
Takamatsu-Schloss (Tamamo-Schloss)
Shikoku Region
Das Takamatsu-Schloss liegt im Zentrum der Stadt Takamatsu auf der Insel Shikoku und ist ein seltenes Beispiel für eine japanische Burg mit Wassergräben, die mit Meerwasser gespeist werden – und hat deshalb den Beinamen Tamamo-Schloss oder „Schleim-/Seetangburg“ („seaweed castle“). Zwischen 1588 und 1590 von Ikoma Chikamasa erbaut, diente es als Hauptsitz der Domäne Takamatsu und regelte das östliche Sanuki. Durch seine strategisch günstige Lage an der Küste schützte die Burg das Seto-Binnenmeer und die wichtigen Seewege vor rivalisierenden Clans. Das kompakte Baukonzept umfasst eine kleine innere Vorburg mit einem dreistöckigen Tenshu (Hauptturm), umgeben von Steinmauern, Wassergräben und Toren im Stil von Masugata. Im Laufe der Zeit übernahm der Matsudaira-Clan die Anlage und ergänzte vor der Meiji-Restauration einen fünfstöckigen Tenshu. Obwohl der ursprüngliche Tenshu 1884 abgebaut wurde und viele Bauten im Zweiten Weltkrieg verloren gingen, sind mehrere Gebäude aus der Edo-Zeit erhalten und als „Important Cultural Properties“ (Wichtige Kulturgüter) ausgewiesen. Heute ist das Schlossgelände ein öffentlicher Park mit historischen Yagura-Türmen, wunderschön erhaltenen Toren und der Villa Hiunkaku mit malerischen Gärten. Das Takamatsu-Schloss gilt als eine der „Japan’s Top 100 Castles“ und gibt Besuchern einen Eindruck von den Küstenbefestigungen des feudalen Japans und vom Erbe der Samurai.
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Tipp: Besucher sollten das Takamatsu-Schloss im Frühling für Kirschblüten oder im Herbst für buntes Laub besuchen – das unterstreicht die schöne Aussicht auf die Wassergräben. Tickets können vor Ort gekauft werden, dennoch empfiehlt es sich, auf der offiziellen Website nach saisonalen Veranstaltungen oder vorübergehenden Schließungen zu schauen. Die Burg ist bequem in einem 10-minütigen Spaziergang ab dem JR Takamatsu Station erreichbar. Für Gruppen, Senioren und Schüler können Ermäßigungen verfügbar sein. Wer früh am Morgen ankommt, vermeidet Menschenmengen und kann das Schlossgelände und die Gärten in Ruhe erkunden.
Interessante Fakten
- •Das Takamatsu-Schloss gehört zu den nur drei japanischen Burgen, die Wassergräben mit Meerwasser besitzen – zusammen mit dem Imabari-Schloss und dem Nakatsu-Schloss.
- •Der Beiname Tamamo-Schloss bedeutet „Seetangburg“ und bezieht sich auf die Wassergräben mit Meerwasser.
- •Mehrere Bauwerke aus der Edo-Zeit wie die Kita-no-maru Tsukimi Yagura und das Tor Mizute Gomon sind als „Important Cultural Properties“ ausgewiesen.
- •Die Villa Hiunkaku auf dem Schlossgelände, erbaut 1917, ist ebenfalls ein National Important Cultural Property. Die Gärten sind als National Place of Scenic Beauty anerkannt.
- •Das Schloss wurde 2006 von der Japan Castle Foundation in Japans „Top 100 Castles“ aufgenommen.
Geschichte
Das Takamatsu-Schloss wurde von Ikoma Chikamasa in den Jahren 1588 bis 1590 nach der Toyotomi-Eroberung von Shikoku errichtet.
Es ersetzte Hiketa Castle als Festung der Familie.
Die Lage an der Küste erfüllte strategische militärische und wirtschaftliche Aufgaben: Sie sicherte die Seewege des Seto-Binnenmeers.
Nach der Schlacht von Sekigahara im Jahr 1600 wurde das Gebiet der Ikoma verkleinert; schließlich wurden sie 1642 durch den Matsudaira-Clan abgelöst, der Teile der Burg neu aufbaute – darunter einen fünfstöckigen Tenshu.
Das Schloss wurde bis 1874 von der Kaiserlich Japanischen Armee genutzt, danach wurden viele der ursprünglichen Bauten abgebaut oder zerstört.
Trotz Schäden im Zweiten Weltkrieg blieben wichtige Gebäude erhalten und wurden als Wichtige Kulturgüter ausgewiesen.
Die Anlage wurde 1955 als Park für die Öffentlichkeit geöffnet und als „National Historic Site“ anerkannt.
Ortsführer
Kita-no-maru Tsukimi Yagura1676
Ein Mondbetrachtungs-Turm (Tsukimi Yagura) aus der Mitte der Edo-Zeit (1676), der als „Important Cultural Property“ ausgewiesen ist. Er steht exemplarisch für die traditionelle Architektur japanischer Burgen und bietet einen malerischen Blick über die Wassergräben.
Kita-no-maru Mizute Gomon Gate1830-1867
Ein Tor aus der späten Edo-Zeit (1830-1867), das als wichtiges Eingangstor zu den inneren Bereichen der Burg diente. Es ist als „Important Cultural Property“ anerkannt – wegen seines historischen architektonischen Stils.
Higashi-No-Maru Ushitora Yagura1677
Eine östliche Turmanlage aus der Mitte der Edo-Zeit (1677), die als Verteidigungs- und Wachtturm diente und Teil der Befestigungen der Burg war. Es ist ein „Important Cultural Property“.
Hiunkaku Villa und Gärten1917
Ehemalige Villa der Familie Matsudaira, erbaut 1917, als „National Important Cultural Property“ ausgewiesen. Die umgebenden Gärten sind als „National Place of Scenic Beauty“ anerkannt und bieten innerhalb des Schlossparks eine ruhige Auszeit.
Kontakt
Telefon: 087-851-1521