
Königspalast, Phnom Penh
Phnom Penh [Phnum Pénh]
Der Königspalast von Kambodscha in Phnom Penh ist der offizielle Wohnsitz des Königs und ein Symbol für kambodschanische Monarchie und Kultur. Die Anlage wurde zunächst zwischen 1866 und 1870 von König Norodom errichtet und zeigt traditionelle Khmer-Architektur, die von siamesischen Stilrichtungen beeinflusst ist. Der Palast steht am westlichen Ufer der Mündung des Zusammenflusses des Tonle-Sap- und des Mekong-Flusses – einem Gebiet, das als Chaktomuk bekannt ist. Zur Anlage gehören mehrere wichtige Gebäude: die Thronhalle, in der königliche Zeremonien und Empfänge stattfinden, das Napoleon-Pavillon, das heute als Museum dient, sowie die Silberne Pagode, berühmt für ihren mit Silberfliesen belegten Boden. Im Laufe der Zeit wurde der Palast von 1912 bis 1932 unter König Sisowath umfangreich umgebaut – mit dem Ziel, seine Pracht zu bewahren und zugleich an moderne Anforderungen anzupassen. Die Anlage ist in vier Hauptbereiche unterteilt: der öffentliche östliche Innenhof mit Zeremonienhallen, der private westliche Innenhof mit der Residenz des Königs, die südlich gelegene Silberne Pagode und der nördliche Khemarin-Palast. Die Palastgründe umfassen außerdem traditionelle Salas (Pavillons) für Tanz und Bankette sowie Gärten und einen Park für königliche Festlichkeiten. Trotz turbulenter Zeiten, darunter die Herrschaft der Roten Khmer, ist der Königspalast bis heute ein bedeutendes kulturelles und historisches Wahrzeichen in Kambodscha.
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Tipp: Besucher sollten ihre Zeit vor allem in der Trockenzeit von November bis Februar einplanen, dann sind die Bedingungen besonders angenehm. Es empfiehlt sich, Tickets im Voraus zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden – besonders an kambodschanischen Feiertagen und am Wochenende. Für den Besuch der Palastanlage ist eine schlichte Kleidung vorgeschrieben, die Schultern und Knie bedeckt. Um Geschichte und Architektur wirklich zu würdigen, sind geführte Touren empfehlenswert. Für Schüler und Senioren können Ermäßigungen verfügbar sein. Fotografieren ist in den meisten Bereichen erlaubt, jedoch nicht in der Silbernen Pagode. Ein früher Besuch am Morgen hilft, Menschenmengen und Hitze zu entgehen.
Interessante Fakten
- •Die Palastanlage liegt am Zusammenfluss des Tonle-Sap- und des Mekong-Flusses – einem Gebiet, das als Chaktomuk bekannt ist. Der Name bedeutet „vier Gesichter“ und steht für Brahma.
- •Die Silberne Pagode innerhalb der Anlage ist nach ihrem Boden benannt, der mit fünf Tonnen glänzender Silberfliesen bedeckt ist.
- •Das Napoleon-Pavillon wurde von König Norodom als Empfangshalle genutzt und dient heute als Museum.
- •Die Palastmauern werden von dekorativen Blattformen gekrönt, die seima heißen. Sie symbolisieren Heiligkeit und Schutz – ähnlich wie sie auch um buddhistische Klöster herum zu finden sind.
Geschichte
Der Königspalast wurde 1866 in Phnom Penh von König Norodom gegründet.
Damit kehrte der königliche Khmer-Hof nach Jahrhunderten der Verlagerung in die Stadt zurück.
Ursprünglich im siamesischen Stil erbaut, wurde der Palast zwischen 1912 und 1932 größtenteils von König Sisowath neu errichtet.
Vor dem Bau war die Khmer-Hauptstadt aus Umwelt- und politischen Gründen mehrfach von Angkor nach Oudong und an andere Orte verlegt worden.
Die Anlage überstand die Wirren der Herrschaft der Roten Khmer, obwohl die Monarchie vorübergehend abgeschafft wurde.
Seitdem wurde der Palast wiederhergestellt und dient weiterhin als königliche Residenz sowie als Symbol des kulturellen Erbes von Kambodscha.
Ortsführer
Thronhalle1912-1932
Die prächtige Halle, in der Könige gekrönt werden und ausländische Würdenträger empfangen werden. Sie beherbergt drei zentrale königliche Throne, die die Autorität der Monarchie symbolisieren.
Silberne Pagode19. Jahrhundert (ursprünglicher Bau), im Laufe der Zeit renoviert
Auf der Südseite der Palastanlage gelegen, ist dieses Tempelgebäude besonders bekannt für seinen Boden aus Tausenden von Silberfliesen. Zudem beherbergt es viele nationale Schätze, darunter Buddha-Statuen.
Napoleon-Pavillon1866-1870 (ursprünglich), erbaut 1912-1919
Ursprünglich die Empfangshalle von König Norodom, dient sie heute als Museum – mit königlichen Exponaten und historischen Ausstellungen.
Khemarin-Palast19. Jahrhundert bis heute
Die private Wohnvilla des Königs im westlichen Innenhof. Sie steht für den privaten Bereich der Palastanlage.