
Baray Toek Thla
Kampong Chhnang [Kâmpóng Chhnang]
West Baray, auch lokal bekannt als Baray Toek Thla, was „Klare-Wasser-Reservoir“ bedeutet, ist ein riesiges rechteckiges Wasserreservoir direkt westlich von Angkor Thom in Kambodscha. Es misst etwa 7,8 mal 2,1 Kilometer und ist das größte Baray im archäologischen Park von Angkor sowie eines der größten von Hand ausgegrabenen Reservoirs der Welt. Errichtet wurde es vor allem im 11. Jahrhundert unter den Königen Suryavarman I. und Udayadityavarman II. Das Becken wird von mächtigen Erddeichen eingefasst, die fast 12 Meter hoch sind. In der Mitte des Barays liegt der West Mebon, ein hinduistischer Tempel, der auf einer künstlichen Insel erbaut wurde und in der hinduistischen Kosmologie das mythische Meer der Schöpfung symbolisiert. Das Design des Reservoirs integriert ältere Strukturen, etwa Teile des Deichs der Hauptstadt von König Yasovarman sowie den teilweise im Boden liegenden Tempel Ak Yum. Während man früher davon ausging, dass das Baray der Bewässerung diente, deuten neuere Forschungen darauf hin, dass es vor allem eine symbolische und religiöse Bedeutung hatte. Heute hält das Reservoir in seinem westlichen Bereich ganzjährig Wasser und ist zugleich ein beliebter Ort für Erholung, zum Schwimmen und Bootfahren – eine ruhige Abwechslung zu den nahegelegenen antiken Tempeln.
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Tipp: Die beste Zeit, West Baray zu besuchen, ist in der Trockenzeit: Dann bleibt der Wasserstand stabil und das Wetter eignet sich gut für Bootstouren und Schwimmen. Besucher sollten Sonnenschutz mitbringen und darauf achten, genug zu trinken. Der Zugang ist zwar kostenlos, aber die Erfahrung lässt sich durch die Organisation einer lokalen Bootstour deutlich bereichern. Es sind keine Tickets im Voraus nötig, doch ein Besuch am frühen Morgen sorgt oft für eine besonders entspannte Atmosphäre und schönes Licht für Fotos.
Interessante Fakten
- •West Baray ist eines der größten von Hand ausgehobenen Wasserreservoirs der Erde und fasst etwa 53 Millionen Kubikmeter Wasser.
- •Der Tempel West Mebon liegt einzigartig auf einer künstlichen Insel inmitten des Barays.
- •Teile der Deiche des Reservoirs nutzen ältere Strukturen aus früheren Khmer-Hauptstädten.
- •Archäologische Hinweise deuten auf eine frühere menschliche Besiedlung unter dem westlichen Boden des Barays hin – darunter Mauergrundlagen und Tonscherben.
- •Das Baray diente in modernen Zeiten gelegentlich als Landeplatz für Wasserflugzeuge.
Geschichte
Der Bau von West Baray begann im 11.
Jahrhundert während der Regierungszeit von König Suryavarman I.
und wurde unter König Udayadityavarman II.
vollendet.
Das Reservoir baute auf älterer Infrastruktur auf, darunter der östliche Deich aus der Hauptstadtanlage von König Yasovarman sowie teilweise im Boden liegende ältere Tempel wie Ak Yum.
Historisch ging man zunächst davon aus, dass es als Bewässerungsreservoir für den Reisanbau genutzt wurde.
Spätere Studien betonen jedoch seine symbolische Funktion: Es steht für das hinduistische Meer der Schöpfung – mit dem Tempel West Mebon als Mittelpunkt.
In der modernen Zeit wurde zur Regulierung des Wassers für die umliegenden Felder ein Bewässerungsschleuse am südlichen Deich ergänzt, und das Reservoir bleibt weiterhin ein bedeutendes Gewässer in der Region.
Ortsführer
West Mebon Tempel11. Jahrhundert
Ein hinduistischer Tempel auf einer künstlichen Insel in der Mitte von West Baray, der Shiva gewidmet ist und das hinduistische Meer der Schöpfung symbolisiert. Er besteht aus späterit- und sandsteinartigen Bauteilen und zeigt kunstvolle Verzierungen, wie sie für das Khmer-Reich typisch sind.
Erddeiche11. Jahrhundert und früher
Hohe Dämme mit etwa 11,9 Metern Höhe, die die Gewässer von West Baray einschließen. Der östliche Deich integriert Abschnitte aus früheren Befestigungsanlagen der Hauptstadt, die von König Yasovarman errichtet wurden.