
Museum für Besetzungen und Freiheitskämpfe
Vilniaus apskritis
Das Museum für Besetzungen und Freiheitskämpfe in Vilnius widmet sich der Dokumentation und Ausstellung der 50-jährigen sowjetischen Besetzung Litauens sowie dem Widerstand dagegen. Das 1992 gegründete Museum, das sich im ehemaligen KGB-Hauptquartier befindet, erzählt von der sowjetischen Repression – darunter Verhaftungen, Deportationen und Hinrichtungen von Litauern. Es rückt außerdem die bewaffneten wie auch die gewaltlosen Widerstandsbewegungen in den Fokus, insbesondere die Partisanenkämpfer der Forest Brothers. Das Gebäude selbst, 1890 errichtet, hat eine wechselvolle Vergangenheit: Es diente unter anderem als Gerichtsgebäude des Russischen Kaiserreichs, als Hauptquartier der deutschen Gestapo während des Zweiten Weltkriegs sowie als KGB-Büros und Gefängnis der Sowjetzeit. Besucher können erhaltene Gefängniszellen, Verhörräume und Ausstellungen erkunden, die Dokumente, Fotografien und persönliche Habseligkeiten von Opfern und Freiheitskämpfern zeigen. Während das Museum anfangs vor allem die Gräueltaten aus der Zeit der Sowjets behandelte, wurde seit 2011 eine Holocaust-Ausstellung integriert – als Reaktion auf internationale Kritik. Das Museum baut seine Sammlungen fortlaufend durch öffentliche Spenden aus und bietet Bildungsprogramme sowie Audioguides auf Englisch an.
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Tipp: Besuchen Sie unter der Woche für ein ruhigeres Erlebnis und erwägen Sie, an geführten thematischen Rundgängen teilzunehmen, um mehr Hintergründe zu erhalten. Der Eintritt ist frei, doch für Gruppenbesuche wird eine vorherige Buchung empfohlen. Das Museum bietet Audioguides auf Englisch und veranstaltet Bildungsprogramme für verschiedene Zielgruppen.
Interessante Fakten
- •Das Museum befindet sich im ehemaligen KGB-Hauptquartier, in dem zwischen 1944 und den frühen 1960er-Jahren über 1.000 Gefangene hingerichtet wurden.
- •An den Wänden der Gefängniszellen finden sich noch immer Inschriften, die von Gestapo-Häftlingen während der nationalsozialistischen Besatzung hinterlassen wurden.
- •Das Museum hieß früher Museum of Genocide Victims, bis es 2018 nach internationaler Kritik umbenannt wurde.
- •Das Gebäude diente im Laufe seiner Geschichte verschiedenen Regimen, darunter dem Russischen Kaiserreich, dem nationalsozialistischen Deutschland, Polen und der Sowjetunion.
- •Das Museum umfasst einen nachgebauten Raum zum Telefonabhören mit Originalausstattung aus der Zeit der Sowjets.
Geschichte
Das Museum wurde 1992 auf Anordnung des litauischen Ministers für Kultur und Bildung sowie des Präsidenten des Litauischen Vereins der politischen Gefangenen und Deportierten gegründet.
Es befindet sich in einem Gebäude, das 1890 fertiggestellt wurde und ursprünglich das Gericht der Wilnaer Statthalterschaft beherbergte.
Im Laufe des 20.
Jahrhunderts hatte das Gebäude verschiedene Funktionen: als Einberufungsstelle, als revolutionäres Tribunal, als polnisches Gericht, als Gestapo-Hauptquartier während der nationalsozialistischen Besatzung sowie als KGB-Büros und Gefängnis in der sowjetischen Ära.
Von 1944 bis in die frühen 1960er-Jahre wurden mehr als 1.000 Gefangene im Kellerbereich hingerichtet.
1997 wurde das Museum unter dem Genocide and Resistance Research Centre of Lithuania umorganisiert und 2018 umbenannt, um einen breiteren Fokus auf Besetzungen und Freiheitskämpfe widerzuspiegeln.
Ortsführer
Keller-Gefängniszellen und Verhörräume1940-1991
Erhaltene Gefängniszellen und Verhörräume, die von NKVD, Gestapo und KGB genutzt wurden – einschließlich der Hinrichtungskammer, die als Küche getarnt war. Besucher können die originalen Inschriften an den Wänden sehen und mehr über die Methoden der Folter erfahren.
Holocaust- und Ausstellung zur nationalsozialistischen Besatzung2011
In einer der ehemaligen KGB-Gefängniszellen gelegen, wurde diese Ausstellung 2011 eröffnet und dokumentiert die nationalsozialistische Besatzung Litauens sowie den Holocaust – und geht dabei auf zuvor in der Erzählung des Museums ausgelassene Punkte ein.
Partisanen- und WiderstandsausstellungenPost-1992
Ausstellungen mit Dokumenten, Fotografien und Artefakten zur bewaffneten Widerstandsbewegung der Forest Brothers und zum gewaltlosen Widerstand gegen die sowjetische Besatzung – darunter Untergrundpublikationen und persönliche Habseligkeiten von Opfern.
Nachgebauter Raum zum Telefonabhören
Eine authentische Rekonstruktion eines KGB-Horchpostens mit originalem Mobiliar und Überwachungsgeräten, die die Spionagetechniken aus der Zeit der Sowjets veranschaulicht.
Kontakt
Telefon: (0-602) 87022