Petroglyphen von Tamgaly
Almaty
Die Petroglyphen von Tamgaly in der Region Dshetisu in Kasachstan umfassen etwa 5.000 Felszeichnungen, die sich auf 48 Fundstellen verteilen. Die größte Konzentration findet sich im Canyon von Tamgaly. Die Petroglyphen stammen aus dem Mittleren Bronzezeitalter bis ins 19. Jahrhundert und lassen sich vier unterschiedlichen Epochen zuordnen. Die Funde aus dem Mittleren Bronzezeitalter sind besonders bekannt für ihren ästhetischen und kulturellen Wert: Zu sehen sind detaillierte Darstellungen von Sonnengottheiten, Kriegern, Tieren – darunter auch einige heute in der Region ausgestorbene Arten – sowie Szenen des täglichen und rituellen Lebens. In späteren Zeitabschnitten nimmt die Komplexität und die Tiefe der Gravuren ab: Die Glyphen aus der frühen Eisenzeit sind zwar am häufigsten, unterscheiden sich aber stilistisch deutlich, da Beiträge verschiedener Stämme zusammenflossen. Die Stätte spiegelt das reiche Geflecht antiker nomadischer Kulturen wider und zeigt Jagdszenen, Wagenlenker auf Streitwagen sowie symbolische Figuren. „Tamgaly“ bedeutet auf Kasachisch „bemalter oder markierter Ort“ und unterstreicht die Bedeutung als heilige und zugleich künstlerische Wirkungsstätte. Die Petroglyphen geben einen unschätzbaren Einblick in das spirituelle und soziale Leben der Menschen des antiken Zentralasiens.
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Interessante Fakten
- •Tamgaly umfasst etwa 5.000 Petroglyphen an 48 Fundstellen, wobei 3.000 sich auf fünf Hauptfundstellen in einer kleinen Schlucht konzentrieren.
- •Einige Tierdarstellungen zeigen Arten, die in der Region heute ausgestorben sind.
- •Die Petroglyphen zeigen eine Vielzahl von Szenen – darunter Sonnengottheiten, Krieger in Wolfsmasken, Streitwagen sowie rituelle Opfer.
- •Die Tiefe der Gravuren variiert je nach Epoche: Die Funde aus dem Mittleren Bronzezeitalter sind am tiefsten und detailreichsten.
- •Der Name „Tamgaly“ bedeutet auf Kasachisch und in weiteren turksprachigen Sprachen „bemalter oder markierter Ort“.
Geschichte
Die Petroglyphen von Tamgaly entstanden vor etwa 3.000 Jahren im Mittleren Bronzezeitalter und wurden von den Vorläufern der Saka-/Skythen-Völker geschaffen.
Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Gravuren aus dem Späten Bronzezeitalter, der Frühen Eisenzeit sowie bis ins 18.
oder 19.
Jahrhundert hinzu – ein Spiegel der sich wandelnden kulturellen und künstlerischen Strömungen.
2004 wurde Tamgaly als UNESCO-Welterbestätte anerkannt und damit wegen seines außergewöhnlichen universellen Werts als Kultur- und Geschichtsdenkmal gewürdigt.
Ortsführer
Hauptfundstellen der Petroglyphen I–VMittleres Bronzezeitalter aufwärts
Diese fünf wichtigsten Fundstellen im Canyon von Tamgaly enthalten rund 3.000 Petroglyphen und zeigen die bedeutendsten sowie künstlerisch wertvollsten Gravuren aus dem Mittleren Bronzezeitalter – darunter Sonnengottheiten, Krieger und ausgestorbene Tiere.
Nebensächliche Fundstellen der PetroglyphenSpätes Bronzezeitalter
Zweiundzwanzig zusätzliche Fundstellen mit jeweils 50 bis 100 Petroglyphen zeigen Szenen des pastoralen Lebens und der Jagd aus dem Späten Bronzezeitalter sowie aus Übergangsphasen.
Petroglyphen der frühen EisenzeitFrühe Eisenzeit
Die am häufigsten vorkommenden Gravuren wurden von verschiedenen Stämmen erstellt und zeigen Jagdszenen sowie Tierjagden mit unterschiedlichen Stilen und Qualitäten.
Mittelalterliche und neuzeitliche PetroglyphenVom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert
Etwa 300 Bilder aus dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert konzentrieren sich auf Zweikämpfe zwischen Kriegern, Jagd mit Fokus auf den Jäger sowie auf die Ausrüstung von Pferden. Häufig wurden sie nur oberflächlich als Ergänzungen zu früheren Gravuren eingraviert.