
Enderbury-Insel
Phoenix Islands
Die Enderbury-Insel ist ein kleines, unbewohntes Korallenatoll in den Phoenix-Inseln im zentralen Pazifik. Mit etwa 1,6 km Breite und 4,8 km Länge verfügt sie über einen bis zu 200 Meter breiten Riffgürtel, der das gesamte Inselperimeter umgibt. Die Insel ist flach und liegt mit Höhen zwischen 15 und 22 Fuß nur wenig über dem Meeresspiegel; sie trägt eine spärliche Vegetation, darunter niedrige Büsche, Kokospalmen und Kou-Bäume. Berühmt ist sie für ihre zahlreichen Seevögel und gilt als der wichtigste Nistplatz für Grüne Meeresschildkröten in der Inselgruppe der Phoenix-Inseln. Die umliegenden Korallenriffe beherbergen eine Vielzahl von Korallenarten, doch häufige Wellenbewegung begrenzt das Wachstum größerer Korallenansammlungen. Historisch wurde Enderbury 1823 entdeckt und im 19. Jahrhundert für die Gewinnung von Guano genutzt. Von 1939 bis 1979 wurde die Insel gemeinsam von den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich verwaltet, bevor sie Teil der Republik Kiribati wurde. Seit 2008 ist sie in das Phoenix Islands Protected Area eingebunden, eines der größten Meeresreservate der Welt – und unterstreicht damit ihre ökologische Bedeutung sowie ihren Schutzstatus.
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Tipp: Besucher sollten ihre Reise in der Trockenzeit planen, um bessere Wetterbedingungen zu haben. Da die Insel unbewohnt ist und Teil eines geschützten Meeresgebiets, ist der Zugang eingeschränkt und erfordert in der Regel besondere Genehmigungen. Es wird empfohlen, Besuche im Voraus über die Behörden Kiribatis oder Naturschutzorganisationen zu organisieren. Es gibt keine Besucher-Einrichtungen vor Ort, daher sind Selbstversorgung und ein respektvoller Umgang mit der Umwelt besonders wichtig. Für die Minimierung menschlicher Auswirkungen ist vor allem das Bewusstsein für die Schutzmaßnahmen in Bezug auf die nistenden Grünen Meeresschildkröten entscheidend.
Interessante Fakten
- •Die Enderbury-Insel ist der wichtigste Nistplatz für Grüne Meeresschildkröten in der Inselgruppe der Phoenix-Inseln.
- •Die Insel gehörte einst zu einem einzigartigen Kondominium, das von den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich gemeinsam von 1939 bis 1979 verwaltet wurde.
- •Der Höhepunkt der Guano-Gewinnung auf Enderbury lag 1870: In nur 64 Tagen wurden 6.000 Tonnen abgebaut.
- •Ehemals bewohnten verwilderte Katzen die Insel, sind aber inzwischen ausgestorben und beeinträchtigen die lokale Tierwelt.
- •Auf den Korallenriffen der Enderbury-Insel liegt die lebende Korallenbedeckung im Schnitt bei 20–25 %, dominiert von Arten wie Pavona maldivensis und Pocillopora verrucosa.
Geschichte
Die Enderbury-Insel wurde 1823 von Captain James J.
Coffin entdeckt und nach Samuel Enderby benannt, einem Besitzer einer Londoner Walfanggesellschaft.
Die Guano-Gewinnung begann in den 1860er-Jahren und erreichte 1870 ihren Höhepunkt unter der Phoenix Guano Company.
In den 1930er-Jahren beanspruchten sowohl die britische als auch die US-Regierung die Insel aufgrund ihrer strategischen Lage für Transpazifikflüge, was zu einer gemeinsamen Verwaltung als Kondominium von 1939 bis 1979 führte.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden amerikanische Kolonisten evakuiert und Gebäude zerstört, um eine Nutzung durch Japaner zu verhindern.
Seitdem ist die Insel unbewohnt und gehört heute zum Territorium Kiribatis sowie zu einem Meeres-Schutzgebiet.