Memot Rubber Plantation
Tbong Khmum [Tbong Khmŭm]
Die Memot Rubber Plantation liegt im Osten Kambodschas in der Provinz Tbong Khmum und ist vor allem wegen der Memot Circular Earthworks bekannt – einer Reihe besonderer archäologischer Fundstellen. Charakteristisch sind zwei konzentrische, kreisförmige Wallanlagen, die von leicht geschwungenen inneren Plattformen umgeben sind. Diese Erdwerke stammen ungefähr aus der Zeit von 2300–3000 v. Chr. und geben Einblicke in neolithische Gemeinschaften, die Reisanbau, Gartenbau und Holzbearbeitung betrieben. Die heutigen Gummibäume der Plantage wachsen über diesen alten Stätten. Sie werden seit den 1960er-Jahren untersucht und haben Werkzeuge wie Beile, Äxte und Keramik zutage gefördert, die vor Ort aus organischen Materialien wie Reisspelzen hergestellt wurden. Obwohl der saure rote Boden die organische Erhaltung stark begrenzt, zeigen die archäologischen Funde kleine Bevölkerungen – vermutlich weniger als 100 Einwohner – mit einem nur sehr geringen ökologischen Fußabdruck. Die Plantage steht damit für eine seltene Überschneidung aus natürlicher Landschaft und tiefer prähistorischer kultureller Bedeutung – und lädt dazu ein, Kambodschas fernste Vergangenheit zu entdecken, die sich unter der heutigen landwirtschaftlichen Nutzung verbirgt.
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Tipp: Wer sich für Archäologie und Naturlandschaften interessiert, sollte seinen Besuch in die Trockenzeit legen – dann ist der Zugang einfacher und die Sicht besser. Da sich viele Stätten innerhalb arbeitender Gummiplantagen befinden, empfiehlt sich eine vorherige Organisation geführter Touren, um den Zugang zu sichern und die lokale Nutzung des Landes zu respektieren. Möglicherweise fallen Eintrittsgebühren oder Genehmigungen an; wenn Sie Tickets im Voraus kaufen, können Sie Verzögerungen vermeiden. Außerdem sollten Besucher mit begrenzten Einrichtungen vor Ort rechnen und genügend Proviant für die Erkundung im Feld mitbringen.
Interessante Fakten
- •Die Memot Circular Earthworks bestehen aus zwei konzentrischen kreisförmigen Wallanlagen, die eine leicht geschwungene innere Plattform umschließen – eine seltene architektonische Form in Südostasien.
- •Bei Ausgrabungen wurden etwa 20.000 Keramikfragmente gefunden, von denen viele mit organischen Materialien wie Reisspelzen durchmischt waren – das deutet auf eine lokale Töpferproduktion hin.
- •Trotz des sauren roten Bodens, der die Erhaltung organischer Stoffe erschwert, wurden steinerne Werkzeuge wie Beile und Äxte entdeckt – das spricht für Holzbearbeitung und das Roden von Parzellen.
- •Die Bevölkerungszahlen für diese Stätten sind gering – vermutlich überschritten sie nicht 100 Personen –, was auf eine neolithische Gemeinschaft mit geringer Umweltbelastung schließen lässt.
- •Die Stätten wurden erstmals systematisch aus Luftaufnahmen erfasst (1959) – ein frühes Beispiel für die Nutzung der Luftbildarchäologie in der Region.
Geschichte
Die Memot Circular Earthworks wurden erstmals 1959 von Louis Malleret anhand von Luftaufnahmen entlang der kambodschanisch-vietnamesischen Grenze entdeckt.
Bernard Philippe Groslier benannte die Stätten 1962 nach der „Memotien“-Kultur.
Trotz politischer Unruhen in Kambodscha, die eine kontinuierliche Forschung erschwerten, wurden die Fundstellen immer wieder archäologisch ausgegraben.
Ausgrabungen verschiedener Wissenschaftler von den 1960er-Jahren bis in die frühen 2000er-Jahre legten steinzeitliche Werkzeuge und Keramik frei und bestätigten eine Besiedlung in der neolithischen Zeit um 2300–3000 v.
Chr.
Im Laufe der Zeit blieben die Stätten größtenteils unter den modernen Gummiplantagen erhalten – was sie sowohl geschützt als auch der weiteren archäologischen Wahrnehmung entzogen hat.