bewahrt – besonders in der Straße Baltasis skersgatvis.
  • Užupis hat seine eigene Verfassung: Sie ist an einer Mauer in mehreren Sprachen zu sehen und enthält auch verspielte Aussagen wie „Jeder hat das Recht, glücklich zu sein.“

Geschichte

Užupis wurde erstmals im 15.

Jahrhundert erwähnt – als Vorstadt außerhalb der Verteidigungsmauern von Vilnius.

Die Gegend wuchs entlang wichtiger Routen nach Polotsk und entwickelte mit der Zeit ihre eigene Identität, geprägt von einer Mischung religiöser Gemeinschaften, darunter Orthodoxe und Augustiner.

1644

Zu den bedeutenden historischen Bauwerken zählen die St.-Bartholomew-Kirche, ursprünglich 1644 errichtet und mehrfach wiederaufgebaut, sowie das Bernardiner Tertiärkloster, das 1495 gegründet wurde und bis 1864 in Betrieb war.

Historisch verbanden die Brücken des Viertels Užupis mit der Stadt; vom 19.

bis ins frühe 20.

Jahrhundert wurden sie von Holz- auf Metallkonstruktionen umgestellt.

1997

In der modernen Zeit erklärte sich Užupis 1997 selbst zur Republik – und förderte so eine kulturelle Renaissance sowie eine künstlerische Gemeinschaft, die bis heute den Charakter des Viertels prägt.

Ortsführer

1
Užupis Angel2002
Romas Vilčiauskas (Bildhauer), Algirdas Umbrasas (Architekt)

Eine Bronzeskulptur des Bildhauers Romas Vilčiauskas und des Architekten Algirdas Umbrasas aus dem Jahr 2002, die den bohemienhaften und künstlerischen Geist von Užupis symbolisiert. Sie ist ein beliebter Treffpunkt und ein kulturelles Wahrzeichen des Viertels.

2
St. Bartholomew Church1644 (original), 1788 (klassizistischer Wiederaufbau)
Martynas Knakfusas (Architekt)

Ursprünglich 1644 als Holzkirche errichtet, wurde diese Kirche 1788 im klassizistischen Stil vom Architekten Martynas Knakfusas wiederaufgebaut. Sie wurde während des Aufstands von 1794 beschädigt und 1824 wiederhergestellt. Historisch diente die Kirche als Filialkirche der Bernardiner Kirche.

3
Bernardine Tertiary Monastery1495

Das 1495 gegründete und bis 1864 aktive Kloster war eine wichtige religiöse und kulturelle Einrichtung in Užupis. Es lag in der Malūnų-Straße und war über eine überdachte Fußgängerbrücke über die Vilnia mit der Stadt verbunden – diese brannte 1749 ab.

4
Historic Bridges of Užupis1880, 1901

Drei Hauptbrücken verbanden historisch Užupis mit der Altstadt von Vilnius: Bernardine Bridge (1880), Užupis Bridge (1901) und Paplauja Bridge (1880). Ursprünglich aus Holz, wurden diese Brücken in Metall neu errichtet und sind auch heute noch wichtige Verbindungen.