Plain of Jars

Plain of Jars

Xiangkhouang

80/10090 min

Die Plain of Jars ist eine außergewöhnliche prähistorische Fundstätte, die sich auf dem Xiangkhoang-Plateau in Laos befindet. Sie umfasst tausende große Steingefäße, die in Gruppen verstreut in Hochlandtälern und an den Ausläufern der Hügel liegen. Die Gefäße sind zwischen 1 und 3 Metern hoch und im Durchmesser und wurden aus dem Gestein herausgearbeitet. Ihre markante, zylindrische Form ist unten weiter als oben. Archäologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Gefäße zwischen 1240 und 660 v. Chr. entstanden und in Bestattungsritualen der Eisenzeit verwendet wurden. Bei Ausgrabungen wurden menschliche Überreste, Grabbeigaben, Keramik und Glasperlen rund um sowie in den Gefäßen gefunden – das untermauert ihren Zweck als Grabstätten. Das Gelände umfasst mehr als 90 Fundorte von Gefäßen, von denen die UNESCO über 50 anerkannt hat. Einige Gefäße zeigen eine besondere Bildsprache, etwa das „Froschmann“-Basrelief, das an einem Gefäß am Site 1 eingemeißelt ist, und stellt so eine kulturelle Verbindung des Ortes zu anderen antiken Stätten in Südostasien her. Die Plain of Jars zählt zu den bedeutendsten prähistorischen Stätten Südostasiens und gibt Einblicke in alte Bestattungspraktiken sowie in regionale kulturelle Verbindungen. Mehrere Gefäßfundorte wurden von nicht explodierter Kampfmittel geräumt und sind für Besucher zugänglich – darunter auch der weithin bekannte Site 1 bei Phonsavan. Die Landschaft enthält außerdem Steinscheiben mit anthropomorphen und zoomorphen Darstellungen, die vermutlich als Grabmarker dienten. Diese geheimnisvolle Stätte fasziniert Archäologen und Reisende bis heute gleichermaßen – mit ihren monumentalen Steingefäßen und ihrer rätselhaften Herkunft.

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Tipp: Besucher sollten ihren Aufenthalt in der Trockenzeit einplanen, damit der Zugang leichter ist und das Wetter klarer. Es wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen, da die Räumung von nicht explodierten Kampfmitteln den Zugang zu bestimmten Stätten einschränkt. Mehrere Gefäßfundorte in der Nähe von Phonsavan sind für Touristen geöffnet, und der Kauf von Tickets im Voraus kann den Eintritt sichern. Ermäßigungen können für Studierende und Gruppen verfügbar sein. Halten Sie sich stets an die lokalen Sicherheitsvorgaben und bleiben Sie innerhalb der ausgewiesenen Bereiche, um das Risiko nicht explodierter Bomben zu vermeiden.

Interessante Fakten

  • Über 2.100 Steingefäße wurden in über 90 Fundorten in der Provinz Xiangkhoang dokumentiert.
  • Die Gefäße unterscheiden sich in der Größe: Sie sind zwischen 1 und 3 Metern hoch und breit; alle sind aus dem Gestein herausgearbeitet und besitzen eine breitere Basis als den oberen Bereich.
  • Bisher wurde nur ein Gefäß mit eingearbeiteter Bildsprache gefunden – es zeigt eine menschliche „Froschmann“-Figur.
  • Steinscheiben, die in der Nähe der Gefäße gefunden wurden, tragen anthropomorphe und zoomorphe Darstellungen, darunter Tiger und Affen.
  • Die Gefäße wurden aus einem Steinbruch in etwa acht Kilometern Entfernung transportiert – ein Beleg für komplexe Logistik in der Vorgeschichte.

Geschichte

1930

Die Plain of Jars wurde erstmals 1930 von der französischen Forscherin Madeleine Colani umfassend untersucht.

Sie dokumentierte 21 Fundorte und schlug vor, dass die Gefäße im Rahmen von Bestattungspraktiken genutzt wurden.

1240

Archäologische Belege datieren die Gefäße in die Eisenzeit, zwischen 1240 und 660 v.

Chr.

Über die Jahrzehnte hinweg legten weitere Ausgrabungen menschliche Überreste, Grabbeigaben und Keramik frei und bestätigten die Bestimmung der Gefäße als Grabstätten.

Die Gefäße wurden aus Steinbrüchen in einer Entfernung von bis zu acht Kilometern transportiert, was auf erhebliche ingenieurtechnische Leistungen in der Vorgeschichte hinweist.

Trotz Schäden durch Konflikte in der Region, einschließlich nicht explodierter Kampfmittel, wurden mehrere Stätten geräumt und für Forschung und Tourismus erhalten.

Die Stätte ist bis heute ein bedeutendes Kulturdenkmal in Laos und in Südostasien.

Ortsführer

1
Site 1 (Ban Ang)Eisenzeit (1240–660 v. Chr.)
Madeleine Colani (Ausgräberin)

Der am intensivsten untersuchte und am besten zugängliche Gefäßfundort bei Phonsavan. Er enthält etwa 20 große Steingefäße und war der Fokus von Madelaine Colanis ersten Ausgrabungen. Besucher können das „Froschmann“-Basrelief an einem Gefäß sehen und mehr über die hier entdeckten Grabbeigaben erfahren, darunter menschliche Überreste und antike Werkzeuge.

2
Steinscheiben und GrabmarkerBronzezeit

Zahlreiche Steinscheiben, die in der Nähe von Gefäßfundorten gefunden wurden, dienten vermutlich als Grabmarker. Sie zeigen Darstellungen von menschlichen und tierischen Figuren und gehören zu einem größeren Bestattungslandschafts-Komplex aus der Bronzezeit rund um Xiangkhoang.

3
Site 52

Der größte bekannte Gefäßfundort mit 392 Gefäßen liegt in der Nähe einer traditionellen Hmong-Siedlung und ist nur zu Fuß erreichbar. Er bietet ein einzigartiges Erlebnis in einer weitläufigen megalithischen Landschaft, die bei Touristen weniger bekannt ist.