Okunoshima (Kanincheninsel)

Chugoku Region

70/100120 min

Ōkunoshima, das oft auch Kanincheninsel genannt wird, ist eine kleine Insel im Inlandmeer Japans und Teil der Präfektur Hiroshima. Berühmt ist sie für ihre große Population freundlicher, frei lebender Hauskaninchen, die Besucher neugierig anlaufen – ein wirklich einzigartiges Naturerlebnis. Historisch spielte die Insel sowohl im Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg als auch im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle als geheimer Produktionsstandort für chemische Waffen. Dort stellte das Kaiserlich Japanische Heer unter anderem Senfgas und Tränengas her. Die Insel wurde aufgrund ihrer Abgeschiedenheit und Sicherheit ausgewählt, mit harten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Giftgasfabrik. Nach dem Krieg wurde die Anlage für chemische Waffen abgebaut, und die Insel wurde zu einem Park entwickelt, in dem die Kaninchen gezielt freigelassen wurden. Ōkunoshima bietet außerdem Spazierwege, Campingplätze und Reste alter militärischer Forts, allerdings ist der Zugang zu vielen Ruinen aus Sicherheitsgründen verboten. Das Ōkunoshima Poison Gas Museum, das 1988 eröffnet wurde, informiert Besucher über die Kriegsvergangenheit der Insel und die verheerenden Folgen chemischer Waffen und soll das Bewusstsein für Frieden stärken. Die Insel ist per Fähre erreichbar und gehört zum System der Nationalparks im Inlandmeer – mit einer Mischung aus natürlicher Schönheit und bewegender historischer Bedeutung.

Planen Sie Ihre Reise nach Jordanien mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch auf Ōkunoshima sind Frühling und Herbst, wenn das Wetter mild ist und die Kaninchen am aktivsten sind. In der Hauptsaison wird empfohlen, die Fährtickets im Voraus zu kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Das Füttern der Kaninchen ist beliebt, sollte aber mit geeigneter Nahrung erfolgen, damit die Tiere gesund bleiben. Das Jagen oder Verletzen der Kaninchen ist strikt verboten, und Haustiere wie Hunde und Katzen dürfen nicht auf die Insel. Das Poison Gas Museum bietet englische Zusammenfassungen und ist damit auch für internationale Besucher interessant, die sich für die Geschichte der Insel interessieren.

Interessante Fakten

  • Ōkunoshima wurde zeitweise aus einigen Karten entfernt, um den geheimen Standort seiner chemischen Waffenanlage zu verbergen.
  • Auf der Insel wurden während des Betriebs mehr als sechs Kilotonnen Senfgas und Tränengas produziert.
  • Die Kaninchen auf der Insel sind Nachkommen von nach dem Zweiten Weltkrieg freigelassenen Hauskaninchen – nicht Nachkommen von Versuchstieren aus der Kriegszeit.
  • Die Insel ist über die Chūshi Powerline Crossing mit dem Festland verbunden, der höchsten Stromtrasse Japans.
  • Das Poison Gas Museum enthält Exponate, die von Familien von Arbeitern gestiftet wurden, die durch toxische Exposition betroffen waren.

Geschichte

Ursprünglich war Ōkunoshima ein kultiviertes Gebiet mit einigen Fischerfamilien.

Während des Russisch-Japanischen Kriegs wurde die Insel mit zehn Forts befestigt.

In den späten 1920er-Jahren errichtete das Kaiserlich Japanische Heer eine geheime Anlage für chemische Waffen auf der Insel, die große Mengen Senf- und Tränengas produzierte.

1925

Obwohl Japan das Genfer Protokoll von 1925 unterzeichnet hatte, das den Einsatz von chemischen Waffen verbietet, blieb der Betrieb der Anlage für chemische Munition extrem geheim.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage abgebaut und Dokumente wurden vernichtet.

Später wurde die Insel als Park entwickelt und Kaninchen wurden eingeführt – so entstand auch ihr Spitzname Kanincheninsel.

1988

Das Poison Gas Museum eröffnete 1988, um an dieses dunkle Kapitel zu erinnern und die Öffentlichkeit aufzuklären.

Ortsführer

1
Ōkunoshima Poison Gas Museum1988

Ein kleines Museum, das sich der Geschichte der Insel als Produktionsstandort für chemische Waffen widmet. Es zeigt Ausstellungen zur Errichtung der Fabrik, zu den Arbeitsbedingungen und zu den Auswirkungen von Giftgas auf Menschen – darunter auch Exponate, die von Angehörigen der Opfer gespendet wurden.

2
Spazierwege und Campingplätze

Die Insel bietet mehrere Spazierwege, die es Besuchern ermöglichen, ihre natürliche Schönheit und historischen Ruinen sicher zu erkunden. Campingplätze stehen auch für alle bereit, die in einer naturnahen Umgebung übernachten möchten.