Der Große Tempel

Der Große Tempel

Hokkaido Region

85/10090 min

Der Große Tempel in Petra ist ein weitläufiger monumentaler Komplex südlich der Colonnaded Street. Er erstreckt sich über etwa 7.560 Quadratmeter. Vermutlich im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. in der Regierungszeit des nabatäischen Königs Aretas IV. errichtet, nimmt der Komplex innerhalb des antiken Petra einen prominenten Platz ein. Von hier aus überblickt man wichtige Wahrzeichen der Stadt wie den Siq, Qasr al-Bint und den Lower Market. Architektonisch ist der Tempel rechteckig angelegt und Nordost–Südwest ausgerichtet. Er verfügt über eine prächtige Treppenanlage, die zum Propylaeum führt, sowie zwei Exedren auf beiden Seiten. Die Fassade hatte ursprünglich vier hohe, frontal angebrachte Säulen, die in kräftigen Farben bemalt waren – im Kontrast zum umgebenden Sandstein. Im Inneren dominiert eine theaterartige Anlage (Theatron) mit Sitzplätzen für etwa 600 Personen. Das Wassermanagement war ein zentrales Element: Große Zisternen und ein unterirdisches Kanalisierungssystem verbanden den Komplex mit dem Wassernetz der Stadt. Bei den Ausgrabungen kamen spektakuläre Objekte zutage, darunter Kapitelle mit Elefantenköpfen sowie Reliefplatten aus Kalkstein mit mythologischen Figuren. Hinzu kommen Münzen, Lampen und römisches Glas. Allerdings ist die genaue Funktion des Baus in der Forschung weiterhin umstritten: Einige gehen davon aus, dass es sich nicht um einen klassischen Tempel handelt – unter anderem wegen des Fehlens einer kanonischen Cella und der Präsenz der theaterartigen Struktur.

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Tipp: Besucher sollten den Großen Tempel in den kühleren Morgenstunden erkunden, um Hitze und Menschenmengen zu vermeiden. Vorab gekaufte Tickets für Petra werden empfohlen, da sie oft auch den Zugang zum Gelände des Großen Tempels beinhalten. Aufgrund unebenen Geländes und Treppen sind bequeme Schuhe ratsam. Geführte Touren liefern wertvollen Kontext zur Architektur des Komplexes und zu den archäologischen Funden. Bitte prüfen Sie vor dem Besuch die Öffnungszeiten und die saisonalen Fahrpläne.

Interessante Fakten

  • Der Komplex des Großen Tempels erstreckt sich über etwa 7.560 Quadratmeter und zählt damit zu den größten Bauwerken in Petra.
  • Zwei große Zisternen mit zusammen nahezu 386.000 Litern Fassungsvermögen versorgten das Areal über ein leistungsfähiges unterirdisches Kanalisierungssystem.
  • Bei den Ausgrabungen wurden einzigartige Kapitelle mit Elefantenköpfen gefunden – ein seltener architektonischer Ansatz, bei dem vier Elefantenköpfe die typischen ionischen Voluten ersetzen.
  • Der Tempel besitzt eine theaterartige Struktur mit etwa 600 Sitzplätzen im Inneren – ungewöhnlich für den Grundriss eines traditionellen Tempels.
  • Im Kalkstein gefundene Reliefplatten zeigen mythologische Figuren, die möglicherweise mit Apollo, Ares, Aphrodite und Fortuna in Verbindung stehen.

Geschichte

Der Große Tempel wurde vermutlich im frühen 1.

Jahrhundert n.

Chr.

unter dem nabatäischen König Aretas IV.

fertiggestellt.

1921

Erste, eher oberflächliche Erkundungen fanden in den 1890er-Jahren durch die deutschen Archäologen Brünnow und von Domaszewski statt; Walter Bachmann identifizierte die Stätte 1921 anhand ihres heutigen Namens.

1993

Systematische archäologische Ausgrabungen begannen 1993 unter Martha Sharp Joukowsky.

Dabei wurden zentrale architektonische Merkmale und Fundstücke entdeckt.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Komplex mehrfach umgebaut – darunter Veränderungen an der monumentalen Treppenanlage sowie die Einbindung in die Colonnaded Street von Petra um 76 n.

Chr.

Ortsführer

1
Propylaeum und Monumentale Treppe1st century AD

Der repräsentative Eingang zum Großen Tempel: Über eine breite Treppe führt er auf einer Steigung von 8 Metern empor – eine Passage, die in den Bauphasen des Tempels und der Colonnaded Street verändert wurde. Sie verbindet die Bereiche Lower und Upper Temenos miteinander und wird von zwei halbkreisförmigen Exedren mit Sitzbänken flankiert.

2
Theatron (Theaterartige Struktur)1st century AD

Dieser theaterähnliche Bereich dominiert das Innere des Tempels jenseits des Upper Temenos. Er bietet Platz für etwa 600 Personen und zeigt Spuren von Blattgold sowie farbige Verzierungen aus Stuck – das deutet auf zeremonielle oder gemeinschaftliche Funktionen hin.

3
Kapitelle mit Elefantenköpfen1st century AD

Diese spektakulären, aus Kalkstein gearbeiteten Kapitelle sind mit vier Elefantenköpfen gestaltet, die die sonst üblichen ionischen Voluten ersetzen. Sie wurden 2000 in der Nähe des Lower Temenos entdeckt. Die besonderen Elemente unterstreichen die künstlerische Kreativität der Nabatäer.

4
Wassserzisternen und Kanalisierungssystem1st century AD

Zwei große Zisternen mit einem Fassungsvermögen von ungefähr 59.000 und 327.000 Litern speisten ein unterirdisches Kanalsystem, das sich über die gesamte Länge des Tempels erstreckt und an das städtische Wasserversorgungsnetz von Petra angeschlossen ist.