Festung Haemieupseong in Seosan

Festung Haemieupseong in Seosan

Chungcheongnam-do

75/10090 min

Die Festung Haemieupseong, die im Ort Haemi-eup nahe der Stadt Seosan liegt, zählt zu den best erhaltenen Beispielen der Festungsarchitektur aus der Joseon-Zeit in Korea. Sie wurde 1491 während der Regierungszeit von König Seongjong fertiggestellt und liegt als Besonderheit nicht auf einem Hügel oder Berg, sondern auf einer flachen Ebene und umschloss damals die gesamte Ortschaft Haemi. Die Festung diente als militärischer Kommandostützpunkt zur Überwachung der Region Chungcheong-do und war eine Verteidigungsanlage gegen die Überfälle japanischer Piraten entlang der Westküste Koreas. Obwohl Teile der Festung im frühen 20. Jahrhundert wegen der Stadterweiterung abgebaut wurden, haben umfassende Restaurierungsarbeiten seit 1973 zentrale Bauwerke erhalten – darunter das ursprüngliche Südtor und Abschnitte der Mauern; andere Tore sind Rekonstruktionen. Die Festung ist zudem ein bedeutender Ort für koreanische Katholiken: Sie steht in Verbindung mit den Byeongin-Verfolgungen von 1866, bei denen viele Gläubige als Märtyrer starben. Besucher können die gut erhaltenen Steinmauern mit Inschriften erkunden, die die Zuständigkeiten für den Bau markieren, das historische Südtor sowie nahegelegene Kulturstätten wie das Yeosutgol Holy Ground. Die Festung gewährt einen spannenden Einblick in die Militärarchitektur der Joseon-Zeit und in die religiöse Geschichte Koreas – und ist damit ein lohnendes Ziel für alle, die sich für Geschichte und Kultur interessieren.

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Tipp: Besucher werden empfohlen, die Festung zwischen Frühling und Herbst zu besuchen, wenn sie von früh am Morgen bis in den Abend geöffnet ist – so bleibt genügend Zeit zum Erkunden. Tickets oder der Zugang sind in der Regel unkompliziert möglich, dennoch lohnt sich ein Blick im Voraus auf besondere Veranstaltungen oder traditionelle Kulturvorführungen, die von April bis Oktober an Samstagen stattfinden. Die Anlage ist von der Stadt Seosan aus gut mit dem Bus oder dem Auto erreichbar. Geführte Touren oder Informationsmaterialien können den Besuch zusätzlich bereichern. Für bestimmte Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein – dazu einfach im Besucherzentrum nachfragen. Wegen der weitläufigen Mauern und des Geländes werden bequeme Wanderschuhe empfohlen.

Interessante Fakten

  • Die Festung Haemieupseong gehört zu den wenigen Festungen aus der Joseon-Zeit, die auf ebenem Gelände statt auf erhöhtem Terrain errichtet wurden.
  • Das Südtor (Jinnammun) bewahrt noch seine ursprüngliche Struktur aus einer Restaurierung aus dem Jahr 1491 in der Hongzhi-Ära der Ming-Dynastie.
  • An den Festungsmauern finden sich Inschriften der örtlichen Kreise, die für ihren Bau verantwortlich waren – das belegt ein gemeinschaftliches Bausystem, um die Qualität sicherzustellen.
  • Der Ort ist eng mit den Byeongin-Verfolgungen von 1866 verbunden: Während dieser Zeit wurden viele koreanische Katholiken in der Festung inhaftiert und ermordet.
  • Auf dem Gelände steht ein 300 Jahre alter Pagodenbaum (bekannt als „Hoya tree“), der historisch bei Verfolgungen genutzt wurde, um katholische Gläubige zu foltern.

Geschichte

1417

Der Bau der Festung Haemieupseong begann 1417 unter König Taejong und wurde 1421 während der Regierungszeit von König Sejong abgeschlossen, um sich gegen japanische Piratenüberfälle zu verteidigen.

Sie diente als militärisches Hauptquartier für die Region Chungcheong und beherbergte das Chungcheong Byeongmajeoldosa (Militärkommandeur).

1651

1651 wurde das Militärkommando nach Cheongju verlegt, wodurch seine Rolle als Militärbasis endete.

Später fungierte die Anlage als Verwaltungszentrum und befestigter Ort zur Verteidigung – besonders unter der Hoseo Left Garrison in der Joseon-Zeit.

Trotz teilweiser Demontage im frühen 20.

1973

Jahrhundert aufgrund städtischer Entwicklung haben große Restaurierungsmaßnahmen im Jahr 1973 den Großteil der Festungsanlage sowie ihre historische Substanz erhalten.

Ortsführer

1
Südtor (Jinnammun)1491

Das südliche Haupttor der Festung Haemieupseong ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil es seine ursprüngliche Festungsstruktur aus der Joseon-Zeit bewahrt: Mit einer Steinin...schrift, die auf 1491 datiert, versehen. Es diente als Haupteingang und als Verteidigungsposten auf der Südseite.

2
Festungsmauern und InschriftenFrühes 15. Jahrhundert

Die Festungsmauern bestehen aus vertikal übereinander gesetzten Steinblöcken und verfülltem Erdreich. Sie tragen Inschriften von Kreisen wie Gongju, Cheongju und Imcheon. Diese Inschriften zeigen, welche Abschnitte jeweils von den einzelnen Kreisen errichtet werden mussten – so wurde Verantwortung und Qualität während des Bauprozesses sichergestellt.

3
Ok-sa (Gefängnisgebäude)1935 rekonstruiert

Auf Grundlage historischer Aufzeichnungen rekonstruiert: Dieses Gefängnis wurde ab 1790 für über 100 Jahre genutzt, um katholische Gläubige festzuhalten, die während der Verfolgungen in der Joseon-Zeit als politische Kriminelle galten.

4
Cheongheojeong-Pavillon1491
Jo Sook-gi

Der 1491 von dem Militärkommandeur Jo Sook-gi errichtete Pavillon wurde zum Ausruhen genutzt, für Übungen im Bogenschießen und als kultureller Treffpunkt, an dem Gelehrte Gedichte und Kalligraphie verfassten.

Kontakt

Telefon: 041-661-8005