Umm ar-Rasas

Umm ar-Rasas

Mādabā

75/10090 min

Umm ar-Rasas, zentral in Jordanien nahe Madaba gelegen, ist eine archäologische Stätte, die vor allem wegen ihrer reichen historischen Schichten bekannt ist – vom römischen über das byzantinische bis in die frühe islamische Zeit. Ursprünglich war der Ort eine römische Militärstation entlang der strategisch wichtigen Königsstraße (King's Highway). In der byzantinischen Zeit entwickelte er sich zu einem bedeutenden kirchlichen Zentrum mit zahlreichen Kirchen und klösterlichen Gemeinschaften. Am bekanntesten ist die Kirche des St Stephen, in der Jordans größter und am besten erhaltener Mosaikfußboden erhalten ist. Er zeigt Jagd- und Fischereiszenerien sowie detaillierte Darstellungen regionaler Städte. Diese Mosaiken, die von sechs Meisterkünstlern signiert wurden, stammen aus dem späten 8. Jahrhundert – aus der Zeit des Abbasiden-Kalifats – und zeigen, dass das Christentum auch unter muslimischer Herrschaft weiter präsent war. Ein markantes Wahrzeichen ist der rund im Norden der Haupt­ruinen gelegene Stylite-Turm. Man geht davon aus, dass Asketen ihn für Gebet und Zurückgezogenheit nutzten. Ausgrabungen brachten Inschriften und Mosaiken zutage, die belegen, dass Umm ar-Rasas mit der biblischen Stadt Mephaat identifiziert werden kann. Heute bietet die Stätte Besuchern einen einzigartigen Einblick in die kulturellen und religiösen Umbrüche der Region über Jahrhunderte – eingebettet in die halbtrockene Landschaft der jordanischen Wüste.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch von Umm ar-Rasas sind die kühleren Monate im Frühling und im Herbst, um der intensiven Hitze der Wüste zu entgehen. Wenn möglich, sollten Tickets im Voraus gekauft werden; zudem können geführte Touren das Erlebnis bereichern, indem sie die Bedeutung der Mosaiken und Ruinen erklären. Wegen des offenen und trockenen Geländes sind bequeme Wanderschuhe und Sonnenschutz empfehlenswert. Für Schüler und Senioren gibt es möglicherweise Ermäßigungen – am besten vor Ort nachfragen. Da ein großer Teil der Stätte noch ausgegraben wird, ist es ratsam, vorher die aktuellen Zugangsbedingungen zu prüfen.

Interessante Fakten

  • Der Mosaikfußboden der Kirche des St Stephen in Umm ar-Rasas ist der größte Mosaikfußboden, der in Jordanien entdeckt wurde.
  • Sechs Mosaik-Meister signierten die Mosaiken der Kirche des St Stephen – darunter Staurachios aus Esbus und Elias.
  • Die Mosaiken zeigen viele Städte aus der Region, darunter Alexandria, Philadelphia (Amman), Madaba, Jerusalem und Gaza.
  • Der Stylite-Turm nördlich der Stätte diente als Plattform für christliche Asketen und ist auf allen vier Seiten mit Reliefs/Skulpturen christlicher Symbole verziert.
  • Umm ar-Rasas wird mit der biblischen Stadt Mephaat identifiziert, die im Buch Jeremia erwähnt wird.

Geschichte

Umm ar-Rasas war ursprünglich ein römisches Militärlager an der Via Traiana Nova, das unter Kaiser Trajan im frühen 2.

Jahrhundert n.

Chr.

erbaut wurde, um die Wüstenfront zu sichern.

Später wurde es in der byzantinischen Zeit zu einem bedeutenden christlichen kirchlichen Zentrum umgewandelt – mit mehreren Kirchen und klösterlichen Anlagen.

Die Entdeckung von Mosaiken, die aus dem späten 8.

Jahrhundert datieren, zeigt, dass christliche Gemeinden dort auch unter der frühen muslimischen Herrschaft während des Abbasiden-Kalifats weiter florierten.

2004

2004 wurde die Stätte aufgrund ihres außergewöhnlichen archäologischen und historischen Werts als UNESCO-Welterbestätte anerkannt.

Ortsführer

1
Church of St Stephen785

Diese Kirche besitzt den größten und am besten erhaltenen Mosaikfußboden in Jordanien, der aus dem Jahr 785 n. Chr. stammt. Die Mosaiken zeigen Szenen von Jagd und Fischfang und enthalten außerdem detaillierte Darstellungen wichtiger Städte in Jordanien, Palästina und Ägypten. Sechs Mosaik-Meister signierten die Arbeiten und unterstreichen so die künstlerische Bedeutung.

2
Stylite TowerByzantine period

Etwa 1,6 km nördlich der Haupt­ruinen gelegen, diente dieser quadratische Pfeiler als Plattform für christliche Asketen, die in Isolation lebten – außerdem als Altar für Gebete. An allen Seiten ist er mit eingravierten christlichen Symbolen verziert und gilt als Zeugnis des byzantinischen spirituellen Erbes der Stätte.